Wer einen Hades an seiner Seite hat …

 

… der denkt vielleicht an Mohn. Falls er diese Geschichte kennt. Ich habe keinen Hades an meiner Seite, aber ich kenne die Geschichte. Noch aus meiner Schulzeit fällt mir Folgendes dazu ein:

Also dieser Hades wünschte sich eine Frau und entführte Demeters  Tochter Persephone in die Unterwelt (Zeus, dieser Unmensch hat das geduldet!). Demeter suchte sie überall, konnte sie jedoch nirgends finden. Sie war daraufhin so traurig, dass sie den Pflanzen zu wachsen verbot, den Bäumen, Früchte zu tragen, und den Tieren, sich zu vermehren. Um ihren großen Schmerz zu betäuben und zu vergessen, erhielt sie von Zeus Mohn.  Im Schlaf löste sich allmählich ihre Trauer auf, denn der Mohn heilte die Wunden ihres Herzens.  Weil aber nichts mehr auf den Feldern wuchs und weder Tiere noch Menschen Nahrung hatten, begannen diese zu sterben. Dies löste große Furcht bei den Göttern aus und sie zwangen Hades, Demeters Tochter frei zulassen. Nun konnte die Tochter wenigstens einen Teil des Jahres bei ihrer Mutter und den anderen Göttern leben, aber die restliche Zeit musste sie in Hades Unterwelt verbringen und über die Toten herrschen.

Ob sie an diesem unglücklichen Ort „Unterwelt“ auch Mohn für´s Vergessen und für schöne Träume erhalten hat, ist mir nicht bekannt. Aber ihre Mutter, die Göttin des Mohns wird seither mit einer Mohnblume oder zwei Mohnkapseln dargestellt.

Ich stelle die Mohn-Göttin mit ZWEI Mohn-Kindern (falls man ihr wieder eines entführt  😉 ) so dar:

 

 

 

Ich spinne nicht, aber SIE tut es !

 

… und ich beobachte sie, habe sie im Auge 🙂

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Es ist derzeit ein grosses Vergnügen, im Garten umher zu spazieren und die ganze Farbenpracht, die Düfte und die vielen Formen mit allen Sinnen aufzunehmen.

Dieses kraftvolle Rot des Mohns und die Beschaffenheit der Blütenblätter – wie zartes, zerknittertes Seidenpapier. Die Bewegung, wenn er sich sanft im Wind wiegt. Ein unglaublich schöner Anblick.

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Und der Duft dieser Rose ist atemberaubend. Es ist die französische „Malerrose Henri Matisse“. Ich habe sie vor vielen Jahren gepflanzt und jedes Jahr blüht und duftet sie den ganzen Sommer hindurch. Wenn sie besonders viele Blüten hat, streue ich einige in mein Badewasser ein – ein sehr sinnliches Vergnügen 🙂

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Auch die Magie der Lilien wirkt auf mich ein … wieder schweifen meine Gedanken zu Worten, die mich immer wieder tief bewegen, wenn ich diese Lilien sehe …

DIE LILIE   (Originaltitel: Ich und Du)

Wir träumen von einander
Und sind davon erwacht,
Wir leben, um uns zu lieben,
Und sinken zurück in die Nacht,
Du tratst aus meinem Traume,
aus Deinem trat ich hervor
Wir sterben, wenn sich eines
Im andern ganz verlor.
Auf einer Lilie zittern
Zwei Tropfen, rein und rund,
Zerfließen in Eins und rollen
Hinab in des Kelches Grund!

Johann Friedrich Hebbel

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Es sind ganz besondere Momente für mich, wenn mein Blick auf so viel Schönheit ruht und bezaubernde Worte, die viele Poeten mit uns schon teilten, meinen Geist durchfluten. Ein wundervoller Start in einen guten Tag … 🙂

Im Mohnrausch

Mohnrausch

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Im Rausch dieser leuchtenden Farben
Verblasst mir jeder Seelenschmerz
Und alle schmerzenden, tiefen Narben
Glätten sich an meinem leidenden Herz
Behutsam lege ich Klatschmohnblüten auf
Schnell nimmt die Seelenheilung ihren Lauf
Meine Gedanken können hier in Liebesträume entfliehen
Wie leicht und beschwingt sie durch den Äther ziehen
Berauschende Emotionen verwirren mir den Sinn
Im flirrenden Mohnrausch erkenne ich
Wer ich war und wer ich bin.

© by Seelenflimmern

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