Wenn man etwas wissen will, dann muss man hingucken !

Schon klar, ich gucke hin, wo es etwas zu sehen/lesen gibt. Und dann bekomme ich eine Vorstellung darüber …. oder auch nicht (wahrscheinlich habe ich immer noch nicht genau hingeguckt 😞 )

Seit langer Zeit versuche ich, etwas über das „NICHTS“ herauszufinden, damit ich es mir vorstellen kann.

Genauer gesagt, vor ein paar Jahren las ich, wie Halo Summer sich dieses Nichts vorstellt (ich berichtete im Blog über dieses wundervolle Buch).

Gelesen am 2. Oktober 2012:

Das Nichts

Das Universum war leer, nur machte der Begriff von Leere keinen Sinn mehr, da die Leere voraussetzte, dass etwas voll sein konnte. Das Universum war also weder leer noch voll, doch angefüllt von Sein. Das Feste, Formbare, Endliche gehörte einer Vergangenheit an, die es nicht mehr gab. Zeit, das war an diesem Ort etwas anderes. Es gab keine verblichenen Fotos mehr und keine Menschen, die sie anguckten und von damals sprachen. Was einmal gewesen war, hatte seine Bedeutung verloren.

War es dunkel? Elsa hatte keine Ahnung. Hell oder dunkel, das spielte keine Rolle mehr. Es gab auch kein Voran in diesem neuen Zustand und doch legte Elsa, die nicht mehr Elsa hieß, darin einen Weg zurück, indem sie sich ausbreitete. Sie erfasste die Schönheit des Nichts.  (…..)

Das Nichts in ihren Augen war ein Etwas. Jetzt wusste sie es.

Summer, Halo. Rabenschwärze – Der Grubenmann (German Edition) (S.373). Kindle-Version.

Faszinierend, sie wusste es also! Aber mir war das noch nicht so klar.

Immer wieder las ich über das NICHTS und schaute mir auch das tolle Video von Professor Harald Lesch (er ist ein deutscher Astrophysiker, Naturphilosoph, Wissenschaftsjournalist, Professor für Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Lehrbeauftragter für Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie München) an.

Er erklärt das sehr gut und (fast) verständlich:

Außerdem las ich gerade Jacqueline Henning – Genesis 2.0. Sie erklärt es auch sehr schön:

Gelesen am 25. September 2019: 

Nichts

Am Anfang war das Nichts. Wie Nichts sein kann, bleibt für die meisten Menschen allerdings verborgen. Selbst jemand, der Nichts hat, hat immer noch sich und sein Leben. Selbst wenn wir ein Gefäß mit einer idealen Vakuumpumpe so leer pumpen, dass sich kein Luftmolekül mehr darin befindet, ist der Raum immer noch da und Milliarden von Neutrinos durchqueren ihn in jeder Sekunde.  ( ……)

Wenn es um das Nichts am Anfang der Welt geht, dann liefern Quantenphysiker heute die beste Erklärung. Sie sprechen von einem Quantenvakuum mit perfekter Symmetrie [2].  ( ……)

Was also ist ein Quantenvakuum?

Im Quantenvakuum gilt die klassische Physik, wie wir sie im Physikunterricht lernen, nicht. Es ist kein Raum, sondern ein Zustand niedrigster Energie. Aber dennoch ist es nicht wirklich leer. Wenn sich mit der klassischen Physik betrachtet in diesem Vakuum auch nichts befindet, ist es immer in Bewegung. Es enthält Fluktuationen, also Schwankungen der Dichte. Aus der von Heisenberg beschriebenen Energie-Zeit-Unschärfe ergibt sich, dass in einem solchen Vakuum virtuelle Teilchen spontan real werden können. Sie zerfallen aber genauso schnell wieder, wie sie entstanden sind, wobei schnell es nicht trifft, weil es im Quantenvakuum auch keine Zeit gibt. Spontan heißt dabei, dass die Entstehung nicht vorhersagbar ist.  (….)

Aus Jacqueline Henning. Genesis 2.0 Die Schöpfung (German Edition)

Puuuh 😰 , aber so ganz klar ist es mir immer noch nicht – was jedoch nicht verwunderlich ist. Stephen Hawking zum Beispiel war es diese Sache auch wert, unermüdlich darüber nachzudenken … bis an sein Lebensende:

Tja, und so sieht´s nun aus: ich habe, um ehrlich zu sein, weder das NICHTS noch den Urknall so richtig verstanden (um mir das im Detail wirklich vorstellen zu können) und schon ist die Rede von einem zweiten Urknall, denn Physiker der Universität Harvard wollen herausgefunden haben, dass unser Universum durch einen zweiten Urknall ausgelöscht wird. In 10 hoch 139 Jahren. 😲 Auslöser der Explosion soll das Higgs-Teilchen sein. Das Higgs-Teilchen, auch Higgs-Boson genannt, gibt anderen Teilchen Masse. 

Ich würde nun doch sehr gern auch noch verstehen, was das Higgs-Teilchen wirklich tut. Darüber gelesen habe ich, „Das versteht auch kein Mensch“ und dass das Risiko, das von den Gottesteilchen ausgeht, Destabilisierung heißt. 

Laut der Harvard-Physiker könnte die Destabilisierung auch nur eines einzigen Higgs-Teilchen zur gefürchteten Energie-Explosion führen – die Folge wäre ein zweiter Urknall. ( https://www.businessinsider.de/ein-zweiter-urknall-wird-das-universum-in-einem-augenschlag-ausloeschen-2018-4 )

Die Schönheit des Nichts

„Elsa bemerkte es, als sie an den ortlosen Ort in die zeitlose Zeit eintrat. In ihrer formlosen Gesamtheit lies sie alles Feste und Irdische hinter sich und fiel in die unendliche Freiheit, schwarz in schwarz wie ein in Zeitlupe explodierendes, alles Licht verschluckende Feuerwerk.
Da war sie jetzt und wusste nicht, was mir ihr passierte. Sie wusste nur, dass es ihr gut ging. Dann entzog sich der letzte Zipfel ihrer Existenz dem Tor, das sie soeben durchschritten hatte, und im gleichen Moment, da sie sich vollkommen vom Irdischen gelöst hatte, hörte das Irdische auf.  [… ]

Das Universum war leer, nur machte der Begriff von Leere keinen Sinn mehr, da die Leere voraussetzte, dass etwas voll sein konnte. Das Universum war also weder leer noch voll, doch angefüllt von Sein. Das Feste, Formbare, Endliche gehörte einer Vergangenheit an, die es nicht mehr gab. Zeit, das war an diesem Ort etwas anderes. Es gab keine verblichenen Fotos mehr und keine Menschen, die sie anguckten und von damals sprachen. Was einmal gewesen war, hatte seine Bedeutung verloren.
War es dunkel? Elsa hatte keine Ahnung. Hell oder dunkel, das spielte keine Rolle mehr. Es gab auch kein Voran in diesem neuen Zustand und doch legte Elsa, die nicht mehr Elsa hiess, darin einen Weg zurück, indem sie sich ausbreitete. Sie erfasste die Schönheit des Nichts, ertastete oder erschmeckte die Sterne in ihren möglichen Ausformungen, ohne dass es jemals Sterne gab oder eine Zunge oder Fingerspitzen, die all das hätten tun können. Eine neue Art von Sein lag vor ihr, in ihr und um sie herum. Wäre sie noch ein Mensch gewesen, so hätte sie diesen Zustand mit dem eines Kindes verglichen,, das entdeckt, wie gross, wie verrückt und wie unendlich die Welt ist. Ein Kind, das in Aufregung gerät, weil es sich ausmalt, wie das Leben, eine unendliche Tüte, prall gefüllt mit schönen Aufregungen, darauf wartet, gelebt zu werden. […]“

Wäre Elsa noch ein Mensch gewesen, hätte sie nun „von einem Glück erzählt, ungejagd von einem Gestern, niemals verführt von einem Morgen. Von einer Tapferkeit, die darin bestand, dass man völlig unabgelenkt existierte. Kein Gedanke, kein Bild, kein Gegenstand kein Wunsch und keine Sorge lenkten vom Dasein ab. Da zu sein war alles, was man hier tun konnte.“
Sie hätte erzählt, dass sie aufgehört hatte, eine Frage zu sein. Sie war jetzt Antwort.
„Das Nichts in ihren Augen war ein Etwas. Jetzt wusste sie es.“

(Aus Rabenschwärze/Der Grubenmann von Markus Kammer – ab Seite 370)

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Wenn ich denen erzählen würde, was ich hier so mache … ;-)

Es sind zwei Bände und die habe ich schon mehrmals gelesen. gerade habe ich wieder mit Band eins begonnen und nur unterbrochen, um schon wieder ein Rabenbild zu malen. Beides ist faszinierend – dieser Fantasy-Roman und Elsa, die Rabendame 😀

Es geht um Welten, die vielen Welten, die es ausser der unseren noch gibt. Und es geht um das wundervolle Nichts und den ortlosen Ort in der zeitlosen Zeit. Eine wunderschöne Geschichte, die Halo Summer noch unter dem Künstlernamen Markus Kammer geschrieben hat.

Markus Kammer=Kamark – auch er kommt in der Geschichte vor 🙂

„Elsa schwieg. Kamark gab etwas wie ein Grunzen von sich, schlang die Arme enger um sich und starrte vor sich auf die Steine. Vielleicht war ihm eingefallen, dass er eigentlich Angst vor Elsa haben sollte.
„Du?“, sagte Elsa nach einer langen Zeit des Schweigens.
Kamark sah überrascht auf.
„Hast du ein Zuhause?“, wollte Elsa wissen. „Eine Welt, aus der du kommst und in die du gehörst?“
Kamarks Mundwinkel zuckten leicht.
„Da kann ich nicht mehr hin.“
„Tut mir leid.“
„Ach, es war sowieso nicht so toll da“, sagte er.
„Warum?“
„Kann ich nicht erklären“, sagte er. „Ich sass immer nur in meinem Zimmer am Computer. Tag und Nacht. Das konnte ich am besten.“
Elsa versuchte sich vorzustellen, was er meinte. Von Computern hatte sie schon gehört. Es gab welche in Istland, das waren Maschinen, so gross wie Häuser, die etwas ausrechnen konnten. Aber wieso hatte er so eine Rechenmaschine in seinem Zimmer?
„Und das war nicht so toll?“
„Na ja“, sagte er, „ich weiss nicht, ob es echt war. Wenn du ein Computerspiel programmierst und nebenbei Pizza isst – was ist dann echter? Das Spiel oder die Pizza?“
„Was ist Pizza?“
„Etwas, das ich jetzt verflucht gerne hätte!“, grummelte er und suchte die Gegend nach Sinhines Gestalt ab. Sie war nicht zu sehen. „Etwas zu essen eben!“
„Du warst also in deinem Zimmer, mit der Maschine und der Pizza, und du bist nicht von Welt zu Welt gegangen?“
„Wie denn? So etwas gibt es doch bei uns gar nicht. Ich bin der totale Freak. Wenn ich nach Hause käme und denen erzählen würde, was ich hier so mache, dann würden sie mich einweisen!“
Elsa lachte.
„Ja, das wäre in meiner Welt genau so. Mich würden sie auch einweisen.“
„Du meinst“, sagte Kamark, „wir sind vielleicht gar nicht hier, sondern gemeinsam irre? Irgendwo eingesperrt bei Kaffee und Kuchen?“
„Dann wären wir nicht so hungrig, oder?“
„Alles Einbildung“, meinte er. „Jedenfalls – wenn wir nicht ganz richtig im Kopf sind, dann ist die da“,
er zeigte auf Sinhine, die jetzt als Punkt in der Ferne zu sehen war, „die Durchgeknallteste von uns allen.“
Elsa versuchte zu erkennen, ob Sinhine etwas mitbrachte. Sie war auf einmal schrecklich hungrig. Das lag vermutlich daran, dass alle Angst und aller Kumme von ihr abgefallen waren. Tatsächlich hielt Sinhine in beiden Händen etwas Dunkles.
„Rohes Kaninchen?“, fragte Kamark.
„Ich hoffe nicht“, sagte Elsa. „Aber warum kannst du nicht zurück in deine Welt?“
„Wenn ich das wüsste. Irgendwann hab ich den Rückweg verloren. Selbst wenn ich den noch mal finden würde, sollte ich ihn nicht benutzen. Die brauchen mich so dringend, deine Rabenkumpels, dass sie alles tun würden, um mich zu kriegen. Alles!“
Das war kein lustiger Gedanke. Er traf auf Els genauso zu wie auf Kamark.“

(aus Rabenschwärze – Das Mädchen aus Istland/Halo Summer)

Und hier mal wieder ein Bild dazu – Elsa ist ständig in meiner Nähe 🙂

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