Vorahnung auf ein Land

 

Bald ist es soweit. Ich träume mich in dieses Land … stelle mir vor, wie es dort wohl sein wird? Ich weiß genau, was ich dort will und was ich erwarte:

 

Beschwörend singen die Zikaden ihr Lied
Singzikaden, Sinnbild für die menschliche Seele
Und Symbol für die Unsterblichkeit, die Wiedergeburt,
Ein langes Leben und auch der Erotik
Gedankenfülle – während ich den aromatischen Duft dieser Insel atme
Und der Zikaden Sangeskunst lausche
Die Palmen neigen sich sanft dem blauen Meer zu
Bald versinkt die Sonne glutrot hinter dem Horizont
Ein heißer Tag voller eindrucksvoller Erlebnisse geht zu Ende
Erschöpft liege ich im feuchten, kühlen Meersand und
Fülle meine unruhige Seele
Mit kretischer Ruhe.

 

So, und jetzt träume ich mich weiter – von hier nach DORT   🙂

Die Fühlfäden unserer Seele in besonderen Zuständen …

Sie bewirken oft, dass sich „Vorahnungen“ in mir breit machen. Ich nehme eine Zeit lang Veränderungen wahr, wundere mich zunächst und dann wird mir meist klar, dass ich nichts an dem Geschehen ändern kann. Ich bin gezwungen es hinzunehmen. Die Situation verändert sich zunehmend und Vorahnungen zeichnen plötzlich ein Bild, das ganz schön nervös macht. Es könnte sein, dass bald etwas passieren wird, was das Leben verändern könnte.
Noch ist es ruhig, aber die Vorahnung ist da:
ETWAS STIMMT DA NICHT ! HÖCHST MERKWÜRDIG !

Auch Goethe und Rilke waren mit Vorahnungen behaftet, haben sich damit beschäftigt und darüber geschrieben. Hier, etwas zum Nachdenken:

Vorgefühl

Ich bin wie eine Fahne von Fernen umgeben.
Ich ahne die Winde, die kommen, und muß sie leben,
während die Dinge unten sich noch nicht rühren:
die Türen schließen noch sanft, und in den Kaminen ist Stille;
die Fenster zittern noch nicht, und der Staub ist noch schwer.

Da weiß ich die Stürme schon und bin erregt wie das Meer.
Und breite mich aus und falle in mich hinein
und werfe mich ab und bin ganz allein
in dem großen Sturm.

(Rainer Maria Rilke/aus: Das Buch der Bilder)

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„Dieses Ereignis“, sagte Goethe, „ist allerdings höchst merkwürdig. Aber dergleichen liegt sehr wohl in der Natur, wenn wir auch dazu noch nicht den rechten Schlüssel haben. Wir wandeln alle in Geheimnissen. Wir sind von einer Atmosphäre umgeben, von der wir noch gar nicht wissen, was sich alles in ihr regt und wie es mit unserm Geiste in Verbindung steht.
So viel ist wohl gewiss, dass in besonderen Zuständen die Fühlfäden unserer Seele über ihre körperlichen Grenzen hinausreichen können und ihr ein Vorgefühl, ja auch ein wirklicher Blick in die nächste Zukunft verstattet ist.“

(Johann Wolfgang von Goethe/ aus Johann Peter Eckerman: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens – Kapitel 277)