Eins nach Zehn …

 

Unbeschwert schlenderte ich über den kleinen Markt, erfreute mich an den bunten Marktständen und atmete den Duft von frischem Brot. Gleich neben dem Stand vom Bio-Bäcker strahlten mich prachtvolle Blumensträuße an und das Aroma handgefertigter Seifen zog an mir vorbei. Duftberauscht fiel mein Blick auf die Treppe, die zu meinem Lieblingscafé hinauf führte. Im Kirchturm begannen die Glocken zu läuten – es war Zehn.

Die kleine Terrasse des Cafe´s war noch menschenleer und ich nahm den kleinen Tisch mit der Eckbank. Während von drinnen Kaffeegeschirr und Silberbesteck klapperte, genoss ich von hier oben den Anblick auf den belebten Marktplatz. Um diese Zeit war es hier oben noch angenehm ruhig und sehr heimelig. Schon bald stieg der köstliche Duft von heißer Schokolade in meine Nase.

 

Ich schaute hinüber zu Hermann Hesses Geburtshaus und versank sogleich in Gedanken.

Ich dachte an seine Schilderungen über die für ihn „schönste Stadt von allen“.

Calw, es ist seine Heimatstadt, in der er seine Kindheit verbrachte. Später kam bei ihm zuweilen Heimweh auf, doch dann schrieb er : „Wenn ich ein Baum wäre, stünde ich noch dort . So aber kann ich nicht wünschen, das Gewesene zu erneuern. Ich tue das in meinem Träumen und Dichten zuweilen, ohne es in der Wirklichkeit tun zu wollen.“ (Mehr darüber ist in seinem Buch „Die Kunst des Müßiggangs“ zu lesen).

Manchmal kommt auch bei mir Heimweh nach diesem schönen Städtchen auf. Zum Beispiel im Frühjahr, wenn alles blüht und wenn die Brunnen und die Nagold plätschern.

Die letzten Jahre war ich jedes Jahr dort und immer in meinem Lieblingscafé Montagnola, gleich neben dem Hermann-Hesse-Museum. Doch dieses Jahr   🙁   …  auch dort ist zu lesen:

Aus gegebenem Anlass bleibt unser Café Montagnola bis auf weiteres geschlossen !!!

Ich denke an das, was Angela Merkel sagte:

„Bitte ziehen Sie alle mit. Tun sie jetzt das, was richtig ist für unser Land. Zeigen Sie Vernunft und Herz.“

Also gut, ich zeige Vernunft und fahre nicht nach Calw. Aber ich zeige auch, dass mein Herz gerade jetzt trotzdem in diesem Städtchen verweilt und ich in Gedanken im Café Montagnola sitze. Am Morgen, um Eins nach Zehn ….

Aquarell © chrinolo

 

Calw blüht :-)

 

Calw blüht ! Vor und nach meinem Museumbesuch geniesse ich dieses hübsche Städtchen, dieses heimelige Gefühl ganz in der Nähe von Hermann Hesse.
Samstag am Morgen ist Markt-Tag. Die Leute kaufen ein und danach geht’s ins Café Montagnola … eine wundervolle Atmosphäre mit tessiner Flair. Auch beim Lieblingsitaliener bei einer köstlichen Pizza. Dann noch ein kleiner Walk am Fluss entlang, die vertrauten Tierfreunde besuchen … es ist immer wieder ein schönes Erlebnis! Herz, was willst du mehr ? 🙂

Hier ein paar Impressionen:

So, nun geht es aber mit dem zweiten Teil meines Museumbesuches weiter … Hesse – Sonderausstellung „Eine Mythologie des Tessins“ – Teil II !

Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag 🙂

 

Happy in Calw …

 

„Los Hermännle, tanz mit!“, scheint sie zu sagen und packt ihn am Arm   😉

Wie schön für mich, dieses Video, das ich gerade entdeckt habe, anzuschaun. Calw tanzt! Oh, in Calw bin ich auch immer happy.  Alles im Video ist mir so vertraut, ich kenne dort jeden Winkel, jede Ecke. Mein Lieblingscafé Montagnola und meinen Lieblingsitaliener, der so leckere Spinat-Brokkoli-Pizza mit Knoblauch macht.

Und der Marktplatz und das Museum. Ach ja, und die Trauerweiden, deren lange Äste sanft den Fluss streicheln …. es ist sehr schön dort am Flussufer entlangzuspazieren.

Hermann hatte es ja nicht so mit dem Tanzen. Er lies sich zwar mal zu einem Tanzkurs überreden, aber das war wohl nix. Doch damals fanden die Tanzkurse ja auch in einem ganz anderen Rahmen statt. Vielleicht hätte es ihm heutzutage Freude gemacht, ein Tänzchen zu wagen … in dieser Art und Weise   🙂  .

Das macht wieder Lust auf Calw … im Frühling ist die schönste Zeit … bei schönem Wetter! 🙂