Freigegeben ab 18 !

 

Die unter 18 gucken jetzt bitte weg, wenn ich über diese pikante bzw. eventuell beflügelnde Begegnung berichte.

Heute morgen, die Sonne war gerade aufgegangen und es waren schon Spuren von blauem Himmel zu sehen, begab ich mich ins Freizeitreservat Fliegenwind, ein paradiesisches Fleckchen für allerlei Getier. Wenn ihr den Ort googeln wollt, findet ihr ihn unter „Tiergehege Muggensturm“!

Ich schlenderte dort zum See und kam bei den Gänsen vorbei. Dort leben drei, zwei Gänseriche  und eine Gans. Sie schliefen alle noch und sie taten dies nicht liegend wie wir Menschen, sondern stehend auf einem Bein. Hier der Beweis:

Die etwas schief stehende ist die Gans. Sie hatte nach der letzen anstrengenden Nacht wohl einige Gleichgewichtsprobleme.

Eigentlich wollte ich nicht stören, aber durch meine Knipsgeräusche (ein hell klingendes „blinggg“, wenn ich die Kamera starte) wurden sie wach und beschlossen verärgert, die letzte Nachtaktivitäten fortzusetzen. Sie watschelten mit lautem Geschnatter zum See und ich folgte ihnen.

Die Gans schwamm dort voraus und die zwei Gänseriche wie üblich hinterher (diese Reihenfolge ist naturgegeben, vollzieht sich auch bei uns Menschen meistens so).

Bald überholten die zwei Gänseriche und der eine rief dem anderen zu:“Heee Kumpel, die Uschi da krieg heute ich, damit das klar ist!“

Er schwamm was das Zeug hielt, um weiter draußen im See die Uschi in Empfang nehmen zu können.

In einiger Entfernung stand er dann im Wasser und wartete ungeduldig.

„Na, bist du endlich da? Und wo bleibt das Essen?“, schnatterte er sie ungehalten an. Nun ja, bei den Gänsen herrschen etwas andere Gepflogenheiten als bei uns Menschen. Bei uns kocht heutzutage oft der Mann  😉

„Oh, mein wohl wollender, kluger Gänserich, einen Moment bitte, ich tauche sofort und bring dir sofort dein Essen!“, säuselte sie mit leisem Geschnatter, drehte sich um und tauchte sofort den Kopf unter Wasser. Dem Gänserich war dieser Anblick nicht unangenehm.

Schon bald servierte sie ihm sein Essen.

„Und? Hat es dir geschmeckt, mein Bürzelchen? Möchtest du jetzt deinen Nachtisch?“,  schnatterte sie und blinzelte ihn verführerisch von der Seite an.

„Das essen war wie immer. Das nächste mal ein bisschen mehr Gewürz, wenn´s geht!“, entgegnete er satt und etwas träge. „Nun komm und zeig´ mir, dass mir dein Nachtisch besser bekommt!“

Sie schwammen auf das Apartment zu, in dem gewöhnlich der Nachtisch serviert wird.

„Und? Hat dir der Nachtisch geschmeckt, mein Liebling?“ fragte sie anschließend zaghaft mit verschämt gesenkten Blick.

Doch da kam nichts! Der Gänserich säuberte sein Gefieder und erhob sich.

Wie das alles nun bei der Gans angekommen ist, kann ich aus menschlicher Sicht nicht beurteilen. Ich sah nur noch, dass der Gänserich anschließend kalt lächelnd … ähm … schnatternd davon schwamm    😲 .

 

Von wegen „dumme Gans !“

„Aus dem Gebrauch von Tiernamen in beleidigender Absicht
spricht vor allem Unkenntnis der Zoologie.“
Prof. Dr. Konrad Lorenz
Selbstverständlich denke ich an ihn, wenn ich mich in Gesellschaft von diesen Tieren, die er so geliebt hat, befinde.
„Einstein der Tierseele“ wird er genannt und „Gänsevater“. Auf jeden Fall liebe ich seine Bücher, die ich besitze und gerne weiterempfehle:
Auf ihn aufmerksam wurde ich durch einen Spiegel-Artikel und dann nahm meine Neugier ihren Lauf   🙂
„Lorenz, der Alte, dem selbst Kritiker Einstein-Format nicht absprechen, er, diese, wie Margaret Mead schwärmte, „großartige, dramatische Figur“, wird wie ein heiliger Franziskus bestaunt, wenn er berichtet, wie Tiere miteinander umgehen. „Du bist mein Held, dir vertraue ich“, signalisiert da die Gans dem Ganter, und auch „Ich liebe dich“ kann sie auf ihre Weise zum Ausdruck bringen.“ …
All diese Gedanken gingen mir wieder durch den Kopf  ( Tja, „Welchen Einfluss Stories auf unser Denken haben!“ ), als ich sie im Kurpark in Bad Orb beobachtete … und mit ihnen redete     😀