Die vielen Tränen, die im Spiel wir verhüllen, geknicktes Hoffen, – ein todwundes Herz …

Jonas Kaufmann mit der Lieblingsarie meines Vaters … oh, wie oft hat er sie gesungen und mich mit dieser Arie zum Opernlieben verführt. Damals hörte ich es von einer  alten LP und Beniamino Gigli sang … ich erinnere mich, als ob es erst gestern gewesen wäre. Und nun brilliert er mit diesem Meisterwerk:

Und genau so hörte sich das damals an – mit dem grossen Tenor Beniamino Gigli … ich glaub, jetzt muss ich weinen  – heute, am 30.April hätte mein Papa Geburtstag. Wie seltsam, dass ich gerade jetzt auf diese Arie stosse. Ich wollte doch nur nachschauen, was es bei Jonas Kaufmann Neues gibt ….

 

Deutsche Übersetzung
Bajazzo’s Lied

Jetzt spielen? Wo mich Wahnsinn umkrallet?
Wo kaum ich weiss zu stammeln, noch klar zu sehn!
Und doch: es muss sein –
Das Schicksal will’s.
Bah – bist Du denn ein Mann?
Bist nur Bajazzo!

Hüll’ Dich in Tand und schminke Dein Antlitz:
Man hat bezahlt ja – will lachen für’s Geld.
Und raubt der Arlequino Dir Deine Colombine,
Lache, Bajazzo, und alle werden Dich mit Beifall begrüßen.

Die vielen Tränen, die im Spiel wir verhüllen,
Geknicktes Hoffen, – ein todwundes Herz:
Ah – lach’ doch, Bajazzo, schneid’ tolle Grimassen,
Kennst kein Gefühl, bist ein Spielzeug zum Scherz!

Weiterführend …

 

Ich lasse mich gerne von ihr führen, von Ort zu Ort, von Mensch zu Mensch und von einem Märchen zum anderen.
Grimaud erzählt in ihrem Buch „Das Lied der Natur“ von Puschkin’s Gedicht über das Märchen vom Zaren Saltan: http://gutenberg.spiegel.de/buch/drei-m-5602/2
und von Rimski-Korsakow, der dieses Märchen in seiner Oper aufgegriffen und vertont hat
http://www.musikmph.de/musical_scores/vorworte/059.html
… Hélène Grimaud erzählt darüber im Zusammenhang mit dem „Schwan“ … ein sehr interessantes und spannendes Kapitel in ihrem Buch.

Da ich ein absoluter Opernfan bin, hat mich dies natürlich weitergeführt! In mir erklang plötzlich ein Lied, ebenfalls von Rimski-Korsakow. Dieses Lied ist so wunderschön, dass ich auf der Stelle darin „versinken“ kann – insbesondere, wenn ER es singt und ich frage mich, ob Hélène Grimaud es schon mal von ihm gehört hat … hmm, bestimmt hat sie das 🙂

Märchenhaftes von Zaren, Prinzen und Prinzessinen, von Schwänen und einem göttlichen Tenor, dem ersten, den ich in meinem Leben gehört habe – ich danke meinem Vater dafür, der ihn mir nahe gebracht hat. Ich hörte damals „bewusst“ die erste Arie meines Lebens und ich erinnere mich, wie ich damals dabei weinte … obwohl ich kein Wort verstand:

Und jetzt danke ich Hélène Grimaud, die mich mit ihrer faszinierenden, gedankenanregenden und daher weiterführenden Literatur nicht nur weiter- sondern auch zurückführt.