Da muss noch was gelebt werden. Sonst wäre ich schon längst nicht mehr hier, sondern dort, woher wir alle kommen. An diesem Ort soll es um ein Vielfaches schöner sein als hier. Wie oft träume ich mich dorthin.

Ich blicke auf atemberaubende Landschaften und prachtvolle Städte. Sie sind eingetaucht in ein magisches Licht, ähnlich wie wir es von einem Sonnenuntergang kennen. Doch die Leuchtkraft und der warme, rotgoldene Farbton sind nicht mit Worten zu beschreiben. Genauso unvergleichlich ist die Farbintensität der Blumen auf der endlosen Wiese, über die wir gerade gleiten, ohne die Pflanzen zu berühren oder gar zu verletzen. Es ist dort einfach wunderschön und die Leichtigkeit, mit der wir uns bewegen, erfüllt uns mit einem Gefühl grenzenloser Freiheit und Glück.
Sorglos sprechen wir über unseren neuen Seelenplan für das nächste Erdenleben. Natürlich wollen wir es wieder zusammen verbringen, da sind wir uns einig. Es ist wahrhaftig berauschend, die Zukunft in allen Details zu planen. Das Herrlichste daran ist, dass wir uns dort schon aussuchen dürfen, wie wir dann leben wollen. Es gibt so einiges, das wir besser machen möchten. Außerdem sind da auch noch so manche Erfahrungen, welche uns noch fehlen und die wichtig sind.
Es gibt wirklich viel zu besprechen und zu bedenken, damit das nächste Erdenleben gelingt. Aber dafür haben wir noch viel Zeit, denn noch bin ich hier. Allein, denn du bist ja schon vorausgegangen.
Offensichtlich habe ich meinen Seelenplan für dieses Erdenleben noch nicht abgearbeitet. Da muss noch was gelebt werden!

Während ich in diesem Fluss des Lebens verwebe, erkenne ich, dass jede Herausforderung, die mir begegnet, ein wertvoller Lehrer ist. Diese Momente der Anforderungen und Prüfungen laden mich ein, das Beste aus mir herauszuholen, meine inneren Stärken zu entdecken und meine Ängste zu transformieren. Manchmal scheint der Weg steinig und ungewiss, aber gerade in diesen Phasen entfaltet sich oft das größte Wachstum. Ich lerne, die Rückschläge als Wendepunkte zu betrachten, die mich näher zu meinem wahren Selbst führen.
Zugleich entfaltet sich um mich herum eine Kulisse von Magie und Inspiration. Die kleinen Wunder des Alltags erscheinen mir in neuem Licht – der sanfte Wind, der durch die Bäume rauscht, das Lächeln eines Fremden oder das sanfte Plätschern eines Baches. All diese Elemente fließen in meine Seele ein und stärken mein Vertrauen in den natürlichen Rhythmus des Lebens.
Ich beginne zu spüren, dass die Verbindung zu meiner Umgebung nicht nur Bereicherung birgt, sondern auch Verantwortung mit sich bringt. Diese Wertschätzung für das Leben selbst spornt mich an, bewusster Entscheidungen zu treffen, die im Einklang mit meiner Bestimmung stehen. Jedes Wort, das ich spreche, jeder Gedanke, den ich habe, formt die Realität um mich herum. Ich setze die Absicht, mit Mitgefühl und Liebe zu agieren – in jedem Moment und mit jedem Atemzug.
So schreite ich weiter voran, angefüllt von der Überzeugung, dass das Leben eine grandiose Reise ist, die gelebt und nicht nur überstanden werden will. In dieser Gewissheit finde ich Frieden und das Wissen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Und ich bin mir sicher: Da geht noch was! In jedem Alter geht noch was!

Text und Gemälde © chrinolo
