Es wird behauptet …

 

Es wird behauptet (fragt mich nicht von wem, denn es sind einfach zu viele!), also es wird behauptet, Widder-geborene Frauen wären aggressiv, aufbrausend, egoistisch, impulsiv, jähzornig, rücksichtslos, stürmisch, streitlustig, unberechenbar, ungeduldig und unruhig. 

Fernerhin wäre ihre Lieblingsfarbe ROT – da könnt ihr mal sehen, wie schnell doch falsch behauptet wird. Das stimmt doch überhaupt nicht, ich bin empört, denn meine Lieblingsfarbe ist BLAU !!!

Dann wird weiterhin gesagt, ihre Lieblingsjuwelen wären Jaspis, Rubin und Diamanten … Ha, da muss ich doch gleich auch berichtigen. Mein Lieblingsstein ist der Mexikanische Feueropal !!!

Und? Merkt ihr was? Alles andere, was da ganz oben noch so alles steht, ist genauso Nonsens! Das kann ich beweisen:

Schaut einfach mich an   🙂 

Geboren im Sternzeichen Widder und darum:  direkt, offen, nach außen gerichtet, unkompliziert, ehrlich, absichtslos, mutig, selbständig, unabhängig, bestimmt und unternehmungslustig. Das klingt doch jetzt wirklich total anders, oder?

Warum also wird eine Widder-Frau sooo negativ dargestellt (fragt mich nicht von wem, denn es sind einfach zu viele!). Ich finde jedenfalls, das ist unglaublich traurig –  direkter gesagt, zum Rotz und Wasser heulen! Und das schreibe ich euch hier ganz offen und unkompliziert, weil ich ja nach außen gerichtet bin.

Tja, solch ein trauriger Fall inspiriert mich natürlich, diesem ein passenden Gemälde beizustellen. Hier:

Da ich aber weiß Gott keine Heilige bin, möchte ich folgende Zuordnung nicht unbedingt bestreiten: Der Widder-Typ reagiert ärgerlich und wütend, wenn er gebremst wird und seine Energie nicht ausleben kann. Also da scheint mir ein bisschen was dran zu sein  😉

 

Weil Steinböcke keine Ablehnung ertragen … ;-)

 

… habe ich heute keinen Wolf, sondern einen Steinbock gemalt … und einen Widder gleich dazu! Genau wie gewünscht 🙂
Beim Malen habe ich natürlich auch nachgedacht, damit das Bild einen Sinn bekommt – meine Bilder erzählen schliesslich alle eine Geschichte. Also:

Es war einmal ein allerliebster kleiner Widder. Mit seinem sonnigen Gemüt hüpfte er unermüdlich träumend durch die Welt und erfreute sich an allem Schönen, das er sah (wenn etwas nicht ganz seinen Vorstellungen entsprach, dann dachte er es sich einfach schön 🙂 ).
Fast alle, die ihm begegneten, freuten sich mit ihm und diesen schenkte er auch stets sein herzerfrischendes Lächeln. Fast alle … denn eines Tages begegnete er einem seltsamen Wesen.

 

Erstaunt blickte der kleine Widder zu ihm auf, denn dieses Wesen war viel grösser und seine Hörner, die es auf ihn gerichtet hatte, waren mächtig!

Natürlich hatte der kleine Widder keine Furcht vor diesem Wesen, das sich „Steinbock“ nannte, aber ganz geheuer war es ihm doch nicht.
„Guten Tag, wie geht es dir?“, fragte der kleine Widder freundlich … und bekam keine passende Antwort. Stattdessen sagte der Steinbock: „Wenn du nicht so oberflächlich durch die Welt irren würdest, könntest du das selbst erkennen und müsstest nicht so dumm fragen!“

Der kleine Widder war sehr irritiert, wandte sich ab und schaute verträumt einen alten Baum an, der seine knorrigen Äste weit ausgebreitet hatte, um möglichst viele Sonnenstrahlen berühren zu können. Der kleine Widder war von diesem Anblick ganz gerührt und lächelte glücklich, weil der alte Baum diese Berührungen sichtlich genoss.
Der grosse Steinbock, der immer noch – Überlegenheit demonstrierend – auf ihn herabschaute, eröffnete sogleich provokativ eine heikle Diskussion. „Das alte Gewächs nimmt den anderen Pflanzen die ganze Sonne weg. Noch dieses Jahr wird der alte Schmarotzer gefällt! Früchte trägt er ohnehin nicht mehr, wem soll er also noch nützen? Hast du darüber schon mal nachgedacht, du unverbesserliche Träumerin? Du solltest nicht so übertrieben emotional sein, sondern die Sache realistisch und sachlich betrachten! Aber dazu braucht man ja VERNUNFT… und Vernunft ist wohl das Letzte, was man einem Widder nachsagen kann!“
Ach, dieser arme Miesmacher, dachte der kleine Widder und spielte mit einem Schmetterling, der gerade um seine Nase schwebte. Bezaubert von diesem schönen Geschöpf hauchte er ihm ein liebenswürdiges „Du bist wunderschön!“ zu.
„Du glaubst doch nicht etwa, dass der dich versteht, mit seinem Minihirn! So etwas Lächerliches habe ich selten erlebt. Ich hoffe, du bist jetzt nicht beleidigt, aber etwas Kritik sollte jeder ertragen können und gute Ratschläge annehmen, die aus reiner Grossmut erfolgen. Man meint es ja nur gut! Sag‘ mal, in welcher Welt lebst du eigentlich?“
„Offensichtlich in einer anderen als du! In meiner Welt ist alles liebenswürdig!“, erwiderte der kleine Widder. Gespräche dieser Art waren ihm zuwider.

Er blinzelte in die Sonne und atmete tief ein. „Das Leben ist schön!“, lachte er und machte ein paar Freudenhüpfer. Der nörgelnde Steinbock schüttelte verächtlich den Kopf und trabte unzufrieden davon. Der kleine Widder hörte ihn noch sagen: „Unmöglich! Mit Widdern soll einer zurechtkommen … mit solch einer unrealistischen und unvernünftigen Spezies … Liebenswürdigkeit? Pah, wer braucht denn Liebenswürdigkeit?! Fleiss und Pflichtbewusstsein, das bringt Erfolg! Merke dir: mit deiner Träumerei wirst du es jedenfalls nicht weit bringen ….“

Doch, der der kleine Widder hüpfte vergnügt über die Blumenwiese und hielt nach weiteren Schönheiten Ausschau, während sich der Steinbock mürrisch die kahle, steile Felswand hinaufkämpfte.
Von dort oben hatte er alles im Blick. Auch das saftige Gras, das unten wuchs, während dort oben sein Magen vor Hunger grollte.

Bald darauf begegnete der kleine Widder einem anderen Steinbock … der schien irgendwie aus seiner Art zu fallen, denn dieser war unerwartet liebenswürdig. Der kleine Widder war zunächst zwar sehr überrascht, hielt es dann jedoch für vernünftig, diesem Steinbock ohne Vorurteile zu begegnen. Erwartungsvoll sah er den Steinbock an und dachte, dass ja – realistisch betrachtet – wohl kein Steinbock wie der andere ist – jeder ist schliesslich einzigartig! Es gibt solche und Solche! … 🙂

Übung macht den Meister ;-)

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„Das glaub ich jetzt nicht …  DIE schon wieder! Heee DU….. “

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„Sag bloss, du hast schon wieder vergessen, wie’s geht?
Tzzz…  gut, noch einmal zeig‘  ich dir das, dann muss es aber sitzen!
Also pass auf: Kopf runter …  und dann nix wie drauf!“

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„Und pass auf deine Hörner auf, damit die nicht beschädigt werden. Das Dröhnen im Kopf ist normal, das gibt sich nach  ’ner Weile wieder. Also so schwer kann das wohl nicht sein  …..  und wenn doch, dann wiederholen wir halt das Ganze nochmal. Ich weiss, manche brauchen etwas länger, aber du lernst das noch.

So, ich muss jetzt weiter, ansonsten:  Immer gern zu Diensten!“

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„Ach so … ja … der Riss da im Horn. Da war ich wohl etwas zu heftig. Der ist aber schon alt, da musst du dir keine Gedanken machen. Das Ganze ist schon wieder ziemlich stabil … unschöne Sache war das … damals. Nun ja, das musste ausdiskutiert werden! Reden wir nicht mehr davon – Widder sind nicht nachtragend!“