Wo wir uns der Sonne freuen, Sind wir jede Sorge los; Daß wir uns in ihr zerstreuen, Darum ist die Welt so groß.
Johann Wolfgang von Goethe
Er hat wohl im Regen die Sonne gesucht und hier gefunden. Ruhig sitzt er nun da und gibt sich inmitten von Sonnenblumen seinen Gedanken hin. Vielleicht träumt er ja auch von den vergang’nen Sommertagen … und freut sich, dass die Natur ihm noch diesen Anblick bietet. Und ich freue mich mit ihm, an diesem nebelverhangenen, nassen Sonntagmorgen.
Goethe hat recht, wo wir uns der Sonne freuen, sind wir alle Sorgen los. Das gelingt auch unter einem Sonnenblumenkranz 🙂
Im Moment schreibe ich hier nicht so viel, weil ich mich für eine Weile der Malerei hingegeben habe – eine Lieblingsbeschäftigung von mir an kalten Regentagen. Auch so kann ich Farbe ins Leben bringen und denke da wie Hermann Hesse:
„…denn das Zeichnen und Malen ist meine Art von Ausruhen. Das Bildchen soll Ihnen zeigen, dass die Unschuld der Natur, das Schwingen von ein paar Farben, auch inmitten eines schweren und problematischen Lebens zu jeder Stunde wieder Glauben und Freiheit in uns schaffen kann.“
Und hier entstehen meine Bilder nach Gefühl und Wohlbefinden. Dahin ziehe ich mich nun wieder zurück und vielleicht könnt ihr bald ein augengefälliges Ergebnis sehen 😉
Der volle, mich immer wieder faszinierende Mond verabschiedet sich. Noch liegt die angenehme Stille dieses Sonntags über den Häusern und Gärten.
Während ich dem Mond zuschaue, wie er langsam davonwandert, sitzt Max am Fenster und scheint auch diesen schönen Moment zu geniessen. Liebevoll blicke ich ihn an und fühle wieder die tiefe Dankbarkeit, mit solch einem wundervollen Tier zusammenleben zu dürfen – ein einst verwildertes Waldkätzchen, das den Weg zu mir gefunden hat. Manchmal beneide ich ihn, denn oft scheint er mir so vollkommen in seinem Dasein. Gerade sitzt er wieder da und zeigt mir all die Eigenschaften, die mir zwischendurch so oft abhanden kommen. Ruhe, Gelassenheit, Achtsamkeit, Ausdauer und unsagbare Geduld und Beharrlichkeit.
Ja, Beharrlichkeit, wenn er ein Ziel vor Augen hat. Eine Maus in ihrem Mauseloch oder einen Vogel, der im Gras herumpickt. Nicht immer führt seine Beharrlichkeit und Ausdauer zum Erfolg und trotzdem verliert er nie den Mut, dass es dann sicher beim nächsten Versuch klappt. Und das tut es dann auch.
Er erinnert mich immer wieder daran, dieser kleine, liebe Kerl – was täte ich nur ohne ihn 🙂
Still beobachten wir zusammen, wie der Mond langsam hinter dem Berg verschwindet. Es scheint ein schöner Tag zu werden.