Max schläft …

 

… und zwar auf meiner Couch, wo  ICH  normalerweise liegen müsste. Er aber sieht das vollkommen anders. Wer ziemlich krank ist, gehört ins Bett! Denkt er wohl ….

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Aber von da oben im 2. Stock kann ich nicht aus dem Fenster sehen und den Vögeln zuschauen, die mich besuchen kommen. Also setze ich mich warm in eine Kuscheldecke eingehüllt ans Fenster und lese schöne Literatur, höre Musik und fotografiere nebenbei ein bisschen – so wie gestern auch.

Draussen fallen dicke Schneeflocken vom Himmel und bald wird wieder eine weisse Flockendecke die Erde überzogen haben.

 

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Auf jeden Fall seh‘  ich jetzt mal zu, dass ich auch geistig schön werde, damit das Kranksein einen Sinn bekommt … und dieses Zitat:

Der gesunde Mensch ist schön und sein Zustandekommen erstrebenswert.
Aber es muß ein bißchen irgendwelcher Krankheit in ihn kommen,
dass er auch geistig schön werde.

Christian Morgenstern

 

Erster Schnee …

 

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Weißer Morgen

Nebel zieht das schwere Grau des Winters
noch tiefer herab
auf die schwarzen Säulen
und ihre starrenden Arme,
die als letzte Schatten der Nacht
nach dem frühen Morgen greifen.
Überall droht er –
die Landschaft in sich zu begraben,
und das Auge verliert sich
hinter wenigen Baumreihen
im rauhen Gewand der kalten Monate.
Über Nacht war alles Gezweige
in eisiges Silbergrau gefallen.
Jetzt in der Dämmerung
schweben Schneeflocken aus fernen Welten
vorsichtig in die Einsamkeit.
Sie sinken sanft in die Kronen
und viele, erschöpft vom weiten Flug,
tiefer in alle empfangenden Arme.
Schon trägt die Natur ein weißes Brautkleid
und träumt in jeder Flockendecke
den Morgen herbei.
Ihn zu bezaubern,
haucht sie ihm einen Schleier
aus Zärtlichkeit entgegen…
Mit einem Mal
bricht in die Nebel des Schweigens
ein Stahlengruß der Sonne.
Zuerst befangen, dann doch in aller Macht,
verklärt das Licht
die schneewehe Landschaft
und schenkt auf weißem Samt
die Perlen des Glücks…

© Elmar Kupke