Spitzen und Tränen – die neue Frida Kahlo-Ausstellung

 

„Willkommen im Museum!“, begrüßte mich Herr Gehrke mit einem bezaubernden Lächeln.

„Nehmen Sie sich Zeit und machen Sie es sich bequem.“ Natürlich, hier gibt es Stühle, viel Frida-Literatur und Kaffee!

Das ist fast wie ein nach Hause kommen und so ist das jedes Mal  🙂

Und auch „Es“ grüßte freundlich …  😉

Sogleich griff ich nach dem Programmheft, das nicht nur durch diese Ausstellung, sondern gleich durch Frida´s ganzes Leben führt – nach nun sechs erfolgreichen Ausstellungen in Baden-Baden ist es ganz schön umfangreich geworden. Eine Fundgrube an Wissenswertem und an „Geheimnissen“ für den, der Frida Kahlo verehrt wie ich.

IMG_4251

IMG_4252

„Wenn Sie meine Bilder sehen, die Ihnen die Geschichte meines Lebens, meiner Familie und Freunde erzählen, müssen Sie bedenken, dass ich den Pinsel habe, ich habe die Kontrolle, das zu malen, was ich will, und ich habe die Kontrolle, Ihnen die Realität so zu zeigen, so wie ich Ihnen diese gerne zeigen möchte.“ (Text im Programmheft)

Ich schaute mich um, verschaffte mir einen ersten Überblick (zum Vergrößern bitte anklicken):

Unvorstellbar, ich bekam hier eine Vorstellung von „Fridas Liebe zu Schönheit, Eleganz und wie sie ihre ausgearbeiteten Kleider, Spitzen und den Schmuck dazu benutzte ihren armen, schmerzhaften Körper zu bedecken“  …. wie in der Vorankündigung zu dieser Ausstellung beschrieben.

Dann fiel mein Blick auf einen sehr schönen Schrank. Im Programmheft las ich: „Jetzt sehen Sie den Schrank, den ich in meinem Schlafzimmer hatte und den ich für mein Puppenhaus benutzte.“ Sie sammelte Puppen, Puppenstuben-Möbel und viele niedliche Kleinigkeiten. Das tat sie, weil sie für immer ein Kind bleiben und nie erwachsen werden wollte. Das Puppenhaus zeigt eine doppelte Identität: auf der einen Seite die schweren, massiven Holzmöbel, die Kultur ihres Vaters, und auf der anderen Seite die bunte Kultur Mexikos – die Welt ihrer Mutter. Es ist faszinierend, diese Gegensätze im Schrank zu vergleichen und Rückschlüsse auf Fridas Leben zu ziehen.

Danach wandte ich mich ihren Gemälden zu. Ich sah Frida …  viele beeindruckende und ausdrucksstarke Fridas! :

Zu jeder Frida gibt es eine interessante Geschichte im Museum bzw. in dieser Ausstellung zu erfahren … das letzte Bild in meiner Galerie z.B. ist ein ganz ungewöhnliches Selbstportrait. Es trägt den Namen „Der Rahmen“ und hier hat sie mit verschiedenen Materialien gearbeitet. „Dieses Werk wurde zum ersten Gemälde eines mexikanischen Künstlers des 20. Jahrhunderts, das vom Louvre gekauft wurde und noch heute ist es mein einziges Gemälde, das in Europa in einem Museum zu sehen ist.“ (Text aus dem Programmheft).  Dieses Werk ist grandios und ich kann mich kaum von diesem Anblick trennen. Wunderschön – was für eine Arbeit!

Aber sie hat nicht nur sich selbst gemalt, sondern u.a. auch „IHN“ – ihren zweiten Unfall, der noch schlimmer war als der erste, der Busunfall. Sie hat ihn besser aussehend gemalt, als er es in Wirklichkeit war … sie liebte ihn! Mehr als alle Anderen, die sie später noch kennen und lieben lernte. Links auf dem Bild ist er, wie er wirklich war:

Ihre Wirklichkeit war schrecklich mit diesem Diego Rivera, der sie immer wieder verletzte und betrog. Trotzdem liebte sie ihn … und malte. Sie malte alle Stationen ihres schwierigen Lebens. Viele Gemälde sind im Museum zu bewundern, zu viele, um hier darüber zu berichten.

Es ist ohnehin mit einem persönlichen Davorstehen, Betrachten und Bewundern nicht zu vergleichen – unmöglich, dies zu beschreiben.  Jeder, der sich wirklich dafür interessiert, sollte nicht versäumen, dieses Museum und diese Ausstellung zu besuchen. Ich denke, nur so ist es möglich, Fridas außergewöhnliches und spannendes Leben im Zusammenhang zu begreifen.

Ihr letzter Eintrag vor ihrem Tod in ihrem Tagebuch war:

„Ich hoffe, das der Ausgang freudig ist und ich hoffe, nie wieder zurückzukehren.“

Ich persönlich werde immer wieder ins Museum zurückkehren, um in ihr Leben und in die Farben Mexikos einzutauchen. Um die Stärke, den enormen Lebenswillen und die außergewöhnliche Liebesfähigkeit dieser besonderen Frau nachvollziehen zu können. Es ist jedes Mal ein großartiges, berührendes Erlebnis, das inspiriert und zum Nachdenken anregt … über Menschen, Tragödien und die Liebe zum Leben.

Und hier noch das Wichtigste – das Museum:

http://www.kunstmuseum-gehrke-remund.org/besucher-info.html

oder hier:

https://www.facebook.com/KunstmuseumGehrkeRemund/

Frida Kahlo – „Ich male keine Träume“

 

Nein, sie malte ihre Wirklichkeit, die mich wieder zutiefst berührt hat.

Heute besuchte ich die neue Frida Kahlo-Ausstellung in Baden-Baden. Gleich nachdem ich die Räume betrat und die ersten Gemälde sah, schwappten bei mir mal wieder die Emotionen über. Ich tauchte ein in die strahlenden Farben Mexikos und in das leiderfüllte Leben dieser großartigen Künstlerin – in ihre Wirklichkeit.

http://www.kunstmuseum-gehrke-remund.org/

Diese Ausstellung hat mich wieder, wie auch die bereits vorangegangen, ungeheuer beeindruckt. Die Liebe von Frau Dr. Remund und Herrn Gehrke zu dieser Künstlerin ist in jedem Detail spürbar – kein Wunder, dass hier der Funke auf viele Besucher überspringt. In dieser Ausstellung wurde wieder meine große Bewunderung für Frida Kahlo und ihre Leidenschaft, mit der sie gelebt hat, angefacht und ich hätte Stunden vor den Gemälden, insbesondere den neuen, verbringen können. Auch die Fotos und Videos haben mir sehr gefallen.

Und das 60-seitige Ausstellungsbegleitheft / Katalog , in deutsch, französisch, spanisch und englisch verfügbar, begeistert mich erneut. Darin wird jedes Gemälde, jede Fotografie, Kleid oder Schmuckstück im Kontext vom Leben, Leid und Leidenschaft von Frida Kahlo, ihrer Familie, ihrer Freunde und Liebhaber beschrieben – manches Geheimnis wird gelüftet. Ich habe es mir natürlich gekauft, damit ich auch zuhause nochmal alles nachvollziehen kann, was ich in der Ausstellung vielleicht übersehen haben könnte. Oft ein Anlass für mich, eine Ausstellung ein zweites Mal zu besuchen.   🙂

Ich bin Frau Dr. Remund und Herrn Gehrke sehr dankbar für diese interessante Begleitlektüre und ich bewundere außerordentlich, was hier mit viel Recherche und Ausarbeitung geschaffen wurde.

Natürlich bin ich nicht gegangen, ohne mir eine neues Buch zu leisten – es ist für mich der krönende Abschluss eines wundervollen Erlebnistages im Kunstmuseum Gehrke-Remund in Baden-Baden … unbedingt zur Nachahmung empfohlen!

Das Buch enthält wunderschöne Fotos und die Liebesgeschichte von Frida Kahlo und dem Fotografen Nickolas Muray, den sie nie vergessen wird … so wie ich die wundervolle Ausstellung, die ich heute Besucht habe, nicht vergessen werde.

Meinen ganz herzlichen Dank noch an Herrn Gehrke, für die freundliche Begrüßung und die Informationen während des Besuches. Mein Wissen über Frida Kahlo  wurde wieder ein Stückchen erweitert   🙂

Hier noch ein paar Impressionen von den Räumen und der wunderschönen Ausstattung – ich habe mich gefühlt, als stände ich in Mexiko :

Solch eine einzigartige Ausstellung sieht man nicht alle Tage. Also unbedingt besuchen, wer die Gelegenheit hat!

Frida Kahlo – sie ist wieder in Baden-Baden !

Ich erinnere mich noch genau an diesen Tag – am 20.11.2009:

Frida Kahlo – mein Tag in einer anderen Welt!

Eine Welt zum Eintauchen. Farbenrausch und Emotionen, die ich so schnell nicht vergesse. Schon oft besuchte ich die Frau, die unglaublich viel über sich zu erzählen hat. Frida Kahlo, die ihre ganze Leidenschaft, ihr Leid und ihren unglaublichen Schmerz in ihren Gemälden ausdrückt wie keine andere. Sie hat mir wieder viel erzählt, über sich selbst, über das Leben, ihre Gefühle und über den Tod.

p1040139

Sie war eine Frau, schwach und stark zugleich. Eine schöne, begehrte Frau, deren Leben bereits mit 48 Jahren endete. Doch war es ein Leben voller Turbulenzen, sehr exzentrisch und geprägt von ungeheurer Leidenschaft, von unerträglichem Leid und Schmerz.
In ihren Gemälden fand ich auf beeindruckende Weise die Herausforderungen des Lebens wieder. Leidenschaft, Liebe und Widerstände, die mich mitleiden und tatsächlich auch mitweinen ließen. Ihre Geschichte habe ich in vielen spannenden Büchern, die ich inzwischen gelesen habe, kennen gelernt. Auch ihre Gedichte, festgehalten in ihrem Tagebuch, sind wunderschön und unsagbar berührend:

aus „Blicke die ich sage“ (Renate Kroll)

tagebuch-seite-61_p1050441

„Warum nenne ich ihn meinen Diego?
Er war nie mein und wird es nie sein.
Er gehört sich selbst.
_________________________
_________________________

rennend
so schnell es geht ….“

(Tagebuch Seite 61)

… und dann unglaublich, wie sie ihre unsagbare Liebe zu Diego bekennt – ein Geständnis, das wie ein Gelübde klingt:

„Niemand wird je wissen wie sehr ich
Diego liebe. Ich will nichts was
ihn verletzt. nichts was ihn stört
und ihm die Kraft nimmt die er
braucht um zu leben –
Leben wie es ihm
gefällt. Malen, schauen,
lieben, essen, schlafen, sich allein
fühlen, aber ich will nie
dass er traurig ist.
Hätte ich Gesundheit
würde ich sie ihm ganz geben wollen
hätte ich Jugend
könnte er sie ganz nehmen.
Ich bin nicht nur deine
~ Mutter ~ “

(die von ihr unterstrichenen Worte enthalten eine Aussage! – Buch Seite 98)

 

p1040167

Nach Baden-Baden führen ihre deutschen Wurzeln. Und hier im Museum, in diesem wundervollem Ambiente, ist es  fast wie bei ihr zuhause in Mexiko. Im Casa Azul, dem blauen Haus mit dem schönen Garten. Ein Brunnen im wunderschön bepflanzten „Innenhof“, ein aztekischer Altar und im Hintergrund leise mexikanische Musik – einfach wunderbar für die Seele.

p1040140

p1040145

All dies fand ich in einer hervorragend gelungenen Ausstellung – beeindruckend, großartig, einzigartig !
Auf über 600 qm Ausstellungsfläche bestaunte ich über 100 Gemälde, die umfangreichste Frida Kahlo Sammlung aller Zeiten.

p1040146

Eine Ausstellung, mit so viel Liebe präsentiert, wie ich es vorher kaum erlebt habe.
Präsentiert von Herrn Gehrke und Frau Dr. Remund, die ich persönlich im Gespräch kennen lernen durfte. Es war sehr schön und interessant, mit diesen beiden liebenswerten und sympathischen „Kennern und Könnern“ plaudern zu können. Ja, beide kennen Frida Kahlo sehr gut und beide konnten sie mit ihrem Kunstmuseum in Baden-Baden ein Werk schaffen, das dieser beeindruckenden Frau gerecht wird. Dem Lebenswerk und der Lebensgeschichte der Frida Kahlo.

Neben ihren Gemälden sind auch viel Literatur, Kleider und Schmuck zu sehen und einen kleinen Shop gibt es auch noch – kleine Erinnerungen erfreuen schließlich die Seele und machen dieses Erleben noch für lange Zeit „anfassbar“.

Ich liebe es, ihre farbenprächtigen Gemälde zu betrachten und dabei den Bildbesprechungen zu lauschen. Gemälde, die ihre Lebens- und Leidensgeschichte, ihre Gedanken und Gefühle erzählen.

Mindestens zwei Stunden sollte man investieren – bei mir vergeht dort die Zeit wie im Flug. Ich finde es einfach wundervoll in dieser schönen Atmosphäre, dem Ambiente, inmitten der Kunst und Musik … stundenlang könnte ich dort verweilen. Immer wieder gibt es etwas zu entdecken, das mich bezaubert .

Auf You Tube gibt es mehrere schöne Videos. Hier ist z.B. eines davon (es lohnt sich, diese anzuschaun.

 

Ein Hinweis:  diesen Besuchsbericht schrieb ich gleich nach meinem ersten Besuch der Ausstellung 2009. Ich habe die Ausstellung danach noch mehrmals besucht, was meine Faszination von Besuch zu Besuch steigerte. Und ich werde sie wieder besuchen !!!

Und nun die grossartige Neuigkeit:

Zurück aus den USA – ab 12.11.2016, nun verlängert bis Ostermontag, 17. April 2017 in Baden-Baden

Bild

Neuigkeiten dazu gibt es hier:

http://www.fridakahlostory.com/