Bin gerade auf Youtube „drübergestolpert“ und sofort hängengeblieben. Ist DAS schön – Gänsehaut pur.
Mimi & Josy sind ein deutsches Gesangsduo aus Augsburg. Die beiden Geschwister gewannen die 7. Staffel The Voice Kids als erstes Duo in der Geschichte der Fernsehsendung. (Wiki)
Mimi und Josi (15 und 13) sagten in einem Interview: „Das Musikerleben ist unser Traum“ – ach ihr Pracht-Mädchen, denke ich, macht weiter … lebt diesen Traum!
Und so sieht es aus, wenn sich ein Traum in Begleitung hervorragender Coaches erfüllt 😄
Ja, was man mit Begeisterung tut, wird mehr als nur gut ! Es ist unglaublich schön, sie zu hören und ihnen zuzuschaun 🙂
„Wenn wir von ´lieben lernen` sprechen, so ist es eigentlich die Aufmerksamkeit auf die Realität des Anderen, die zu lernen ist. “ Dorothee Sölle
Der Andere? Dorothee Sölle schreibt weiterhin:
Der furchtbare Tod der Beziehungslosigkeit
„Wir atmen noch, konsumieren weiter, wir scheiden aus, wir erledigen, wir produzieren, wir reden noch vor uns hin und leben doch nicht. … Alleinsein und dann alleingelassen werden wollen; keine Freunde haben und dann den Menschen misstrauen und sie verachten; die anderen vergessen und dann vergessen werden; für niemanden da sein und von niemandem gebraucht werden; um niemanden Angst haben und nicht wollen, dass einer sich Sorgen um einen macht; nicht mehr lachen und nicht mehr angelacht werden; nicht mehr weinen und nicht mehr beweint werden; der schreckliche Tod am Brot allein. … Das ist der Tod, von dem die Bibel spricht; der Mensch, für den die anderen nicht Reichtum bedeuten, Herausforderung, Glück, sondern Angst, Bedrohung, Konkurrenz, der Mensch, der von Brot allein lebt und daran stirbt, am Brot allein, von dem man nicht leben kann.“
Mir fällt dazu ein Märchen ein, das eigentlich keines ist. Die Realität beweist uns, dass es gerade heutzutage oftmals zutrifft, dass …..
Der alte Großvater und sein Enkel
Es war einmal ein steinalter Mann, dem waren die Augen trüb geworden, die Ohren taub, und die Knie zitterten ihm. Wenn er nun bei Tische saß und den Löffel kaum halten konnte, schüttete er Suppe auf das Tischtuch, und es floss ihm auch etwas wieder aus dem Mund. Sein Sohn und dessen Frau ekelten sich davor, und deswegen musste sich der alte Großvater endlich hinter den Ofen in die Ecke setzen, und sie gaben ihm sein Essen in ein irdenes Schüsselchen …; da sah er betrübt nach dem Tisch und die Augen wurden ihm nass.
Einmal auch konnten seine zitterigen Hände das Schüsselchen nicht fest halten, es fiel zur Erde und zerbrach. Die junge Frau schalt, er sagte aber nichts und seufzte nur. Da kauften sie ihm ein hölzernes Schüsselchen für ein paar Heller, daraus musste er nun essen.
Wie sie da so sitzen, trägt der kleine Enkel von vier Jahren auf der Erde kleine Brettlein zusammen. ‚Was machst du da?‘ fragte der Vater. ‚Ich mache ein Tröglein,‘ antwortete das Kind, ‚daraus sollen Vater und Mutter essen, wenn ich groß bin.‘
Da sahen sich Mann und Frau eine Weile an, fingen endlich an zu weinen, holten sofort den alten Großvater an den Tisch und ließen ihn von nun an immer mitessen, sagten auch nichts, wenn er ein wenig verschüttete.
Gebrüder Grimm (Grimms Märchenbuch)
Dieses Märchen berührt doch sehr, findet ihr nicht? Doch es hat ein Happy End.
Der Sozialphilosoph Jürgen Habermas jedoch ist der Meinung:
Wir verfügen noch nicht über eine „semantische Differenz“ zwischen dem, „was moralisch falsch, und dem, was zutiefst böse ist.“
Ich hoffe, er hat wenigstens in diesem Punkt Unrecht. Zumindest haben doch die meisten von uns schon früh gelernt: Du sollst Vater und Mutter ehren!
All dies waren spontan aufkommende Gedanken und Zwischenbetrachtungen, während ich das Buch „Mystik und Widerstand“ von Dorothee Sölle las. Ich bin damit immer noch nicht zu Ende, weil … ja, darum vielleicht:
„Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, warum lesen wir dann das Buch?“ (Franz Kafka)
Damals, als ich noch ein Kind war – dein erstes Enkelkind, das du tagein tagaus immer „im Schlepptau“ hattest. Bei der Gartenarbeit, beim Schweine- und Hühnerfüttern, bei der Arbeit auf dem Acker, wo Kartoffeln, Kukuruz (Mais) und Sonnenblumen wuchsen und auch, während du gekocht und gebacken hast.
Ich hing dir stets am Rockzipfel. Mit deiner dunkelblauen, weiten Schürze hast du mir unermüdlich die beschmutzten Händchen abgewischt und bei dieser Gelegenheit auch gleich noch die kleine, triefende Nase geputzt. All deine Aufmerksamkeit und deine ganze Liebe gehörten mir. Deine gütigen, liebevollen Augen ließen mich nie daran zweifeln.
Oft sah ich in ihnen die kleinen, leuchtenden Lichter funkeln. Und wenn ich fragte: „Oma, darf ich bei dir schlafen?“, hast du amüsiert gelächelt.
Natürlich durfte ich und kuschelte mich an sie, wenn sie mir zum Einschlafen Geschichten aus ihrer ungarischen Heimat erzählte. In diesen Momenten war ich wohl das glücklichste Kind der Welt.
Ich wünschte so sehr, sie würde mich mit ihren warmherzigen Augen noch einmal so anschauen. So wie damals ….
Manchmal lese ich wieder das wunderschöne Gedicht „Großmütterchen“ von Karl May, denn es erinnert mich sehr an sie.
Großmütterchen
Sie trug mich stets auf ihren Armen; Sie lehrte mich den ersten Schritt. Und weinte ich zum Herzerbarmen. So weinte sie erbarmend mit. Wenn sie des Abends mich ins Nestchen Mit linder Segenshand gebracht. So bat ich: »Bleibe noch ein Restchen«, Und meinte da »die ganze Nacht«.
Und wenn ein böser Traum mich schreckte. So saß sie da beim kleinen Licht, Nahm weg den Schirm, der es bedeckte. Und sah mir liebend ins Gesicht. Trotz ihrer hellen Augensterne Tat ich sodann die Frage doch: »Ich träume ohne dich nicht gerne; Großmütterchen, sag, wachst du noch?«
Zwar ist sie längst von mir gegangen; Ich selbst bin alt, fast schon ein Greis, Und fühl mich doch von ihr umfangen. Die mich noch jetzt zu segnen weiß. Stets ist es mir, geh ich zur Ruhe, Als setze sie sich zu mir hin. Und wenn ich etwas Wichtiges tue. Kommt sie mir hilfreich in den Sinn.
So oft ich Sterne leuchten sehe, Hell wie in meiner Jugendzeit. Hör ich ihr Wort: »Was auch geschehe. Du und dein Glück, ihr seid gefeit.« Dann möcht ich, wie in jenen Tagen, Zwar überflüssig, aber doch Die lieben, lieben Sterne fragen: »Großmütterchen, sag, wachst du noch?«