Mein lieber Schwan!

Heute am frühen Morgen saß ich auf dem Balkon, gab mich der Stille hin und schloss die Augen. Meine Gedanken begannen zu schweifen und ließen plötzlich einen Tagtraum entstehen. Ich sah einen schwarzen Schwan.

Über schwarze Schwäne weiß ich nicht viel. Mir ist nur bekannt, dass sie als Symbol für unerwartete Erkenntnisse oder plötzliche Einsichten dienen. Diese symbolische Bedeutung lud mich dann dazu ein, den Tag mit offenem Geist zu beginnen und das Unvorhersehbare nicht zu fürchten, sondern als Chance zu begreifen.

Der schwarze Schwan nimmt in der Mythologie eine besondere Stellung ein. Während Schwäne traditionell mit Reinheit und Schönheit assoziiert werden, steht der schwarze Schwan für das Unbekannte und das Überraschende. In der antiken Mythologie galt er als ein Omen, das sowohl positive als auch negative Wendungen im Leben ankündigen konnte.

Ich las Einiges über dieses erstaunliche, wunderschöne Tier und schaute mir auch Fotos an. Dabei gewann die Auseinandersetzung mit dem Schwarzen Schwan auch eine für mich persönliche Dimension: Sie forderte mich dazu auf, meine eigenen Erwartungen zu hinterfragen und offen für Überraschungen im eigenen Leben zu sein. In diesem Zusammenhang schuf ich offensichtlich auch Raum für Kreativität .  Ich wollte plötzlich nicht mehr tagträumen, sondern malen!

Mir kam ein Zitat in den Sinn:

 „Ich träume von meinem Gemälde und dann male ich meinen Traum.“ – Vincent van Gogh

Er meinte die Verwirklichung von Träumen. Und er erinnert daran, dass kein Meisterwerk, ob auf der Leinwand oder im Leben, zufällig entsteht.

Hmmm … mein Schwarzer Schwan ein Meisterwerk?  Also in diesem Zusammenhang  sagte er auch etwas:

 “Wenn du eine innere Stimme hörst, die sagt: “Du kannst nicht malen”, dann male auf jeden Fall, damit diese Stimme zum Schweigen gebracht wird.” – Vincent van Gogh

 

 

Text (außer Zitate)  und Gemälde  ©chrinolo

Mein Roter Milan

 

Er schaut mich an, als ob er mir etwas mitteilen möchte. Das ist gut möglich, denn er ist mein Krafttier.  Heute bin ich mal wieder mit ihm in Kontakt getreten.

 

 

Text und Gemälde ©chrinolo

„Ich wünschte mir, ich könnte jetzt dichten
Doch es fällt mir so schwer, die Worte zu richten
Darum zieht der prächtige Milan
Fast wort- und ratlos seine Bahn.

Er schwebt dahin in aller Stille
Sein scharfes Auge scannt jede Erdenrille
Am liebsten würde ich mich jetzt verstecken
Doch wird er mich ganz sicher entdecken.“

Aber warum sollte ich mich verstecken? Der Rote Milan als Krafttier symbolisiert schließlich Freiheit, Weitsicht und die Fähigkeit, das Wesentliche aus der Distanz zu erkennen. Wenn dieser majestätische Vogel mich anschaut, trägt sein Blick oft eine tiefere Bedeutung. Er erinnert mich daran, innezuhalten und die eigene Lebenssituation aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Der Milan fordert mich auf, alte Denkmuster loszulassen und offen für Veränderungen zu sein. Seine Präsenz ermutigt mich, mutig meinen eigenen Weg zu fliegen, auch wenn dieser nicht immer geradlinig verläuft. Als Bote zwischen Himmel und Erde zeigt der Rote Milan mir, dass ich meine innere Stimme wahrnehmen und ihr vertrauen soll.

Vielleicht möchte er mir sagen, dass es an der Zeit ist, mehr auf meine Intuition zu hören und meine Ziele mit Klarheit und Zielstrebigkeit zu verfolgen. Sein ruhiger Flug mahnt mich zur Gelassenheit und erinnert mich daran, dass man selbst in herausfordernden Situationen den Überblick behalten kann.

In der Symbolik des Roten Milans steckt zudem die Aufforderung, mir selbst mit mehr Achtsamkeit zu begegnen und die innere Balance zu stärken. Er zeigt auf, wie wichtig es ist, sowohl die eigenen Stärken als auch Schwächen zu erkennen und anzunehmen, um authentisch und im Einklang mit mir selbst leben zu können. Dabei lädt er dazu ein, mich nicht von äußeren Erwartungen oder Zweifeln lähmen zu lassen, sondern den eigenen Rhythmus zu finden und diesem treu zu bleiben.

In diesem Sinne wird mein Roter Milan zum Symbol für Selbstvertrauen und innere Klarheit, die mich auf meinem Lebensweg begleiten und mir helfen, Hindernisse als Chancen zur persönlichen Entwicklung zu sehen.

So, was ist also passiert?

„Urplötzlich aus der Not geboren
haben Worte ihre Scheu verloren
purzelten munter hier hernieder
ich sammelte sie auf und gab sie wieder.“

Nachts gegen drei

Nachts gegen drei wache ich oft auf und finde keinen Schlaf mehr. Dann stehe ich leise auf, bereite mir eine Tasse Kaffee zu und setze mich auf den Balkon. Der Mond scheint hell, die Sterne funkeln klar am Himmel – ein Moment voll stiller Schönheit. In dieser Ruhe fühle ich mich mit dem unendlichen Universum verbunden. Gedanken an das Licht, das uns alle durchdringt, erfüllen mich mit Wärme und Geborgenheit.

Ich glaube fest daran, dass wir als Lichtwesen eines Tages dorthin zurückkehren, unsere wahre Heimat. Mein Mann ist bereits vorausgegangen, und ich weiß, dass er dort glücklich ist. Dieses Wissen nimmt mir die Einsamkeit in der Nacht. Das Alleinsein auf dem Balkon tut meiner Seele gut.

Während meine Gedanken so schweifen, wird meine Müdigkeit spürbar. Die Kaffeetasse ist leer, und es ist nun der richtige Moment, um wieder ins Bett zu gehen – erfüllt von Frieden und Zuversicht.

Bevor ich mich ins Bett lege, nehme ich mir einen Moment Zeit, um meine Dankbarkeit für diesen stillen Augenblick auszudrücken. Die Dunkelheit umhüllt mich wie eine sanfte Decke, die alle Sorgen des Tages von mir abfallen lässt.

Eine sanfte Melodie schleicht sich in meine Gedanken – und die Worte:

Guten Abend, gut’ Nacht,
von Englein bewacht, ………….
Schlaf nun selig und süß,
schau im Traum ’s Paradies.

Langsam schlinge ich nun die Decke fester um mich und atme tief ein, spüre, wie sich mein Herz beruhigt. Die leisen Geräusche der Nacht begleiten mich. In solchen Momenten wird mir bewusst, wie kostbar diese Stille ist, die mir erlaubt, mich selbst wiederzufinden und innere Klarheit zu gewinnen. Morgen wartet ein neuer Tag mit seinen Herausforderungen, doch jetzt darf ich einfach sein – getragen von der Gewissheit, dass Licht und Liebe stets bei mir sind.

Danke, mir geht es gut.