Unforgettable (Gedanken an einen Freund)

 

Ich werde SIE nie vergessen und werde IHN nie vergessen. In meinem Leben gehören sie gedanklich zusammen. „Mahalia Jackson“, die Königin des Gospel, deren Stimme in mir immer wieder Gänsehaut erzeugt und mein Freund Klaus, der dies wusste und mir ihre CD schenkte, damit ich sie immer hören kann.

Beide haben unserer Welt den Rücken gekehrt und sind nun zuhause. Während ich nun ihre Stimme höre, fühle ich wieder den Schmerz des Verlustes meines Freundes, der ein ganz besonderer Mensch für mich war – ein richtiger Freund, wie man ihn höchstens ein oder zwei Mal im Leben hat. Jemand, der es verstand meine Seele zu berühren. Am 04.12.2009 hatte diese unvergessliche Freundschaft mit seinem Tod ihr Ende gefunden.

Nein, er hatte keine Angst vorm Sterben – niemals! Er war Fallschirmspringer und hatte die ganze Welt bereist, war lange Zeit in Indien und hat dort viel gelernt – wie auch Hermann Hesse, der dieses Land liebte und darüber in seinem Buch „Siddartha“ berichtete. Und Klaus liebte Hesse, war überhaupt sehr belesen. Er kannte keine Angst, wusste er doch so viel über die Wiedergeburt, die Unsterblichkeit der Seele ……. er hat mir so viel darüber erzählt!

Wir diskutierten über Glaubensfragen, über Zufälle, über die Seele, über das Leben nach dem Tod …… er glaubte fest daran, hat immer wieder versucht, mich zu überzeugen. Vielleicht tut er das immer noch? Jetzt, da ich mich seit seinem Sterben noch mehr mit diesen „Glaubenssätzen“ beschäftige, mir so viele Gedanken darüber mache. Er hätte zu mir gesagt: „Versuche nicht traurig zu sein, denn meine Seele ist ja nicht gegangen. Ich bin in deiner Nähe!“

Natürlich werde ich auch weiterhin darüber nachdenken, an ihn und an das, was er mir alles erzählt hat. Enormes Wissen, das er während der vielen Jahre zwar für SICH gesammelt hatte, jedoch gerne an mich weitergab. An vielen Abenden beim Zusammensitzen und Philosophieren über Götter und die Welt. Über Alles, was das Leben lebenswert macht. Er liebte das Leben und fürchtete nicht den Tod. So war er und so ist jetzt wohl seine Seele – irgendwo da draußen.

Ich höre SIE und denke dabei an IHN … der mir über Jahre hinweg so viel Schönes schenkte.

Die vielen Tränen, die im Spiel wir verhüllen, geknicktes Hoffen, – ein todwundes Herz …

Jonas Kaufmann mit der Lieblingsarie meines Vaters … oh, wie oft hat er sie gesungen und mich mit dieser Arie zum Opernlieben verführt. Damals hörte ich es von einer  alten LP und Beniamino Gigli sang … ich erinnere mich, als ob es erst gestern gewesen wäre. Und nun brilliert er mit diesem Meisterwerk:

Und genau so hörte sich das damals an – mit dem grossen Tenor Beniamino Gigli … ich glaub, jetzt muss ich weinen  – heute, am 30.April hätte mein Papa Geburtstag. Wie seltsam, dass ich gerade jetzt auf diese Arie stosse. Ich wollte doch nur nachschauen, was es bei Jonas Kaufmann Neues gibt ….

 

Deutsche Übersetzung
Bajazzo’s Lied

Jetzt spielen? Wo mich Wahnsinn umkrallet?
Wo kaum ich weiss zu stammeln, noch klar zu sehn!
Und doch: es muss sein –
Das Schicksal will’s.
Bah – bist Du denn ein Mann?
Bist nur Bajazzo!

Hüll’ Dich in Tand und schminke Dein Antlitz:
Man hat bezahlt ja – will lachen für’s Geld.
Und raubt der Arlequino Dir Deine Colombine,
Lache, Bajazzo, und alle werden Dich mit Beifall begrüßen.

Die vielen Tränen, die im Spiel wir verhüllen,
Geknicktes Hoffen, – ein todwundes Herz:
Ah – lach’ doch, Bajazzo, schneid’ tolle Grimassen,
Kennst kein Gefühl, bist ein Spielzeug zum Scherz!

Von wegen horizontal – solche „Göttinnen“ stehen aufrecht ! ;-)

Irgendwie kam sie mir wohl doch bekannt vor, diese Dame im Hafen von Konstanz. Gesehen habe ich sie sonst noch nirgendwo und ihren Namen kannte ich auch nicht. Doch der Gedanke an ihre Erscheinung liess mich nun doch nicht los. Ich erinnerte mich noch, dass vor ca. 20 Jahren die Presse voll war mit Skandalgeschichten über diese Figur, aber Einzelheiten hatte ich vergessen. Nun, ich habe nachgeschaut, wer sie ist und dabei fiel mir dann auch ein, dass es noch so eine Edelhure bzw. Göttin in der Geschichte gibt. Letztere heisst Inanna und ihre Geschichte hat mich auch mal interessiert, sogar so sehr, dass ich sie gemalt habe. Beide weisen Ähnlichkeiten auf, in ihrer Pose wie auch in den Aussagen, die über sie getroffen werden.

Hier wird über die Imperia aus Konstanz berichtet:  erotische Ausstrahlung, göttliche Schönheit und Macht über „zwergenhafte runzlige Männlein“.

https://de.wikipedia.org/wiki/Imperia_(Statue)

Imperia_Konstanz_IMG_6891

 

…  und hier über Inanna aus Uruk. Hervortretend sind ihre Eigenschaften als Göttin der Liebe und des Geschlechtslebens, als kriegerische und eroberungssüchtige Gottheit. Des Weiteren gilt sie als Inbegriff alles Weiblichen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Inanna

Inanna_IMG_5056

Wenn ich nun die Imperia anschaue und mein Gemälde der Inanna, dann komme ich nicht umhin … also beim Anblick der Imperia in Konstanz traten bei mir auch Erinnerungen auf. Allerdings an einen Ort, den ich noch nicht besucht habe. Aber gewünscht hatte ich es mir schon: Sumer  –  den südlichen Teil der Kulturlandschaft des mesopotamischen Schwemmlandes, das sich zwischen der heutigen Stadt Bagdad und dem Persischen Golf erstreckt. In dieser Region vollzogen die dort lebenden Sumerer erstmals in der Menschheitsgeschichte den Übergang zur Hochkultur und erfanden mit der Keilschrift die Schrift.  (auch in Wiki nachzulesen!)

So, inwieweit diese Damen nun eher Göttinnen oder doch mehr eifrige Metzen waren, überlasse ich der geschichtlichen (Fort-) Bildung der Leser/innen… 😀