Andere zählen Schäfchen oder trinken Milch mit Honig, wenn sie nicht gleich einschlafen können. Das ist nichts für mich. Ich nehme mir ein Buch zur Hand und lese mich in den Schlaf, am liebsten in einen mit schönen Träumen.
Ein ganz bestimmtes Buch schafft das – ich habe es immer in meiner Nähe:
Take it easy
Tehk it ih-sie, sagen sie dir
Noch dazu auf englisch. „Nimm’s auf die leichte Schulter“
Doch, du hast zwei.
Nimm’s auf die leichte.
Ich folgte diesem populären
humanitären Imperativ.
Und wurde schief.
Weil es die andere Schulter
auch noch gibt.
Man muss sich also leider doch bequemen,
es manchmal auf die schwerere zu nehmen.
Seite 125
… und dann noch dieses: Schöner … 🙂
Mascha Kaleko war eine ganz ungewöhnliche Dichterin. Dass sie auch heute noch relativ unbekannt ist, ist mir eigentlich unverständlich. Ihre Gedichte über alltägliche Dinge sind so sinnig und so voller Intelligenz, dass sie Jede und Jeden begeistern müssten. Übrigens, über den Sinn schrieb sie auch:
Unsinn und Sinn
Du suchst und suchst. Und kannst den Sinn nicht finden.
Gib’s auf; denn so wirst du ihn nicht ergründen.
Pfeif dir ein Liedchen, träume vor dich hin,
wie oft enthüllt im Un-Sinn sich der Sinn
(S.153)


