Nun ist es doch passiert …

 

Man soll ja nicht (allzu oft) an der Vergangenheit rühren, nein, man soll sie loslassen! Da gebe ich mir auch sehr grosse Mühe, aber wenn ich dann solch einen Beitrag sehe ( https://kopfundgestalt.com/2017/09/28/fruhs-am-stuck/  ), dann muss ich einfach reisen. Und ich denke sofort an dieses wunderschöne Gedicht, das ich vor Abreise erhalten habe. Es erklärt, warum ich das jetzt am Liebsten tun würde:

erdenkind

des frühen morgen´s sonnenschein
liegt wärmend über stadt und land
ein sanfter wind weht durch die gassen
schon seit der dämm´rung bin ich wach
und wandre nun hinab zum strand
wo ich weit fort sein werde von den massen

es liegt dort, fast vom fels versteckt
mein ziel: die kleine stille bucht
die einsam träumt in schöner abgeschiedenheit
dort zieht´s mich hin, mich treibt die sucht
nach ruhe stille einsamkeit

des himmel´s weite über mir
ist klar und blau und wolkenlos
ein albatross zieht majestätisch seine bahn
der sand ist heiß die brandung rauscht
ich fühl´ mich wie in mutter´s schoß:
geborgen und weitab der menschheit´ wahn

von einer düne schaue ich
hinaus zum fernen horizont
ganz freundlich glitzernd grüßt das meer
ich fühl´ mich eins mit der natur
mit erde sonne und dem mond
der unsichtbaren sterne´ heer

berlin, märz 1975 /co. danny

https://seelenglimmern.com/reisen/fuerteventura-playa-esmeralda-2016/ )

…  „ganz freundlich glitzernd grüßt das meer
ich fühl´ mich eins mit der natur“  …   ja, wie soll man das wieder aus dem Kopf bekommen, wenn es plötzlich gegenwärtig ist.

Ich werde jetzt malen! Das hilft gegen die Sehnsucht …

 

Wie würden sie sich wohl heute zusammen anhören?

 

Offiziell getrennt haben sie sich ja nie, aber jeder macht nun doch mehr oder weniger allein sein Ding. Dabei sind sie zwar nahe am Original, aber trotzdem ist es nicht das gleiche. Diese fantastischen Musiker … zwei hörte ich mir heute wieder an: John Illsley, ehemaliges Gründungsmitglied von Dire Straits, Bassist und dann Phil Palmer, zweiter Gitarrist der Band.

Die Freundschaft mit Mark Knopfler ist ungebrochen und so hat dieser John Illsley mit seiner Gitarre „ausgeholfen“, als Illsley ein Solo-Album aufnahm … also, es könnte glatt von Dire Straits sein!

John Illsley – Streets of Heaven – Feat Mark Knopfler

Und dann Phil Palmer, dieser ebenso aussergewöhnliche Gitarrist. Er beherrscht sehr gut Mark Knopflers Fingerpicking-Technik (also, nahe am Original) … wenn ich sein Gitarrensolo bei Lucio Battistis „con il nastro rosa“ höre, dann sehne ich mich geradezu danach, ihn wieder bei Dire Straits zu hören, sehe ihn vor mir.

Und ich sehe auch John Illsley – er ist nicht nur eins mit seiner Gitarre, sondern tanzt mit ihr, als führte er zärtlich die Frau seines Herzens. Neben der einzigartigen Musik dieser Musiker sind es diese „Nebensächlichkeiten“, die mich emotional sehr berühren.

Übrigens, John Illsley tanzt auch heute noch mit ihr 🙂

Wie damals, 1992, als sie Tausende von Fans begeisterten, in einen Zustand höchsten Glücksgefühls versetzten … one of the very last concerts ever with Dire Straits … unforgettable  🙁  :

Mark Knopfler – vocals, lead guitar John Illsley – bass Phil Palmer – rhythm guitar Guy Fletcher – keyboards Alan Clark – keyboards Chris White – Saxophone & stuff Paul Franklin – Pedal steel guitar Chris Whitten – Drums Danny Cummings – Percussion

Noch 19 Tage, 22 Stunden und 33 Minuten …

… es ist wohl unschwer zu erkennen, wo ich mit meinen Gedanken weile   🙂

Das Meer ist alles. Es bedeckt sieben Zehntel der Erde. Sein Atem ist rein und gesund. Es ist eine immense Wüste, wo ein Mann nie alleine ist, in dem er fühlen kann, wie das Leben aller in ihm bebt. Das Meer ist nicht nur ein Behälter für alle die ungeheuren, übernatürlichen Dinge, die darin existieren; es ist nicht nur Bewegung und Liebe; es ist die lebende Unendlichkeit.
(Jules Verne)

hmmm … was heisst da „ein Mann“? Das betrifft mich auch … als Frau 🙂

oder

Wer auf dem Ozean gewesen ist,
der scheut sich nicht mehr vor Pfützen.
(Aus Spanien)

oder

Der Frosch im Brunnen ahnt nichts von der Weite des Meeres.
(Aus Japan)

… ich muss dahin, weil:

Nach dem Sternenhimmel ist das Größte und Schönste,
was Gott erschaffen hat, das Meer.

(Adalbert Stifter)