… schrieb ich damals, als ich einer Eidechse begegnete. Sie begleitete mich ein Stückchen im Scherrer Park in Morcote im Tessin.
Auch damals zitierte ich Hermann Hesse 🙂 . Ich schrieb:
„Auch für Freunde der Natur ist es ja schon ein kleines Erlebnis und Glück, wenn sie je und je einen Fuchs oder Kuckuck zu Gesicht bekommen und beobachten können.
Es ist dann, wie wenn für Augenblicke entweder die Kreatur ihre Angst vor dem mörderischen Menschen verloren hätte, oder wie wenn der Mensch selbst wieder in die Unschuld eines vormenschlichen Lebens einbezogen wäre.“
(Hesse/aus dem Märchen „Vogel“, 1931)
Sie hat mich damals für eine kleine Weile durch den „Zaubergarten“ in Morcote begleitet, über den ich damals berichtet hatte.
Dieser Teil der Ausstellung hat mich ganz besonders berührt und Emotionen ausgelöst. Er malte den Luganer See und das Casa Camuzzi, das ich besucht habe – sein wunderschönes Tessin, das er in strahlenden Farben darstellte. Er hat es so geliebt. Ich schaue mir oft meine Fotos an, auch seine Gemälde in Büchern. Aber es ist um ein vielfaches bezaubernder, seine Originale vor Augen zu haben … vollkommen zugetan und entflammt stand ich da und staunte:
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… mir gingen die Worte eines Vortrages durch den Kopf, während ich die Gemälde betrachtete. Es war ein Vortrag anlässlich des 9. Hermann Hesse Colloquiums im Mai 1997, der mich sehr beeindruckt hat – ich habe ihn nachträglich im Internet gelesen:
Ich lese viel über die Gründe, die diese starke Wirkung des Malens auf ihn hatten.
Nicht nur das Bilder betrachten selbst bereitet mir grosse Freude, sondern ich male auch gerne selbst. Und natürlich habe ich den Luganer See gemalt, nachdem ich wieder zuhause war … nicht so meisterhaft wie er, aber darauf kommt es bei mir auch gar nicht an. Seine rote Bank war mir wichtig, auf der er sass und auf der dann ich sass und alles mögliche „ersann“:
Und weil Bilder mehr sagen als Worte, habe ich auch alles fotografiert, das mir heute erzählen kann, wie schön sein Tessin doch ist. Und das Casa Camuzzi und das Grotto, in dem er so gerne „gezecht“ hat … und in das auch ich eingekehrt bin 🙂
Seine Gemälde üben jetzt einen ganz besonderen Zauber auf mich aus. Ich versinke darin, habe wieder alles vor Augen, was ich dort gesehen habe – blühende Landschaften, seine Literatur, in die ich mich dort unglaublich vertieft habe:
… und mir wird wieder meine Traurigkeit bewusst, als ich seine letzte Station besuchte, wo er zur ewigen Ruhe gebettet wurde. Ein sehr schöner Ort, den er sich ausgesucht hat, ganz in der Nähe seiner liebsten Freunde Emmy und Hugo Ball …
Beeindruckend, wie viel mir dieser Teil der Ausstellung gegeben hat. Ich habe so viel gesehen, das mich wieder in seine Welt eintauchen liess. Doch er sagte ja selbst: „… nie habe ich so schön gewohnt wie im Tessin!“
Ja, es war wunder-wunderschön 🙂
Im nächsten Eintrag werde ich über seine handschriftliche Literatur berichten … seine Handschrift. Schade, dass alles unter Glas war, ich hätte sie so gerne mal berührt …