Katzenglück

Kürzlich war meine kleine Enkelin Ela hier und schaute mal wieder die Gemälde an den Wänden an. Sie kam zu mir, legte den Kopf zur Seite und lächelte mich wieder zuckersüß an: „Omi, darf ich das wuuuunderschöne Bild von der Katze für mein Zimmer haben?“

Ich erwiderte, dass das ein Bild von meinem kleinen schwarzen Kater Max ist und dass ich es selbst brauche, weil er ja vor ein paar Jahren über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Das Bild habe ich mir gemalt, damit ich ihn um mich habe und sehen kann. Das ist er:

Daraufhin zog Ela ein Schnütchen und brummelte: „Schaaaade!“

Sie drehte sich langsam um und trottete in Richtung Tür. Das tat mir leid. Ich weiß ja, wie sehr sie auf Katzen steht. Die kommen bei ihr noch vor Essen, Schlafen, Malen, Electronic (Handy, Tablet etc.) und das soll was heißen. Außerdem trägt sie Kleidung mit Katzen drauf, Kinderkatzenschmuck und wenn sie malt oder bastelt, dann natürlich Katzen. Ich verstehe sie ja, mit sieben stand ich auf Ponys 🙂

Also da konnte ich sie einfach nicht enttäuschen und tröstete sie, indem ich ihr versprach, dass ich ihr ein Gemälde mit ihrer Katze „Nero“ (die drei Katzen gehören der ganzen Familie und werde von allen gepflegt und gehätschelt) malen würde … sobald ich Zeit hätte.

Damit war die Welt wieder in Ordnung. Heute ging ich ans Werk und malte nicht nur Nero, sondern alle drei Katzen. Als Sahnehäubchen kam noch Gold mit drauf, denn Glitzer in jeglicher Form liebt sie auch 🙂

Nero, Tigerle und Tara …. so, fertisch! Jetzt bin ich mal gespannt, ob das für meine Enkelmaus o.k. ist.

„Man lebt zweimal, wenn man Kinder hat und dreimal, wenn man noch seine Enkelkinder sieht.“
(August Strindberg, schwedischer Schriftsteller und Künstler, 1849-1912)

„Gott steh ihnen bei!“

„Gott steh ihnen bei!“, denke ich entsetzt beim Anblick der Satellitenbilder heute morgen. Ein 64 km Militärkonvoi bewegt sich auf Kiew zu. Was wird jetzt passieren?

Ich lese in einem Interview ( https://www.deutschlandfunk.de/historiker-schloegel-nennt-putin-wirklichkeitsfremd-100.html ), was Karl Schlögel zu diesem ganzen Elend sagt:

„Und ich glaube nicht, dass Putin aus dieser Geschichte herauskommt – wie immer er das jetzt noch eingrenzen und unter Kontrolle behalten will. Er hat ja in dieser zweiten Rede, in der Nacht vor dem Angriff eine ungeheure Ausführung gemacht, also diese Ausführung: „Wer immer sich jetzt in der Ukraine einmischt oder sich irgendwie beteiligt, dem werden wir etwas zeigen, was die Welt noch nie gesehen hat.“ Und ich bin der Überzeugung, dass er weitergehen wird. Also, dass man sich darauf gefasst machen muss, dass noch andere Dinge passieren werden.

Und ich möchte nur sagen, dass der Kampf on the ground stattfindet, wo es jetzt bereits Dutzende und Hunderte von Toten und schwere Zerstörung gibt, dass dieser Krieg nicht sozusagen nur als Blitzkrieg, wie er sich den gedacht hat, mit chirurgischen Zugriffen erledigen lässt, sondern dass die Ukraine – das muss man sagen – den Kampf führen wird, in dem sie alleingelassen sind von den Europäern. Deswegen wird diese Rechnung nicht so aufgehen und wir müssen uns auf schreckliche Dinge gefasst machen. Ich wage nicht zu sagen, was passieren wird, wenn sich der russische Einsatz, weil sie eben nicht vorankommen, radikalisiert.“

Es scheint so, als ginge Putin weiter und dass wir uns gefasst machen müssten, auf die Dinge die nun noch passieren.

Die Menschen in der Ukraine befinden sich in einem Trauma, erleben, wie Panzer durch die Innenhöfe ihrer Wohnblocks rollen. Sie werden durch Schüsse und Sirenen geweckt … und in düsteren Bunkern erblicken Neugeborene das Licht der Welt.

„Gott steh ihnen bei!“, denke ich.

Kein Durchkommen … die Grenze ist dicht!

…  aber wie denn, wenn der Weg versperrt ist? Wir vermissen uns – trotz Skype!

Schaut euch an, was meine Kinder mir schicken. Ist das nicht traurig?

Da steht sie, meine Kleine, und ist ratlos.

Ach ja, ….

„Die Erde trägt zu jeder Zeit ein Dutzend Menschen, die sich vor Sehnsucht, einer des anderen verzehren. Sie finden einander nicht.“
Walther Rathenau

Jedenfalls nicht, solange Corona noch wütet.  🙁