Ich kam von einer schönen Reise zurück und er hat währenddessen seine letzte Reise angetreten. Es macht mich im Moment unendlich traurig.
Gerade habe ich gelesen:
„Wolfsmutter Marion Ebel trauert sehr um Scott. „Er hat die Welt geliebt und mir in dunklen und hellen Zeiten seine Liebe, Vertrauen und Freundschaft geschenkt. Ich vermisse sein unverdorbenes Wesen und seine vorurteilsfreie Lebensart. Ruhe in Frieden mein wunderschöner Wolf! Ich werde dich immer vermissen.“
( https://www.hanauer.de/ha_50_111727195-29-_Wildpark-Alte-Fasanerie-Polarwolf-Scott-gestorben.html )
Er ist nun wieder bei seinem Rudel, dieser unvergleichliche legendäre Anführer.
„So kann man es aushalten“, dachte ich, während ich entspannt über das herrlich blaue Meer blickte. Plötzlich blitzte ein Wort in meinen Gedanken auf und ein breites Grinsen legte sich auf mein Gesicht.
„Wieso lächelst du so verschmitzt?“, wurde ich gefragt. „Na, weil ich jetzt abrentnern kann!“, antwortete ich und musste lachen. „Abrentnern???“, rief er entgeistert aus 😲
Mir fiel wieder alles ein, denn das Buch klappte sich vor meinem inneren Auge auf.
„Abrentnern“– was für ein Wort! 😀 Ich las in „Fuckin Sushi“ und lachte. Diesen kleinen Textauszug muss ich hier einfach wiederholen:
„Ist das eigentlich normal, dass ich so oft ans Abrentnern denke?“ fragte ich René. „An eine einsame Insel mit Hängematte, um mich herum das Meer, Schildkröten und Affen. Ich bin doch noch viel zu jung.“ „Quatsch“, antwortete René. „Du bist im genau richtigen Alter. Was nützt dir das Abrentnern denn, wenn du alt und krank bist, nichts mehr siehst und im Rollstuhl hockst?“ „Oder Krebs hast oder einen Schlaganfall bekommst“, sagte ich leise. „Oder einen Herzinfarkt“, ergänzte René. „Das ist ja das Perverse. dass du gar nicht weißt, ob du es bis zur Rente überhaupt schaffst.“ „Und ob es dann noch Rente gibt“, sagte ich. René nickte. „Eigentlich müsste man mit dem Abrentnern viel früher anfangen“, schlug er vor. „Nicht erst mit siebzig Jahren, sondern schon mit zwanzig.“ „Direkt nach der Schule“, sagte ich. „Als fließender Übergang.“ „Genau“, nickte er. „Was spricht überhaupt dagegen?“
Nun, zwanzig bin ich nicht mehr, aber ich habe es immerhin noch vor siebzig geschafft. Und wie schön ist doch dieses Abrentnern auf einer Insel an einem schönen Plätzchen – im Roubini, Agamemnonos, Mavros Molos Beach, Kissamos, Crete 73400, Greece ( https://www.facebook.com/Roubini-Beach-1594746904106145/?ref=page_internal ):
Außer der Herzlichkeit, mit der dort Gäste empfangen und sehr zuvorkommend umsorgt werden, gab es dort „Superb Pork Souvlaki“ – wirklich! Die Besten, die ich auf Kreta gegessen habe (gleich mehrmals – aber selbstverständlich nicht alle auf einmal, sondern an verschiedenen Tagen 😉 )
Danach gab es auf Kosten des Hauses (oder weil es einfach dazu gehört) ein kleines Limonen-Dessert:
… und Rakı [ˈrakɯ], ein türkisches Nationalgetränk, aus Weintrauben oder Rosinen gebrannter Anisée mit Anissamen zur Aromatisierung. Boahhh, war das lecker. Dass mir das schmeckte, hat mein Mann gleich bemerkt und schenkte lächelnd nach:
Das herrliche Gefühl von „Oh Happy Day“ und „What a Wonderful World“ lies sich nicht mehr unterdrücken 😂
Es war einfach nur schön und das wurde vom netten Mitarbeiter des Roubini auch sogleich fotografisch festgehalten 😄
Ach ja, wie sehr wünschte ich mir jetzt, dort zu sein …..
… wie muss er dich lieben ! Er sagte auch dieses Jahr gütig
„Vielleicht habe ich das große Glück, ihn noch einmal sehen zu können, während dieses Erdenlebens. Er ist nun über 14 Jahre alt und das ist weit mehr, als Wölfe in der freien Natur erwarten können. Frau Dr. Ebel wird alles dafür tun … “ schrieb ich am 12. August letztes Jahr ( https://seelenglimmern.com/2018/08/12/scott-lieber-scott/ ), nachdem ich ihn besucht hatte. Und nun kann ich folgendes lesen
Wenn auf einen Wolf die Worte »einsam« und »uralt« zutreffen, dann dürfte diese Beschreibung wohl am ehesten auf den im Wildpark Alte Fasanerie in Klein-Auheim lebenden Polarwolf Scott zutreffen. Der einstige Alphawolf (Rudelchef) und einzig noch lebender des einstmals dreiköpfigen Polarwolfrudels wird am 9. Mai sage und schreibe 15 Jahre alt. Er ist damit wohl Deutschlands ältester Wolf.
Es macht mich so glücklich, dies zu lesen und „Vielleicht habe ich das große Glück, ihn noch einmal sehen zu können … „. Ich werde den Schöpfer darum bitten und wenn er es so will, dann mache ich mich gleich auf den Weg, sobald ich von Kreta zurück bin