Gestern am Spätnachmittag hat´s geschneit. Wirklich, ihr müsst halt genau hinschauen, es war ganz feiner Schnee … immerhin! Ich saß auf der Terrasse, hörte dem plätschernden Bach zu und versuchte, den vielen, feinen Schneeflöckchen auf ihrem Weg vom Himmel zur Erde zu folgen.
Am 1.Dezember hat es schon einmal geschneit … etwas intensiver, wie sich das um diese Zeit gehört 😉
Natürlich habe ich mich die ganze Zeit nicht nur dem weißen Winterzauber hingegeben, sondern auch etwas Nützliches getan. Alles, was man halt um diese Zeit so tut … backen, drinnen und draußen schmücken, mit der Family telefonieren, Mails beantworten und bloggen.
Dies alles kostet schon eine Menge Zeit, besonders das Bloggen. Aber „geht nicht, gibt´s nicht!“. Als Nächstes suche ich jetzt Zeit, eure lieben Kommentare zu beantworten und in eure Blogs zu schauen – darauf freue ich mich sehr, denn da gibt es sicher eine Menge Interessantes zu entdecken 🙂
Ich wünsche euch allen eine weiterhin schöne Adventszeit, passt auf euch auf und bleibt oder werdet gesund!
Wieder so eine „leise Ahnung“! Ich erhielt das Konzept für einen neuen Gedichtband und ich ahne nun, dass dieser wundervoll werden könnte. Ich las die Gedichte frühmorgens, als die Sonne gerade aufging und notierte meine Gedanken:
„Langsam wird es Tag. Das Licht verdrängt die Dunkelheit. In deine Gedichte versunken sitze ich auf der Terrasse und folge so manchen vertrauten Worten, die ich aus der Vergangenheit bereits kenne.
„Jener Teil meines Lebens der mir gehört, mir allein für immer“, das klingt wunderschön.
Ich schaue hoch zu den Bäumen, die sich im Wind wiegen. Mir scheint, sie können meinen Gedanken folgen. So, als würden sie mitlesen. Mit ihrem leisen Rauschen wispern sie wiederholend und zustimmend deine gefühlvollen Worte.
„Verbundenheit … durch ein locker geknüpftes Band“, wie berührend. Mir wird die Verbundenheit allen Lebens bewusst. Ich beobachte, wie sich die Zweige der Bäume im nun etwas heftigeren Wind umschlingen, umarmen und übereinander legen.
Der Wetterbericht kündigte gestern starken Sturm an – jedoch mit Aussicht auf Besserung. Für einen Moment schweigen die Bäume, als würden sie dein Gedicht „Schweigen“ kurz überdenken.
Sie raunen mir unmissverständlich zu: Erinnerst du dich an sein „Verwunschenes Haus“? Du warst von seinen Worten so hingerissen, dass du sie gleich in einem Bild festgehalten hast!“
Dann ein heftiger Windstoß, die Blätter erzittern und reiben sich laut aneinander. „Bitte beachten“ rauschen sie mir eindringlich zu. Oh ja, denke ich, diese Worte sind auch angebracht. In der Vergangenheit sind sie oftmals untergegangen.
Der Wind flacht gerade wieder ab, ein leises Wispern streicht durch die Blätter. Sie flüstern „Zuversicht“ und glänzen leuchtend in der Morgensonne. Feingliedrig umhüllen sie die starken, dunklen Äste. Einfache, zarte Blätter, welche die herrliche Form des Astes dezent betonen. Ich betrachte bewundernd den starken, leicht gebogenen Ast des mir gegenüber stehenden Baumes. Sein Wipfel ist nun sonnenüberflutet und entlockt mir ein helles Lachen.
Ist es nicht atemberaubend, in der Morgensonne zu sitzen und zusammen mit den Bäumen Gedichte zu lesen?
Doch „Es liegt nicht an mir“, und auch nicht an den Bäumen oder an der Sonne, sondern an deinen Gedichten, über die wir manchmal gesprochen/geschrieben haben. Es war immer schön, sie zu lesen und darüber zu reden. Ich erinnere mich an viele Worte, die mich berührt haben – früher und auch jetzt wieder.“
Im Frühjahr hatte ich sie, diese leise Ahnung. Inzwischen ist viel Neues auf mich zugekommen und darum passt auch keine Lektüre besser in meine derzeitige Lebenssituation, wie das Buch „Eine leise Ahnung von etwas Neuem“ von Markus Mirwald. Ich hielt es in meinen Händen und las
„Bereits eine leise Ahnung von etwas Neuem
vermag die Verabschiedung des Alten einzuläuten.“
So war es dann auch und es gab viel zu verabschieden. Seltsam, dachte ich, ist dieses Buch wieder so ein „Schätzchen“ wie damals, als ich über den „vielleicht größten Schatz“ geschrieben hatte? Ich erinnere mich genau daran – an das gute Gefühl, das ich dabei hatte: https://seelenglimmern.com/2018/12/04/eine-erfolgreiche-schatzsuche/
Nun ja, in o.a. Buch steht weiterhin:
„Manch ein Einfall stellt sich als Glücksfall heraus.“
Dies betrifft offenbar nicht nur meinen Einfall/meine Erinnerung zum vorangegangenen Buch von Markus Mirwald, sondern auch auf die Verabschiedung des Alten … alles, was mir dazu eingefallen ist, stellte sich als Glücksfall heraus. Wir verkauften unser Haus im Nordschwarzwald und fanden eine bezaubernde Wohnung im schönen Markgräflerland, am Rande einer Dorfidylle mit südlichem Flair und unmittelbar an der Schweizer Grenze zu Basel in der südwestlichsten Ecke Deutschlands. Hier lebt unser Sohn mit seiner Familie. Nun endlich bin ich meinen Enkelkindern ganz nahe und dies betrachte ich als enormen Glücksfall.
Die letzten 4 Monate waren sehr anstrengend, die Räumung des Hauses, in dem sich die letzten 30 Jahre so manches angesammelt hatte, der Hausverkauf mit Notarterminen und was noch so alles dazu gehört und dann erst der große Umzug … ausräumen, umräumen und wieder einräumen. Alles war sehr nervig und dann immer der Hintergedanke im Kopf:
„Einen alten Baum soll man nicht verpflanzen!“
Ach was, dachte ich dann, wir sind keine Bäume und soooo alt sind wir schließlich auch noch nicht. Außerdem schrieb Hilde Domin: „Ein neuer Anfang ist möglich. Es ist an uns, die vor uns liegende Zukunft zu gestalten. Wer sich anstecken lässt vom Leitstern der Sehnsucht, wer den ersten Schritt in die Zukunft wagt, dem sei gesagt: „Fürchte Dich nicht, es blüht hinter Dir her.“ … sind das nicht wundervolle Worte der Zuversicht?
Zudem hatten wir große Hilfe von unserem Sohn und unserer Schwiegertochter, die uns Etliches abnahmen und erledigten.
Meinem Sohn tat ich natürlich wieder mächtig leid und er meinte: „Mama, geh´ die Sache doch locker an, du bist nicht auf der Flucht!“. Selbstverständlich hatte er recht. Dies wird mir auch gerade wieder klar, denn im Buch von Markus Mirwald lese ich dazu:
„Je verzweifelter unsere Anstrengungen werden, desto zweifelhafter ist deren Erfolg.“
Ich schrieb ja schon, dieses Buch passt (nicht nur) in meine derzeitige Lebenssituation wie kein anderes. Heute sitze ich wieder auf der Terrasse und lasse beim Lesen der nicht nur sehr schönen, sondern auch zutreffenden Aphorismen meine Gedanken schweifen. Sie stärken mich und geben mir das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Und aus seinem „Wesentliches in wenigen Worten“ hole ich mir Rat für das, was in Zukunft noch kommen könnte. In dieser Hinsicht ist dieses Buch für mich also wieder ein ganz besonderer Schatz und ich möchte es von ganzem Herzen weiterempfehlen.
Abschließend für heute noch eine letzte seiner Lebensweisheiten, etwas über sein Schreiben und mein Schreiben:
„Wer über das Schreiben schreibt, denkt unweigerlich über das Denken nach.“
Es ist schön, hier in meinem neuen Zuhause, meistens auf der Terrasse im Beisein der Bäume, im Buch zu blättern …