Der volle, mich immer wieder faszinierende Mond verabschiedet sich. Noch liegt die angenehme Stille dieses Sonntags über den Häusern und Gärten.
Während ich dem Mond zuschaue, wie er langsam davonwandert, sitzt Max am Fenster und scheint auch diesen schönen Moment zu geniessen. Liebevoll blicke ich ihn an und fühle wieder die tiefe Dankbarkeit, mit solch einem wundervollen Tier zusammenleben zu dürfen – ein einst verwildertes Waldkätzchen, das den Weg zu mir gefunden hat. Manchmal beneide ich ihn, denn oft scheint er mir so vollkommen in seinem Dasein. Gerade sitzt er wieder da und zeigt mir all die Eigenschaften, die mir zwischendurch so oft abhanden kommen. Ruhe, Gelassenheit, Achtsamkeit, Ausdauer und unsagbare Geduld und Beharrlichkeit.
Ja, Beharrlichkeit, wenn er ein Ziel vor Augen hat. Eine Maus in ihrem Mauseloch oder einen Vogel, der im Gras herumpickt. Nicht immer führt seine Beharrlichkeit und Ausdauer zum Erfolg und trotzdem verliert er nie den Mut, dass es dann sicher beim nächsten Versuch klappt. Und das tut es dann auch.
Er erinnert mich immer wieder daran, dieser kleine, liebe Kerl – was täte ich nur ohne ihn 🙂
Still beobachten wir zusammen, wie der Mond langsam hinter dem Berg verschwindet. Es scheint ein schöner Tag zu werden.

