Die Wartezeit bis zum Weihnachtsfest

Der Adventskalender beginnt am 1. Dezember und endet am 24. Dezember, dem Heiligen Abend. Adventskalender sollen, ähnlich wie der Adventskranz, die Wartezeit bis zum Weihnachtsfest „verkürzen“ und die Vorfreude steigern.

Ein Adventskalender muss sein, nicht nur für die Kinder! Ich habe einen für Erwachsene gestaltet – einen Foto-Adventskalender. Er zeigt Fotos zur Erinnerung an die wunderschöne Weihnachtszeit im letzten Jahr. Gefüllt ist er mit feinen Raffaello, Ferrero Küsschen und Ferrero Rocher (mein Mann liebt diese Pralinchen 🙂 ). Er hat sich sehr über mein Advents-Geschenk gefreut.

Aber während ich diesen gestaltet habe, dachte ich unentwegt an eine liebe Blogfreundin, die mir (ich glaube es war 2010) ein sehr schönes Adventsgedicht geschickt hat – zusammen mit einer Musik-CD von Friedrich Gulda: Concerto for myself – hier könnt ihr reinhören 🙂

Christa hat dieses Gedicht und diese Musik geliebt und mit mir geteilt. Leider hat sie damals aus Altersgründen aufgehört zu bloggen und zu mailen, aber ich habe nie aufgehört, an Christa zu denken.

Ein etwas anderer Adventskalender

Ich gäb dir gerne einen Kalender,
einen Kalender zum ersten Advent,
in dem, versteckt hinter kleinen Türchen,
etwas ist, was jeder Mensch braucht und kennt.

Am 1. wäre hinter dem Türchen Verständnis,
hinterm 2. Türchen ist Phantasie,
hinterm 3. Humor,
und dann kommt am 4. eine Portion Euphorie.

Hinterm 5. Türchen findest du Hoffnung,
hinter dem 6. eine Menge Zeit,
und öffnest du dann das 7. Türchen,
entdeckst du dahinter Geborgenheit.

Im 8. Türchen sind Spaß und Freude,
im 9., da ist die Zuversicht,
hinterm 10. verborgen sind Kraft und Stärke,
im 11. ist Glück und im 12. ist Licht.

Hinterm 13. Türchen, da ist der Glaube,
am 14. findest du Menschlichkeit,
am 15. Trost und am 16. Frieden,
hinterm 17. Türchen die Zweisamkeit.

Am 18. findest du gute Gedanken,
am 19. Achtung vor Mensch und Tier,
am 20. Hilfe. Fast ist alles offen,
zu öffnende Türchen gibt’s jetzt nur noch vier.

Hinterm 21. kommt die Freundschaft
und am 22. die Toleranz,
am 23. die innere Ruhe,
am 24. strahlt der Christbaum in seinem Glanz.

Hinter dem Türchen am Heiligen Abend
sind keine Geschenke, nicht Reichtum und Geld,
hinter diesem Türchen, da ist die Liebe,
sie ist das größte und wichtigste auf der Welt.

Ich gäb dir so gerne diesen Kalender,
diesen Kalender zum ersten Advent,
doch musst du sie alle selbst dir suchen,
die Dinge, die jeder Mensch braucht und kennt. (Verfasser unbekannt)

Jetzt rückt Tag für Tag Weihnachten näher. Ich habe schon die Kisten aus dem Keller geholt und geschmückt. Der Adventskranz steht auch auf dem Tisch bereit. „Dass alles seine Zeit hat, heißt auch, dass alles seine Zeit braucht.“, sagt Ernst Ferstl und er hat recht. Darum nehme ich mir schon jetzt die Zeit für alle Vorbereitungen.

Nun kann ich diese heimelige Vorweihnachtszeit mit dem warmen Lichterglanz um mich herum genießen. Hier ein paar Impressionen 🙂 :

Bei Tag und bei Nacht 🙂

Mein Start in die vorweihnachtliche Zeit der Ruhe und Besinnung

 

Also ich weiß nicht so recht, ob es anderen auch so geht. Es sind nur noch wenige Wochen bis Weihnachten und mir raucht jetzt schon der Schädel vor lauter Besinnung. Obwohl jedes Jahr das Gleiche stattfindet, muss man sich doch immer wieder etwas Neues einfallen lassen.

Neue Fensterbilder zum Beispiel, gemalt mit mit Window Colors. Dafür bleibt nur noch wenig Zeit. Ach, ich liebe Kerzenschein und Bilderzier während der besinnlichen Stunden. Aber leider ist auch hier aufwendige Arbeit – neben dem Besinnen auf vernünftige Motive und dem damit verbundenen vorweihnachtlichen Fensterputz – vorangestellt. Auf schmutzigen Scheiben leuchten die Bilder nur sehr trübe und die Motive sind höchstens zu erahnen. Und Fensterbilder gehören einfach in diese Zeit.

Oder die Weihnachtsgeschenke für Leute, denen es eigentlich an Nichts fehlt. Das ist jedes Jahr eine Herausforderung für mich. Mein Bruder, vier Enkelkinder, zwei Söhne und eine Schwiegertochter … die andere kriegt nix! Da bleibe ich hart, denn das ginge gegen meine Prinzipien: bei uns wird ausschließlich mit Liebe geschenkt! Die fehlt hier. Aber mich auf die Wünsche der anderen zu besinnen ist ja auch genug Kopfarbeit, neben Fensterbilder malen und Weihnachtsputz.

Ahhh, da kommt gerade mein Mann mit einem Bündel Buchenholzscheiten im Arm, hochgestapelt bis unter´s Kinn, zur Terrassentür herein und marschiert stramm an mir vorbei. Natürlich mit einem Liedchen auf den Lippen: „Tataram – tataram – tataram – tam – tam …“ (ihr wisst schon, der Radetzky-Marsch!). Das singt er immer, wenn er ins Holz geht. Ansonsten ist er aber tief im Herzen pensionierter Rock´n Roller. Viele Menschen haben ja ihre ganz spezielle Begleitmusik bei der Arbeit.

Beim Besinnen singe ich nicht und es ist mir ehrlich gesagt auch immer wieder ein Rätsel, wie ein Mensch überhaupt singen kann, wenn ein Stapel Holz gegen das Kinn drückt. Ach, der Gute, er kümmert sich jetzt darum, dass es in der Hütte brennt … also im Ofen! … und dass bei mir die Funken sprühen, weil er selbst sich nicht so gerne besinnt. Das überlässt er wie jedes Jahr mir.

Selbstverständlich trällert er auch nicht immer den Radetzky-Marsch. Wenn ich ihn zum Beispiel zum Einkaufen schicke (alles was mich anödet, nimmt er mir ab, weil es mir den ganzen Tag versauen würde und das wäre wohl zu übel für ihn) und er dann das Haus verlässt, höre ich seine andere Begleitmusik, nämlich: „Ich bin ja nur ein Troubadour / und ziehe fröhlich durch das Land / laaa – la – la – la – laaaaa – la …“. Dann klappt die Autotür zu und Ruhe kehrt ein. Es kann also mit der Besinnung weitergehen.

Ruhe und Besinnung …. hier möchte ich ausdrücklich betonen, dass mir die eigentliche Bedeutung dieser Begriffe wohl bekannt ist. Diese stellen sich sofort ein, sobald im Kaminofen ein wohliges Feuer lodert (tut es jetzt, dafür hat ja mein Mann gesorgt), auf der Couch die Kuscheldecke bereitliegt und meine Hände nach einem schönen Buch greifen. Meistens läuft dazu noch leise Musik – während der weihnachtlichen Tage höre ich viel klassische Musik. Sie passt einfach besser in diese besinnliche Zeit.

Jetzt tue ich das allerdings nicht, da ich gerade ein Buch lese, in dem es u.a. um Aretha Franklin und ihr „Oh No Not My Baby“ geht (das Buch ist betitelt mit „Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie“). Gut, dass es noch nicht Weihnachten ist, denn da würde ich mir „Oh No Not My Baby“ nicht anhören. Das tun zu dieser Zeit eher Singles, die gerade verlassen worden sind und ich bin ja schon lange kein Single mehr. Ich höre mir den Song an, weil ich die Stimme dieser großartigen Sängerin mag.

Das Buch ist sehr nett geschrieben und solange das vor mir liegende Blatt Papier, auf dem ich die Ergebnisse meiner Besinnung notieren werde, noch unbeschrieben ist, kann ich ja ein bisschen weiterlesen. Schreiben tue ich dann, sobald mir etwas Gescheites eingefallen ist.

Ich stelle mir gerade vor, wie Mascha Kaléko damals vor ihrem weißen Blatt saß und schrieb: “Mein schönstes Gedicht, ich schrieb es noch nicht“ … oder so ähnlich. Jedenfalls ist ihr auch nicht auf Anhieb immer gleich etwas Gescheites eingefallen.

Alles Besinnen braucht eben seine Zeit … und Ruhe. Ich werde jetzt erst mal Aretha Franklin auflegen, bis zum 1.Advent sind es ja noch ein paar Wochen …..