Freude und Leid liegen oft sehr nahe beieinander …

 

Ich kam von einer schönen Reise zurück und er hat währenddessen seine letzte Reise angetreten. Es macht mich im Moment unendlich traurig.

Gerade habe ich gelesen:

„Wolfsmutter Marion Ebel trauert sehr um Scott. „Er hat die Welt geliebt und mir in dunklen und hellen Zeiten seine Liebe, Vertrauen und Freundschaft geschenkt. Ich vermisse sein unverdorbenes Wesen und seine vorurteilsfreie Lebensart. Ruhe in Frieden mein wunderschöner Wolf! Ich werde dich immer vermissen.“
( https://www.hanauer.de/ha_50_111727195-29-_Wildpark-Alte-Fasanerie-Polarwolf-Scott-gestorben.html )

 

Er ist nun wieder bei seinem Rudel, dieser unvergleichliche legendäre Anführer.

Ja, es macht mich sehr, sehr traurig … es ist nicht lange her, da schrieb ich :
https://seelenglimmern.com/2018/10/21/noch-eine-kleine-hessenreise-in-diesem-jahr/

So ist dein Lebensplan
Scott, lieber alter Wolf,
Ich fühle in meinem Herzen
So starke Abschiedsschmerzen ….

Manche Wünsche gehen nicht in Erfüllung …

 

… aber davon träumen darf man. Der Traum bleibt dabei nur ein Traum, aber die Gefühle sind real. Langsam fühlt man sich ein und plötzlich glaubt man, ihren Atem wahrzunehmen und die wohlige Wärme ihres Fells zu spüren … ihr dichtes kuscheliges Fell. Erträumte Glücksmomente können auch zauberhaft sein.

 

 

Dieser Blick, der bernsteinfarbene …

 

…  „Er sah mich an – mit diesem „anderen“ Blick, dem freundlichen und aufmerksamen, dem bernsteinfarbenen.“  – diese Worte schrieb ich vor zwei Jahren.

https://seelenglimmern.com/2015/07/18/gluecklich-unter-woelfen/

Es waren nicht nur glückliche Momente, sondern viele glückliche Stunden, die sie mir geschenkt haben. Und nun bin ich sehr traurig, bis in die Tiefe meiner Seele. Ich fühlte nur noch Schmerz in meinem Herzen, als ich diese Nachricht las:

http://www.hessenschau.de/panorama/polarwoelfe-ayla-und-scott-im-hanauer-wildpark-sind-todkrank,woelfe-krank-100.html

Letztes Jahr, in der Silvesternacht, musste schon Khan eingeschläfert werden. Er hatte einen Tumor und sehr grosse Schmerzen.

https://www.op-online.de/region/hanau/wildpark-klein-auheim-trauert-polarwolf-khan-bruder-scott-ayla-musste-eingeschlaefert-werden-6007287.html

Und nun soll bald dieser ergreifende, tiefgründige, bernsteinfarbene Blick der beiden anderen Polarwölfen auch erlöschen.

Ich weiss, dass der Tod zum Leben gehört und trotzdem bin ich im Moment tieftraurig und untröstlich … „Es waren viele glückliche Momente, die ich bei ihnen erlebt habe – und die Stunden vergingen wie im Flug. Ich habe ihnen zugeschaut, sie „studiert“ und mit ihnen geredet.“ schrieb ich damals.

Bilder, die sich tief in mir eingeprägt haben, ziehen an mir vorüber und mir wird unerbittlich bewusst, dass ich diesen drei wundervollen Wesen, deren Anblick mich so glücklich gemacht hat, in dieser Welt nicht mehr begegnen werde … da hilft alles Weinen nicht. Und trotzdem weine ich, wenn ich sie in meinen Videos sehe …

Der Wolf vermittelt uns „den Geist des intuitiven Wissens: ein Geist, der mit einer Freiheit ohnegleichen der Existenz und der Welt die Stirn bietet.“ schrieb Hélène Grimaud in ihrer „Wolfsonate“.

Ich denke auch an den unermesslichen Abschieds-Schmerz, den Frau Dr. Marion Ebel, die „Wolfsmutter“, derzeit erleidet. Die drei Wölfe kamen im Alter von 10 Tagen zu ihr und sie fütterte sie 30 Tage lang mit der Milchflasche, lebte mit ihnen in einem Bauwagen auf dem Gelände des Geheges. Im Laufe der Jahre baute sie eine ganz besondere, vertrauensvolle Beziehung zu ihnen auf …  Trost spendet ihr nun lediglich der Gedanke, dass es mit anderen, jüngeren Polarwölfen weitergeht.

Natürlich, das Leben geht weiter …