ein Gedicht … kurz gefasst und fein sinniert

 

Manches Gedicht bringt Fröhlichkeit   …  und Erinnerungen an die Schule  🙂  :

 

Sah ein knab
ein röslein stehn…
neufassung
zeitsparend

1 = röslein
2 = knabe wild

2 sah 1
blütenreins
rösleinseher
pirschte näher
1 ließ schrei
stach
aber 2
brach

© Carl Böckli (1889 – 1970)

Man lauert, sitzt und sinnt,
verändert, schreibt, durchstreicht,
schmeißt Silb und Reim herum,
versetzt, verwirft, vergleicht …

Johann Christian Günther (1695 – 1723)

Kleiner 1.Mai-Spaziergang am Morgen …

 

Kurz vor dem Regen noch ein Eintauchen in die Blütenfülle meines Gartens. Prachtvolle Farben, im Kontrast zu dem wolkenbehangenen grauen Himmel, strahlen mir entgegen.

Der Duft von Rosen umschmeichelt meine Nase, sie sind wunderschön anzuschaun´n. Ich drücke auf den Auslöser meiner Kamera. Mist! Gerade jetzt ist der Akku leer 🙁

Aber einige wenige Fotos habe ich gemacht (zum Vergrößern bitte anklicken):

Fotos von den herrlichen Rosen folgen dann, sobald der Akku wieder geladen ist  🙂

Noch ein schönes Gedicht, das meine Stimmung ausdrückt: © Cosima Bellersen Quirini :

mai

morgens
den taufeuchten himmel
umarmen
und in die
feinen blauen wolken
greifen
schimmerndes gold
an den zimmerwänden
festmalen
und
für die ewigkleit
rahmen
das wachsen und rauschen
der blütenblätter
belauschen
voll hunger
das muntere jauchzen
aufbrechender erde
in jede pore
einsaugen
und des nachts-
die
vollkommene
leichtigkeit
ja-
frische unsterblichkeit
träumen

Ich wünsche euch allen einen schönen 1. Mai-Tag  🌹

 

Ausgesperrt

 

Der arme Poet

Er sitzt nicht mehr im Kaffeehaus
Wo einst seine poetischen Worte flossen
Steht er nun draußen vor´m Fenster
Blickt stumm hinein und ist sehr verdrossen

Die Stühle sind ordentlich hochgestapelt
Kein Kellner hastet hier ruhelos umher
Wem also sollen seine Augen folgen
Nur gähnende Leere, das betrübt ihn sehr

Keine geheimnisvoll flüsternden Gäste
Die zu bildhaften Gedanken ihn inspirieren
Keine Gesichter, kein Lächeln oder verheißungsvolle Blicke
Hoffnungslos- seine Worte fließen nur beim Observieren

Er muss sich wohl weiterhin grämen
„Stay home“ steht rot am Kaffeehaus
Poetische Worte? Woher soll er diese nehmen?
Sie bleiben vorerst aus.

Tuschezeichnung und Text © chrinolo