Zuerst die Vorgeschichte und erst danach die Haupt- …

 

… es wird diesmal etwas länger! Natürlich könnt ihr die Vorgeschichte auch überspringen, aber das käme, soweit ich das beurteilen kann, einem Sprung ins kalte Wasser gleich. Daher mein Rat – und es ist wirklich ein gut gemeinter – lest erst einmal die Vorgeschichte, damit ihr dann auch die Hauptgeschichte richtig schnallt. Ach ja, der Begriff „schnallt“ … ich verwende manchmal solche dialektischen Wörter und dies ist nichts weiter als pure Volksgutpflege. Mein Dialekt ist wichtiges Volksgut und das Volk sind wir – ich denke wir verstehen uns! Pflege ist in allen Bereichen dringlichst angesagt. Man denke nur an die Altenpflege, die Kinderpflege, die Freundschaftspflege und wie schon erwähnt, auch die Volksgutpflege.

Um nun aber zum Thema zurückzukommen – STOP! – da wäre vielleicht noch etwas zu erwähnen – zum Verständnis: einige englische Begriffe! Auch diese kommen hier gelegentlich zum Einsatz. Der Grund dafür müsste nach den vorangegangenen Ausführungen sofort erkennbar sein: auch mein englischer Wortschatz ist pflegebedürftig und da nutze ich jede Gelegenheit.

Nun aber zur eigentlichen Vorgeschichte:

Es begab sich einmal vor langer Zeit, sagen wir so ca. 40-50 years ago, um eine Zahl zu nennen, da schrieb ein talentierter Poet ein schönes Gedicht nach dem anderen. Mit seinen berührenden Poems deckte er fast die komplette Gefühlspalette ab, die sich gewöhnlich in jedem Menschenleben von Zeit zu Zeit ereignet. Von dramatisch über romantisch bis hin zu liebestoll! Es war vielen eine Freude, seine feinen, mitreissenden Worte in Prosa wie auch in gereimten Versen zu lesen. Doch eines Tages begann sein Talent zu ermüden und die Poems wurden weniger, kamen sogar zeitweise bis hin zum Erliegen. Alles lag plötzlich brach. Vielleicht war der Grund nicht allein die Schreib- und Gefühlsmüdigkeit des Poeten, sondern auch die Abwesenheit seiner Muse, die ja auch gerne mal andere Dichter und Denker küsste … küssen musste, den das war ihr Job. Kurzum, sie fehlte ihm …

Kürzlich aber, vor ein paar Tagen, da ditschte jemand mehrmals an sein Oberstübchen. Davon schreckte er jedoch keineswegs hoch, ganz im Gegenteil. Völlig gelassen und mit leicht wippendem Schritt (dafür hat er inzwischen vielerorts einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht) schlenderte er zur Tür und schaute durch den Spion (Spion: das ist so ein kleines Fernrohr, das er eigenhändig ins Türblatt eingebaut hat, um zu sehen, wen er nicht in sein Oberstübchen reinschauen lassen will, denn dort hat nicht jedermann Zutritt). Als er nun sah, wer da geditscht hatte, nahmen seine Augen einen hellglänzenden Blauton an und er riss die Tür mit einem kraftvollen Ruck weit auf. Seine Muse Rebekka war’s und lächelte ihn strahlend an. Augenblicklich holte sie dann weit aus und schleuderte (fix wie er gottlob war, konnte er gerade noch rechtzeitig zur Seite springen!)  eine gigantische Kiste, gefüllt mit tausenden von Buchstaben, in sein derzeit leeres Oberstübchen. Mit einem spartanischen Küsschen auf seine Stirn und einem kurzem Zunicken verschwand sie dann auch schon wieder.

Verdutzt stand der Poet da und fühlte, zwar noch zaghaft aber immerhin, die auffordernde Annäherung seines gerade erwachten Talents.
„Nun hilf mir schon, die wild verstreuten Buchstaben zu sammeln und zu sortieren!“, herrschte er sein Talent an. „Wenn dieses Weib aufkreuzt, hinterlässt sie nur Unordnung und Chaos!“
Beide knieten sich auf den Boden und begannen sogleich mit der Arbeit. Das Talent reichte dem Poeten die Buchstaben zu und dieser fügte sie sogleich zu einigen sinnvollen Worten und Sätzen zusammen.
Nach geraumer Zeit machten sie eine kleine Zwischenpause, welche sie nutzten, um das bereits mit anwachsender Schöpferkunst zurechtgelegte Wortgefüge zu begutachten. Im sonst meist leeren Oberstübchen schwebte nun der Beginn eines Werkes, das dem Poeten in den Sinn gekommen war und nach Vollendung fieberte:

„rebekkas lied zur guten nacht
klingt hell hinaus ins dunkle tal
erzählt vom tag der sonnig war
und frei von mühen frei von qual“

(das © erscheint dann am Ende der ganzen Geschichte)

Der Poet war mit sich zufrieden und meinte:
„Ich finde das einen guten Ansatz – mal schauen, was sich daraus machen läßt.!“

Sofort schrieb er an die Assistentin der Muse Rebekka (da ja die Muse selbst überwiegend auf Poeten-Küssen-Reise war, wandte er sich gleich an die Assistentin) und fragte an: „Was würde dir denn dazu einfallen ?“

Die Assistentin jedoch war gerade mal wieder beim Farbenmischen, versprach aber, Hilfestellung zu leisten, sobald ihr Gemälde fertiggestellt wäre. Dabei vergass sie auch nicht zu erwähnen, dass diese Hilfe auf keinen Fall gereimt daherkäme, schliesslich sei sie keine Poetin, aber in Prosa liesse sich vielleicht etwas daraus machen.

C U T  !!!

Soviel zur Vorgeschichte, die habt ihr nun überstanden … falls ihr überhaupt bis hierhin gelesen habt. Mit der Hauptgeschichte geht es weiter, sobald das Gemälde im Kasten ist.
Oder anders gesagt: das Bild dazu ist wichtig, denn es führt zum Text ! 🙂

Meereslauschen

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Hörst du das Meer
dieses leise Rauschen
ich liebe es sehr
möcht‘  jetzt gemeinsam mit dir lauschen
sanft überspült das Meer den Strand
zärtlich führst du meine Hand zu deinem Mund
schaumgekrönte Wellen küssen den Sand
und kreischende Möwen tun uns ihre Liebe kund
in der Ferne schaukelt ein Boot
wir träumen uns zusammen dorthin
blicken zum Horizont, er wird allmählich rot
gleiten lautlos auf dem Meer – wie glücklich ich jetzt bin.

co.  chrinolo

Sie lauern im Hintergrund …

 

….  ja, auch die für’s Leben gültigen sogenannten Faustregeln, die oft mit Prozenten zu tun haben – Zahlen also! Eine zum Beispiel sagt:

Unter der Ein-Prozent-Regel (auch: Einprozentregel, selten: 1 %-Regel) versteht man in der Netzkultur die Faustregel, wonach die große Mehrheit der Benutzer von Online-Communitys keine eigenen Inhalte beiträgt, sondern nur still mitliest (englisch to lurk, herumlauern, lauschen).

Das wird inzwischen bestritten!?

Der IT-Berater Jakob Nielsen  beschrieb die Heterogenität der Beteiligung im Web, das er sich weniger wie eine Community und mehr wie eine „riesige unpersönliche Stadt“ vorstellte. Nielsen griff das Konzept erneut 2006 zur Beschreibung des Web 2.0 auf, als er die 90-9-1-Regel in der Form, in der sie auch heute noch bekannt ist, prägte:

„Die meisten Benutzer beteiligen sich nicht sehr viel. Meistens lauern sie nur im Hintergrund herum. Demgegenüber stammt eine unverhältnismäßig große Menge an Inhalt und anderer Aktivität von einer winzig kleinen Minderheit aller Benutzer.“

In Anlehnung an ein Modell aus der Wirtschaftswissenschaft handelt es sich um eine spezielle Ausprägung des Paretoprinzips, einer 80:20-Regel, die besagt, dass 80 Prozent des Erfolgs eines Projekts auf 20 Prozent der dazu eingesetzten Mittel zurückgehen.  (Wiki)

80:20, das kenne ich – früher musste ich im Rahmen des Qualitätsmanagements Pareto-Diagramme erstellen. Es ging um die vielen Fehler und deren Auswirkungen.

Dies machte mich oft betroffen und betraf mich auch. Unbestritten, ich mache eine Menge Fehler und das ist auch gut so – es zeichnet mich als Menschen aus! Fehler sind menschlich. Nun ist es aber nicht so, dass ich das einfach so hinzunehmen darf. Man muss etwas dagegen tun, denn Fehler haben schliesslich Auswirkungen. Genau hier kommt Herr Pareto ins Spiel, denn durch ihn weiss ich:

Nur 20 % der Fehler sind verantwortlich für die 80 % schlimme Auswirkungen !!!

Dies bedeutet: sich auf das Wesentliche zu konzentrieren! (das stammt nicht von Pareto, meint es aber ähnlich).

Diese 20 % Fehler, welche so schreckliche Auswirkungen haben, müssen bekämpft werden. Nur 20 % – was ist das schon? Das muss doch wohl zu schaffen sein!

20 % – von vielen – aber welche genau? Mein Gott, wenn ich das nur wüsste. Aber ich fühle, sie lauern schon im Hintergrund! Wie die untätige grosse Mehrheit, die auf ihre Gelegenheit wartet.

Ich darf gar nicht daran denken, welche schlimmen Auswirkungen die verursachen können …

Also, jetzt tut mal was, beteiligt euch aktiv und hört auf zu lauern, während ich die wesentlichen 20 % Fehler suche, die sonst evtl. für den Misserfolg meiner Projekte verantwortlich sind. Und reitet nicht ständig auf den lächerlichen 80 % meiner Fehler rum, die ohnehin keine nennenswerten Auswirkungen haben … ich denke dabei an diese Erbsenzähler, die Nörgler, die bekanntlich in jeder Suppe ein Haar finden!

So, ich habe die Sache eingehend durchdacht und auch was geschrieben, also mein Wissen (mit-)geteilt. Mehr kann man heute von mir nicht verlangen.

Ich wünsche euch allen einen erfolgreichen, fehlerfreien Tag 🙂