Ein weiteres Highlight der Sonderausstellung „Amerika nach dem Eis“ war für mich „Die Dame von Las Palmas“. Sie ist über 11000 Jahre alt. Gefunden wurde sie in einem Cenote bei Tulum in Mexiko (Cenote = ein dolinenartiges Kalksteinloch, das durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden und mit Süßwasser gefüllt ist). Die Tulum-Höhlen in Tauchgängen zu erforschen ist gefährlich und es muss ein ganz besonderer und spannender Moment für die Taucher gewesen sein, als sie das Skelett dieser alten Dame fanden. Es ist das älteste Skelett, das bis jetzt auf der Halbinsel Yucatan gefunden wurde.
Über diesen bedeutenden Höhlen-Tauchgang und die Entdeckung dieser Frau habe ich ein faszinierendes Video – es ist in deutscher Sprache – gefunden, das uns diesen atemberaubenden Moment miterleben lässt – ab Zeitposition 7:30 !!! (ich finde alle drei Teile dieser SPIEGEL TV-Folge sehr spannend und lehrreich!)
Betörend schöne Bilder zu beschwingenden Klängen
zauberhaftes für Auge und Ohr
Sehnsucht breitet sich in mir aus
„Nehmt mich mit!“ – ich will auch zum Himmel empor:
„Nehmt mich mit! Ich kann nicht höher steigen,
zu den Sternen führt kein Weg empor.
Euch doch sind die seligen Weiten eigen! –
Aber schon verhallte fern ihr Chor.“
Poetische Worte aus eines Dichter’s Mund
lösen nun noch mehr Sehnsucht aus
sie schienen mir schon längst vergessen
doch nun strömen sie aus meiner Seele heraus:
SEHNSUCHT
Einen höchsten Berg hatt‘ ich erstiegen,
weithin blaute uferloser Tag,
große, fremde Vögel sah ich fliegen,
sonnenwärts mit raschem Flügelschlag.
Nehmt mich mit! Ich kann nicht höher steigen,
zu den Sternen führt kein Weg empor.
Euch doch sind die seligen Weiten eigen! –
Aber schon verhallte fern ihr Chor.
Abwärts stieg ich unter Wäldersausen,
Bäche stürzten neben mir zu Tal:
Immer hört ich nur das mächtige Brausen
dieser Schwingen, hört es mir zur Qual.
„Bleibe nur in deiner stillen Hütte,
wo ein kleines Glück dir aufgetischt,
und auf deines Herdes Feuer schütte
neue Kohlen, daß es nicht erlischt.“
Aber immer treibt es mich nach oben,
endlos kuppelt sich das Himmelsdach,
und die Arme sehnsuchtsvoll erhoben,
weint mein Herz den großen Vögeln nach.
Gerade las ich einen Beitrag zum Thema „Lebenssinn“ – sowie Fragen, die mich auch beschäftigen. Viele Gedanken und „Antworten“, die ich u.a. bei zwei von mir sehr geschätzten Wissenschaftlern/Autoren fand: Viktor Frankl und Charlotte Bühler, gehen mir durch den Kopf.
In oben erwähnten Eintrag las ich die Aussage:
„immer wieder gibt es menschen,
die sich auf der suche befinden
nach dem sinn ihres lebens.“ …
„Na, Gott sei dank denken manche Menschen auch über dieses Thema nach!“, kommt mir in den Sinn.
Einst stiess ich auf folgendes Zitat meines Lieblingsautors Hermann Hesse, der sich auch intensiv mit der „Sinnfrage“ beschäftigte:
„Das Leben ist sinnlos, grausam, dumm und dennoch prachtvoll – es macht sich nicht über den Menschen lustig (denn dazu gehört Geist), aber es kümmert sich um den Menschen nicht mehr als um den Regenwurm … Erst dann, wenn man die ganze Scheußlichkeit der Sinnlosigkeit der Natur in sich aufgenommen hat, kann man beginnen, sich dieser rohen Sinnlosigkeit gegenüber zu stellen und sie zu einem Sinn zu zwingen. Es ist das Höchste, wozu der Mensch fähig ist, und es ist das Einzige, wozu er fähig ist. Alles andere macht das Vieh besser.“
… also der „Sinnlosigkeit“ einen Sinn geben! NICHT suchen, sondern geben. Und genau so verstehe ich auch Viktor Frankl und Charlotte Bühler. Ich soll nach dem suchen, was meinem Leben Sinn geben kann, damit es am Ende dann ein sinnvolles Leben war. Ich bin mir darüber bewusst, dass ich das, wenn ich Glück habe, erst an meinem Lebensende, vielleicht in meiner Sterbestunde, wissen werden, denn meine „Sinngebung“ ist ja noch nicht abgeschlossen. Noch „suche“ (beobachte, lerne) ich, was meinem Leben zur Erfüllung dieser Aufgabe nützlich sein könnte, nämlich ein sinnvolles Leben zu führen. Ich „studiere“ das Leben anderer Menschen (Hermann Hesse, Viktor Frankl, Hildegard von Bingen, Charlotte Bühler, Steve Stevens, der tolle Flamencogitarrist 😉 etc.), die von sich sagen, dies oder jenes hat meinem Leben Sinn gegeben. Käme das vielleicht für mich auch in Frage? Habe ich die Fähigkeit dazu, diese Aufgabe mit Erfolg umzusetzen? Würde mich denn diese Aufgabe auch erfüllen und meinem Leben einen Sinn geben?
Es geht also nicht darum, über den Sinn meines Lebens Bescheid zu wissen (das ist leider nicht möglich), sondern das zu finden, was meinem Leben Sinn gibt.
Ich bin keine Psychologin oder Wissenschaftlerin, weiss, dass ich nicht viel weiss. Aber ich glaube, was Viktor Frankl sagt (sinngemäss): „Jeder Mensch, selbst der einfachste Mann von der Strasse, weiss ganz tief in seinem Innersten, wie er es anstellen muss, um diese Sinnhaftigkeit fühlen zu können.“
Und wer sich wirklich in positivem Sinne für diese Frage interessiert, findet hier Antworten (ich möchte eigentlich JEDEM diesen Vortrag ans Herz legen – besonders die Stelle ab 36:10 im Video):
Und Hermann Hesse schrieb weiterhin:
„Für den, der alt geworden ist, war das Suchen ein Irrtum und das Leben verfehlt, wenn er nichts Objektives, nichts über ihm und seinen Sorgen Stehendes, nichts Unbedingtes oder Göttliches zu verehren gefunden hat, in dessen Dienst er sich stellt und dessen Dienst allein es ist, der seinem Leben Sinn gibt.“
Damit stand Hesse am Anfang der Lösung des Rätsels. Mit seinen Worten bekennt er dieses „Gottahnen“, aber es ist nicht die letzte Erkenntnis des Lebenssinnes selbst. Er bleibt dabei: der Mensch muss dem Leben Sinn geben.“
Dies sind meine Gedankengänge zum Thema und sie sind keinesfalls zu ende gedacht!