Sechsmal Universum, bitte …

 

… dachte ich, als die sechs winzigen Samen in meiner Hand lagen. Sehr, sehr winzige Samen und in jedem lag das ganze Universum.

Mexikanische Honigtomaten, bald werden sie rot und süß an kräftigen Pflanzen wachsen … ich sehe es schon genau vor mir.

Anschauen, wenn es dir gelingt,
Dass es erst ins Inn’re dringt,
Dann nach außen wiederkehrt,
Bist am herrlichsten belehrt.

Wilhelm Raabe

Und nun, ein paar Tage später, sehe ich neues Leben sprießen. Aus sechs in die Erde gelegten winzigen Samen wächst sechsmal wundervolles Blattgrün.

Mexikanische Honigtomate …  Miel du Mexique, allein schon der Name klingt zuckersüß und weckt Erwartungen: geichmäßig große und wohl geformte Kirschtomaten.

Sie gilt momentan als teuerste und süßeste Tomate, hatte ich beim Samenkauf letztes Jahr gelesen. Und weil sie so lecker und „pflegeleicht“ (natürlich hatte ich sie mit viel Liebe und Aufmerksamkeit kultiviert!) waren, habe ich sie dieses Jahr wieder eingesät – mit viel Liebe und bewundernden Worten, die von Herzen kommen. Ja, ich spreche mit meinen Pflanzenkindern:

„Ein Mensch der sich mit dem Universum beschäftigt,
verhält sich bis in die kleinsten Dinge des Lebens anders,
als jemand der dieses Wissen entbehrt.“

Heinz Haber

 

Sie kommen ALLE !

 

Es grünt so grün … es zucchiniet und tomatet, dass es eine Freude ist, ihnen zuzuschauen. MEINE KINDER … erst 14 Tage alt und schon so gross und prächtig 🙂

Ihr späterer Lebensraum, also der Ort, wo sie mal wohnen werden, ist zwar noch Baustelle – da dringt noch kein Spaten tief in die Wintererde, aber das wird, bis es dann soweit ist. Das Hochbeet für meine Mischkultur lehnt auch noch unverschraubt an der Garagenwand, aber der Akku vom Bohrschrauber lädt.

Da ist noch eine Menge Arbeit für meinen Mann, aber ich habe ihm einen hervorragenden Zeitplan gemacht – nur durch straffe Organisation klappt das mit der Auspflanzung zur richtigen Zeit. Da sind wir uns einig. Ich bin für das Wachstum zuständig und er für Spaten und Bohrschrauber (was nicht bedeutet, dass ich das im Notfall nicht auch könnte, aber er ist nunmal der Stärkere! Da möchte ich ihm nur ungern widersprechen 😉 ). Und so, wie ich das alles geplant habe, steht das Hochbeet bereit, wenn ich vom Meer zurückkomme … erholt und mit neuer Kraft für die Arbeit, die dann auf mich wartet 🙂

Ach, das Leben kann doch schön sein … das finden meine Pflanzenkinder auch, sonst würden sie nicht so neugierig emporspriessen, nicht wahr?

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Aufwärts geht’s, ihr Lieben :-)

… ab in die Kiste und dann macht ihr euch auf den Weg ins Licht 🙂
Keine Sorge, raus müsst ihr erst, wenn es warm genug für euch ist. Ausserdem muss ich ja auch erst noch euren Lebensraum draussen auf den Beeten zurecht machen, damit ihr es schön habt … und ich auch!
Bald ist es wieder soweit, bis im Garten alles grünt und blüht.

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So, jetzt räume ich die ganze erdige Sauerei in der Küche wieder weg und dann lese ich weiter 🙂