729. Katharinenmarkt 2018 …

 

in der schönen Brüder-Grimm-Stadt Steinau an der Straße. Wir fanden eine besondere Atmosphäre vor – etwa wie sie im Katharinenmarktlied beschrieben wird: „…so was gibt’s an keinem andem Ort…wo kann’s denn noch schöner sein“!

Ein vielseitiges und aufregendes Angebot an Markt- und Verpflegungsständen, sowie auch Musik luden zum Flanieren ein. Und auch zu einer „Hock“ auf dem schönen Platz mit Märchenbrunnen ganz in der Nähe des imposanten Schlosses: „Menschen gucken“! Es war wirklich schön dort in der Sonne zu sitzen und das bunte Markttreiben zu beobachten. Die Menschen waren echt gut drauf, saßen u.a. unbeschwert auf der Treppe rund um den Brunnen, erfreuten sich an der Musik und schunkelten ungehemmt mit. Ihr Wohlgefühl war deutlich spürbar und ansteckend.

Zur Historie:
1290 verlieh König Rudolph I. von Habsburg dem Ort an des Reiches Straße die Stadt- und Marktrechte. Seither fand alljährlich am 25. November zu Ehren der Schutzpartonin der Stadt, der Heiligen Katharina von Alexandria, der  Katharinenmarkt statt. Er ist einer der ältesten Märkte im weiten Umkreis von Steinau an der Straße. In früheren Zeiten diente der Markt den Steinauern dazu, ihre Vorräte für den Winter aufzufüllen. Sie deckten sich beispielsweise mit Hülsenfrüchten ein, kauften Kleidung usw.
https://www.steinau.eu/smap—2699—.html )

Hier ein paar Impressionen (zum Vergrößern bitte anklicken):

Und auch ein anschließender kleiner Walk durch das Schloss und das schöne Märchenstädtchen war eine Freude.

 

Der Aufenthalt dort war richtig wohlig und es war interessant, dieses traditionelle Heimatfest in der ländlichen Idylle mitzuerleben.

 

Literaturcafé … da gab es Literatur im Café (außer Kaffee und Kuchen)

 

Klingt doch gut, oder? Im Rahmen meiner kleinen Hessereise fand eine Autorenlesung im Literaturcafé  Alte Apotheke statt. Der Autor Hans Melchior Schmidt las aus seinem neuen Buch „Gedanken eines Unzeitgemässen: Reflexe wider den Zeitgeist“. (https://www.amazon.de/Gedanken-eines-Unzeitgem%C3%A4ssen-Reflexe-Zeitgeist/dp/3929390671).         „Die hier publizierten Aphorismen sind das Ergebnis zu Wort gebrachter Wahrnehmungen, die gesellschaftskritisch, philosophisch, humoristisch ausfallen bis hin zur Ironie, zum Sarkasmus oder zur satirischen Karikatur. “
Der Autor trug ausgewählte „kluge Sprüche“ aus seinem zirka 1250 Aphorismen umfassenden Werk vor.
Zur Freude des Autors und den Café-Besitzern Kirsten und Hans (https://we-ra.com/2018/09/18/termine-termine/) war die Lesung mehr als gut besucht. Für musikalische Begleitung sorgte der Gitarrist Alfred Noll.

Eröffnet wurde die Lesung von Kirsten mit ein paar Begrüßungsworten an den Autor und die Gäste:

… und der Autor hörte ihr aufmerksam zu.

… dann hörten wir alle dem Gitarristen Alfred Noll zu, der einfühlsam in die Lesung mit den zunächst „Philosophischen Gedanken“ überleitete:

 

Was genau der Autor daraufhin zum Besten gab, findet ihr alles in seinem neuen Buch (siehe oben!)

Besonders begeistert von dieser Lesung war Wolf-Dietrich Heß, der Steinauer Maler, dessen Gemäde immer noch im Literaturcafé ausgestellt werden. Ich hatte mehrmals über ihn berichtet (https://seelenglimmern.com/2018/08/27/von-rittern-scharfen-rennen-und-dem-goldenen-vlies/) und es war für mich eine große Freude, ihm hier wieder zu begegnen. Und er hat sich auch gefreut – schaut nur her:

Am nächsten Tag besuchte ich nochmals das Literaturcafé, weil das Treffen mit Kirsten absolut zu kurz geraten war. Ständig war sie auf dem Sprung … aber auch dieses Mal sollte die Unterhaltung nicht lange dauern. Das Café war gerammelt voll, die Aushilfs-Backfee war ausgefallen und so musste die Chefin mal wieder selbst ans Werk, damit sich die Gäste den Bauch mit Kuchen und Torten füllen konnten.

Mhhh … ihr Rotweinkuchen war einfach lecker und den Apfelkuchen habe ich auch probiert  😊

„Wo ist sie? Ich will sie jetzt seh´n !!! „, rief ich und bekam zur Antwort: „Die ist hinten in der Backstube und schuftet.“

O.k., dachte ich, wenn der Prophet nicht zum Berg kommt …  ich warte so lange im Hinterhof, bis sie sich blicken lässt. Einmal muss sie ja da rauskommen ………………. hmmm

„Ha, da kannst du lange warten, so schnell kommt die nicht da raus. Solange die Gäste reinströmen, muss sie wohl ranklotzen.“, sagte mein Mann. „Aber hier auf dem Hof ist es auch sehr schön … guck mal, alles mit Liebe arrangiert!“

„Bleib geduldig und warte …“, sagte die weise Eule zu mir. Natürlich habe ich auf sie gehört   😓

… und plötzlich öffnete sich die Tür zur Backstube und da stand sie: Kirsten Backfee von und zu Rührteig- und Tortenturm  –  abgekämpft, aber glücklich und zufrieden  😂

Es war schön, sie nach so langer Zeit mal wiederzusehen  😍

Von Rittern, scharfen Rennen und dem Goldenen Vlies

 

Und vieles über den Kurfürsten Friedrich II. von der Pfalz  (wer ihn nicht kennt, kann hier über ihn lesen: http://www.wikiwand.com/de/Friedrich_II._(Pfalz)

Albrecht Dürer hat diesen gemalt und dieses Gemälde (Druck) konnte ich bei dem Maler WolfDietrich Heß anschauen.

Bislang kannte ich nur dessen „Märchenbilder“ und hatte mehrmals darüber berichtet, u.a. hier:  https://seelenglimmern.com/2017/12/26/die-kunst-kreist-in-meinen-gedanken-und-vollfuehrt-die-tollsten-loopings/

Nun stand ich vor Dürers Gemälde, das inmitten der Gemälde von WolfDietrich Heß hing.

Pfalzgraf Friedrich von der Pfalz, das Thema, das den Hintergrund zu Wolf-Dietrich Heß´s neuen Gemälden liefert – er malt natürlich nicht nur Märchenbilder der Brüder Grimm! Deshalb habe ich mich auch über seine Einladung zum Kaffee und der Besichtigung seiner kleinen Privat-Galerie gefreut, als ich in Steinau an der Straße war.

Um seine Bilder mit historischem Hintergrund verstehen zu können, las er mir zunächst aus einem kleinen, sehr alten Historienbüchlein die entsprechende Geschichte  dazu vor – in kleiner geselliger Kaffeerunde, denn Danny (nichtsnutziges sonntagskind aus dem Blog)  war auch anwesend und fotografierte fleißig:

Dann wurde besichtigt, erklärt, diskutiert und angeregt gefachsimpelt – es war für mich eine Freude, die beeindruckenden Kunstwerke im Original betrachten zu können.

Feine Linien detailgetreu und herrlich strahlende Farben. Einige wenige habe ich fotografiert, um sie euch zeigen zu können.

Zuerst meine beiden Favoriten:

 

… aber auch die anderen sind wunderschön:

Wolf Dietrich Heß habe ich als sehr vielseitig orientierten Künstler kennengelernt und es gab sehr viel in seinen Räumen zu betrachten und zu bewundern. Alles konnte ich natürlich nicht fotografieren, da muss der Kunstinteressierte schon selbst hin.

Und ich bin natürlich nicht gegangen, ohne Wolf Dietrich Heß eine kleine Aufmerksamkeit zu überreichen – ich hatte ihn beim Malen des Gemäldes für Kirsten zur Eröffnung des Literaturcafés gemalt. So, wie ich es mir eben vorstellte. Ich wußte dabei weder was er malte, noch wie dieser Maler eigentlich aussieht.

 

 

Die Überreichung seines Gemäldes an Kirsten – hier:  https://we-ra.com/2018/08/09/das-war-der-erste-tag/

Er fragte schmunzelnd und erstaunt, als ich ihm das Bild überreichte: „Für mich?“ und hat sich gefreut.

So hatten wir alle eine Freude an diesem interessanten und schönen Hochsommernachmittag. Und zu verdanken haben wir dies alles, wie so oft, dem lieben Danny, der Menschen mit ähnlichen Interessen gerne zusammenbringt   🙂  . Herzlichen Dank, mein Lieber  ❤