VIVA LA VIDA – Frida Kahlo-Ausstellung im Kunstmuseum Gehrke-Remund in Baden-Baden

 

Zuerst die beste Nachricht von vielen Guten!

die Frida Kahlo Ausstellung in Baden-Baden wird verlängert bis Januar 2018

Schon auf der Fahrt dorthin war ich sehr aufgeregt, sehr gespannt und neugierig. Aus gutem Grund:  ich habe es schon einmal erlebt und es war überwältigend!
Hier hatte ich darüber berichtet:
https://seelenglimmern.com/2017/01/24/frida-kahlo-sie-ist-wieder-in-baden-baden/

Und heute … meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Ich betrat die Ausstellungsräume und da stand er, lächelte und sagte:“Willkommen im Kunstmuseum!“.   Hans-Jürgen Gehrke, der zusammen mit Dr. Mariella Remund dieses Kunstmuseum gegründet hat – angetrieben von grosser Leidenschaft für eine aussergewöhnliche Künstlerin. Diese Leidenschaft sehe und fühle ich in jedem Winkel dieser Ausstellungsräume.

Hier im Kunstmuseum ist vieles anders, als ich es sonst auf Ausstellungen erlebe. Ich fühlte mich hier wieder wirklich „willkommen“ –  bei diesen beiden sympathischen Menschen, die leidenschaftlich und mit grossem Wissen, das sie gerne und fachkundig an ihre Besucher weitergeben, etwas ganz Besonderes für die Vermittlung von Kunst leisten. Und ich fühlte mich willkommen im Leben der Frida Kahlo, die mir in diesem Ambiente (Kunst braucht einen passenden Rahmen) so nah ist. Es ist ein sehr emotionales Erleben, das sich hier vollzieht und das ich mir mit jeder Faser meines Herzens gewünscht hatte. Mit vielversprechenden Gedanken betrat ich dann ihre, die andere Welt, die mir schon ein bisschen vertraut ist.

An dieser Stelle nochmals meinen ganz lieben Dank an Frau Dr. Remund und Herrn Gehrke für die entgegenkommende Begleitung, die netten Gespräche und die Aufmerksamkeit, die sie mir geschenkt haben (danke auch, dass ich fotografieren durfte 🙂 ):

Nun aber zur Hauptperson, der mein Besuch galt – Frida Kahlo. Als Hilfestellung für die Ausstellung erhielt ich ein Ausstellungsbegleitheft mit Informationen zu den Gemälden, Fotos, Kleidungsstücken etc. und einigen Geheimnissen, die hinter den Werken und den Situationen verborgen sind. Es sind Geheimnisse, die man sonst nicht in Büchern lesen kann und die mich überrascht und erstaunt haben (am Schluss meines Beitrages verrate ich euch eines!)

Zuerst betrat ich Fridas Küche, um zu sehen, was bei ihr so alles auf den Tisch kam:

Und dann interessierte mich natürlich ihr Hauptarbeitsplatz – Malen war ihr Leben!

Dann die Hauptsache: ihre Gemälde – „Alle ihre Selbstbildnisse werden im Kontext ihres Lebens mit Fotografien, Kleider, Schmuck und ihr Atelier im „Blauen Haus“ gezeigt.
Die Ausstellung zeigt einige Frida Kahlo Gemälde die noch nie in Europa zu sehen waren.“
( http://www.fridakahlostory.com/frida-kahlo—die-gemaumllde.html )

Einige durfte ich fotografieren und zeige sie hier in der Galerie (zum Vergrössern bitte anklicken!):

 

Etwas völlig anderes ist es natürlich, wenn man ganz nah davorsteht und auch die Hintergründe der einzelnen Gemälde kennt. Sie erzählen von einem Leben voller Spannung, Leid, Schmerz und Liebe. Viele Symbole sind zu deuten und die Farbwahl zu beachten …  das müsst ihr schon persönlich tun und wenn es euch interessiert, kann ich euch nur von ganzem Herzen empfehlen, die Gelegenheit zu nutzen und die Ausstellung zu besuchen. Ich kann hier nur einige Eindrücke wiedergeben, wie wundervoll diese Ausstellung ist.

 

Ah, bevor ich hier verschwinde wie versprochen noch das Geheimnis (nur eines!):

Ich konnte sie riechen !!! Wirklich! Dort steht Parfüm und ein winzig kleines Tröpfchen hat plötzlich meine Hand benetzt – danke nochmal, Frau Dr. Remund, das war so lieb, wo ich Düfte doch so liebe. Und ihr Duft … war schon ein ganz besonderer. Ihr gefiel:

Sleeping de Schiaparelli 1938

Und der Parfum-Flakon, der kleine auf dem Foto oben links – einfach niedlich 🙂

Sleeping de Schiaparelli 1938

Elsa Schiaparelli Düfte wurden in Zusammenarbeit mit den Parfümeuren Jean Carles und Nathalie Feisthauer in Bois-Colombes, nordwestlich von Paris hergestellt.

Schiaparellis Parfums sind für ihre ungewöhnlichen Verpackungen und Flaschen bekannt. Den Flakon für Sleeping de Schiaparelli wurde nach einem Werk von Rene Magritte „The Key of Dreams“ entworfen. Die Flasche für das Parfum „Sleeping“ ist ein Kerzenständer aus Baccarat-Kristall mit einem Stöpsel in Form einer roten Flamme. Die Präsentationsbox imitiert einen großen Kerzenlöscher. Diese Flaschen sind heute begehrte Sammlerobjekte und erzielen hohe Preise bei Auktionen.

Die Duftkomposition:
Sleeping de Schiaparelli  ist ein schweres, narkotisches, weiches, grünes orientalisches Parfüm für Frauen mit würziger Nelke über waldig-moosigen Noten auf Vanille.

Kopfnote: Bergamotte, grüne Noten
Herznote: Rose, Ägyptischer Jasmin, Magnolie, Ylang Ylang, Nelke,
Orangenblüte
Basisnote: haitianischer Vetiver, Hevea Holz, Chinesisch Patchouli, Moschus, Sandelholz, Eiche, Bernstein, Vanille

So, den Duft könnt ihr euch jetzt sicher vorstellen. Wenn nicht, solltet ihr vielleicht doch mal im Kunstmuseum vorbeischauen und am Flakonstöpsel riechen 🙂

Ja, dort ist wirklich vieles anders als in sonstigen Museen. Und immer, wenn ich dann wieder zuhause bin und überdenke und nachlese (ich habe mir dort selbstverständlich wieder ein Buch und das Ausstellungsbegleitheft gekauft – alles kann ich mir auf einmal nicht merken!), dann kommen noch Fragen hoch, die ich in einem Wiederholungsbesuch unbedingt mit den Sachkundigen vor Ort klären muss 🙂

Dann wäre natürlich noch wichtig :  die Website vom Kunstmuseum, damit ihr es auch bei Bedarf findet und nicht lange suchen müsst:

http://www.kunstmuseum-gehrke-remund.org/

Ich wünsche euch noch schöne Ostertage 🙂

 

Nichts ist schwarz – wirklich nichts.

 

Frida Kahlo hat uns ein grosses Vermächtnis hinterlassen. Nicht nur ihre Gemälde, sondern auch viele lehrreiche Worte und Weisheiten, die manchmal sehr verblüffen, tief berühren und zum (Nach-)Denken anregen.

Sie hatte den Sinn ihres Lebens gefunden: „…und außerdem habe ich etwas, wofür es sich zu leben lohnt: die Malerei.“

Heute werde ich mir wieder ihre Ausstellung anschauen, ihre Gemälde bewundern und im Rausch ihrer Farben schwelgen. Damit kann ich Stunden verbringen ohne zu ermüden.  Und ich finde es nicht seltsam, durch ihre Gemälde ihr Leben „durchleben“ zu wollen. Mag sein, dass ich auch in dieser Hinsicht eine seltsame Person bin …  Frida hat es einmal so ausgedrückt:

Ich habe immer gedacht, dass ich die seltsamste Person auf dieser Welt bin, aber später dachte ich, dass es viele solcher Leute auf der Welt gibt, es muss also jemanden wie mich geben, der sich auf gleiche Weise bizarr und beschädigt fühlt, so wie ich mich fühle. Ich stelle mir die Frau vor, und stelle mir vor, dass sie dort drüben auch an mich denkt. Also gut, ich hoffe, wenn du dort bist und dies liest, dass du weißt, dass es wahr ist, dass ich da bin und genauso seltsam bin wie du.“

…  und ihr Gefühl hat ihr Folgendes vermittelt:

„Ich fühle, dass wir seit unserem Herkunftsort zusammen sind, dass wir aus der gleichen Materie gemacht sind, den gleichen Wellen, dass wir in uns den gleichen Sinn tragen. Dein ganzes Sein, dein Genie und deine außerordentliche Bescheidenheit sind unvergleichbar und du bereicherst das Leben; In deiner außergewöhnlichen Welt, biete ich dir nur eine weitere Wahrheit an, die du erhältst und die immer das Tiefste in dir liebkosen wird.“

Frida war eine Frau, die unglaublich lieben konnte – ich muss oft schmunzeln, wenn ich diese Worte von ihr lese:

„Darf man Verben erfinden? Ich möchte dir eines sagen: ich himmele dich, so spreizen sich meine Flügel breit aus um dich maßlos zu lieben.“

Ihr Leben war ein ganz Besonderes, die Liebe war für sie etwas ganz Besonderes und ihre Sicht zu den Eigenschaften der verschiedenen Farben ist auch eine Besondere – ich werde ihre Gemälde mit diesem Wissen betrachten und die Wahl ihrer Farben bestaunen. Sie sagt: Blau ist die Liebe!

„Grün – warmes und gutes Licht.
Magenta – aztekisch. Tlapali, altes Kaktusfeigenblut, die lebendigste und älteste [Farbe].
(Braun) Farbe der „Mole“, des schwindenden Blatts. Erde.
(Gelb) Irrsinn, Krankheit, Angst. Teil der Sonne und der Freude.
(Blau) Elektrizität und Reinheit. Liebe.
(Schwarz) Nichts ist schwarz – wirklich nichts.
(Blattgrün) Blätter, Traurigkeit, Wissenschaft. Ganz Deutschland hat diese Farbe.
(Hellgelbgrün) Mehr Irrsinn und Mysterien. Alle Gespenster tragen Kleider von dieser Farbe oder zumindest solche Unterwäsche.
(Grünblau) Farbe für schlechte Reklame und gute Geschäfte.
(Blau) Entfernung. Auch Zärtlichkeit kann von dieser Farbe sein.
(Rot) Blut? Ach, wer weiß!»

(aus „Frida Kahlo – das Gesamtwerk“,1988)

Ich habe ja schon öfter über Frida Kahlo berichtet und meine Verehrung für diese wundervolle Frau und grossartige Künstlerin zum Ausdruck gebracht, hier z.B.: https://seelenglimmern.com/2017/01/24/frida-kahlo-sie-ist-wieder-in-baden-baden/

Doch nun freue ich mich riesig auf ein neues Wiedersehen mit ihr 🙂

Ein Tag im Musée d’Art Moderne et Contemporain de Strasbourg

„Hast du noch die Fotos von Strassburg, als wir unseren Mädelstag ins Museum machten? Meine sind vom PC verschwunden!?“, wurde ich gefragt. Na ja, so ganz spontan fiel mir nicht ein, wo diese bei mir auf dem PC für ein Wiedersehen lagern, das war im August 2012! Es war auch nicht gerade einfach, diese wiederzufinden, zumal meine zwei alten PCs ziemlich lahm sind. Aber ich habe sie natürlich wiedergefunden – und es hat sich gelohnt. Schon beim ersten Foto fiel mir wieder alles ein, als wäre es gestern gewesen. Ein tolles Museum und ein fantastischer Mädelstag in einer der schönsten Städte, die ich kenne: Strassburg ! 🙂

Spass haben an der Kunst war unser Motto. Gut ausgerüstet mit Kameras und einer grossen Portion guter Laune gings los :

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Das Museum! Gross und weitläufig, schönes Ambiente und prall gefüllt mit bemerkenswerten und sonderbaren Werken. Natürlich konnte ich nicht alle fotografieren, aber das, was mich sehr ansprach, habe ich hier zur Erinnerung:

 

Jedes Werk hat seine spannende Geschichte. Hier zwei Beispiele, die mich doch ziemlich erstaunt und besinnlich gemacht haben.

Dieses Kleid – die Robe Barocco! Von Javier Perez aus getrockneten Kuh- und Rinderdärmen gefertigt … und Schnürsenkeln. Harte, spröde, getrocknete Därme! Mein Gott, dachte ich, wer mag denn SOWAS tragen? Und dann vor allem: wer hat schon sooo eine Taille   :

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Ja, und dann war da noch diese Skulptur: Affe und Delphin! Hmmm … was hat sich der Künstler wohl dabei gedacht?

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Das hat mich nun sehr interessiert und ich habe nachgeforscht. Dazu gibt es eine Fabel, die zum Nachdenken auffordern sollte:

„Le Single et le Dauphin“ von Jean-Désiré Ringel d’Illzach (1849–1916)

Diese Skulptur stand ursprünglich draußen in der Orangerie neben dem Pavillon Joséphine in Strassburg. Nachdem ein brutaler Irrer sie mit einem Hammer beschädigt hatte, wurde sie repariert und in Sicherheit gebracht. Heute steht sie nun im lokalen Museum.

Diese Skulptur zeigt die Szene eines Delfins, der einen Passagier eines schiffbrüchigen Bootes rettet.

Die Geschichte dahinter:

Der französische Schriftsteller La Fontaine, der sich u.a. auch mit Plinius beschäftigte, schrieb eine Fabel, die als Hintergrundsgeschichte zu dieser Skulptur diente.

Der Delphin und der Affe

Es war der Griechen Art und Weise,
Wenn uns nicht täuscht die alte Kunde,
Dass sie auf jede Meeresreise
Mitnahmen Affen und Gauklerhunde.
Einst stieß ein so gerüstetes Schiff
Nicht weit von Athen auf ein Felsenriff.
Es wäre alles umgekommen,
Wenn nicht Delphine mitgeschwommen.
Die sind uns Menschen sehr gewogen,
Sofern uns Plinius nicht belogen.
Sie retteten alle nach Möglichkeit.
Selbst einem der Affen, der Hilfe schreit,
Hat ein Delphin, den er betrogen
Durch seine Menschenähnlichkeit,
Den sichern Rücken hingebogen.
Der Affe stieg auf voll Ernst und Würde,
War wie Arion anzusehn.
Wie der Delphin nun seine Bürde
Gen Land trug, fragte er den Affen:
»Ihr seid wohl einer aus Athen?«
»Ja,« sagte der, »man kennt mich gut.
Habt Ihr dort einmal was zu schaffen,
Kommt nur zu mir. In Ansehn stehn
Wir dort, in unsern Händen ruht
Manch hohes Amt seit manchem Jahr,
Mein Vetter ist oberster Richter sogar.«
Da sagte Dank das Tier der Flut.
»So werdet Ihr auch hin und wieder,
Den herrlichen Piräus sehn?«
»Mein bester Freund ist der! So bieder
Wie er ist keiner in Athen.
Der Affe hatte, unwissend genug,
Den Namen, den der Hafen trug,
Für eines Menschen Namen genommen
Und schwatzte, wie es manchen gibt,
Der dreist von allem zu reden liebt,
Was er noch nie zu sehn bekommen.
Doch der Delphin erhob den Kopf,
Betrachtete sich den albernen Tropf
Und sah nun, daß er aus den Wogen
Nichts als ein Vieh herausgezogen.
Schnell warf er’s ab und suchte umher,
Ob nicht noch ein Mensch zu retten wär.

Jean de La Fontaine

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So ein Museumsbesuch fördert viele Geschichten zutage und ich liebe es, diesen dann nachzuspüren. Da gab es noch so einige, doch machten wir natürlich auch zwischendurch mehrere Päuschen, denn so viel Wissen muss sich zwischendurch setzen. Also ging es immer mal wieder raus aus dem Museum und rein ins wunderschöne Städchen …

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Also DIESER Tag war ein echtes Perlchen für mein Glücksschatzkästchen – ich möchte ihn nicht missen! 🙂