Ein Blick in den winterlichen Garten

 

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Franz Grillparzer schrieb so treffend:

Winterlüfte wehen…

Winterlüfte wehen
durch des Äthers Raum,
halb entblättert stehen
Strauch und Kraut und Baum,

Tot sind Floras Kinder,
hin ihr Wohlgeruch,
starr deckt sie der Winter
mit dem Leichentuch.

Welk ist, was mit Prangen
feil sich bot zur Schau,
selbst des Himmels Wangen
färbt ein trübes Grau.

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Erster Schnee …

 

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Weißer Morgen

Nebel zieht das schwere Grau des Winters
noch tiefer herab
auf die schwarzen Säulen
und ihre starrenden Arme,
die als letzte Schatten der Nacht
nach dem frühen Morgen greifen.
Überall droht er –
die Landschaft in sich zu begraben,
und das Auge verliert sich
hinter wenigen Baumreihen
im rauhen Gewand der kalten Monate.
Über Nacht war alles Gezweige
in eisiges Silbergrau gefallen.
Jetzt in der Dämmerung
schweben Schneeflocken aus fernen Welten
vorsichtig in die Einsamkeit.
Sie sinken sanft in die Kronen
und viele, erschöpft vom weiten Flug,
tiefer in alle empfangenden Arme.
Schon trägt die Natur ein weißes Brautkleid
und träumt in jeder Flockendecke
den Morgen herbei.
Ihn zu bezaubern,
haucht sie ihm einen Schleier
aus Zärtlichkeit entgegen…
Mit einem Mal
bricht in die Nebel des Schweigens
ein Stahlengruß der Sonne.
Zuerst befangen, dann doch in aller Macht,
verklärt das Licht
die schneewehe Landschaft
und schenkt auf weißem Samt
die Perlen des Glücks…

© Elmar Kupke