Garten im Umbruch

 

Es wächst mir alles über den Kopf
Die Zypressen- und Hainbuchenhecken demonstrieren ihre Wuchskraft
Die Fliederbäume streben in rasantem Tempo himmelwärts
Von der Familien-Linde ganz zu schweigen
Was ist los in meinem Garten
Wer treibt alles so an
Merkt die Schöpfung denn nicht
Dass ich nicht mehr kann?
Erschöpft blicke ich auf mein entstehendes Gartenparadies
Alles ist erst am Werden … erst halbfertig …. noch nicht mal das
Da liegen noch Stunden im Garten vor mir
Stunden voller Arbeit
Doch: „Ein Garten entsteht nicht dadurch, dass man im Schatten sitzt.“,
Sagte Rudyard Kipling
Und ich erinnere mich, wie er nach der Arbeit vielleicht wieder aussehen wird:

 

So, nun werde ich wieder an die Arbeit geh´n, denn:

Früher hatten die Menschen vor der ungezügelten Natur Angst. Zu Recht.
Denn wenn ich so in meinen Garten schaue,
wenn ich ein paar Wochen nichts getan habe,
kriege ich es auch mit der Angst.

© Erhard Blanck

 

Nur Mut – wir werden es schaffen!

 

Obwohl die Ansteckungsrate mit dem Coronavirus in Deutschland  wieder gestiegen ist. Laut RKI-Statistik steckt jeder Infizierte jetzt wieder einen weiteren Menschen an. Das bedeutet, dass die Zahl der Neuerkrankungen nicht mehr leicht zurückgeht wie in den vergangenen Tagen. (heute gelesen)

Der Kampf geht also weiter. Der Präsident des Robert Koch-Instituts hat wiederum eindringlich an die Bevölkerung appelliert, sich weiter an die Corona-Beschränkungen zu halten. Auch wenn es schwer fällt, jeder sollte für sich  – jeden Tag auf´s Neue –  die Entscheidung treffen:  Mundschutzmasken tragen und Abstand halten. Nur so besteht die Möglichkeit, diesen Kampf zu gewinnen.

Courage ist nicht immer brüllend laut.
Manchmal ist es die ruhige, leise Stimme am Ende des Tages, die sagt:
„Morgen versuche ich es wieder.“
Mary Anne Radmacher

Hier eine gefühlvolle Ballade, die zur Thematik passt und zu Hoffnung und Courage aufruft:

„Schlachten werden gekämpft von denen, die die Courage haben, zu glauben
Sie werden gewonnen, von denen die sich ein Herz fassen
Die den Mut fassen, um ihn zu teilen
Dieser Mut, der die Seele erfüllt, wird den Weg zum Erfolg weisen
Wenn es einen Kampf gibt, werde ich dabei sein  … “

 

Ausgesperrt

 

Der arme Poet

Er sitzt nicht mehr im Kaffeehaus
Wo einst seine poetischen Worte flossen
Steht er nun draußen vor´m Fenster
Blickt stumm hinein und ist sehr verdrossen

Die Stühle sind ordentlich hochgestapelt
Kein Kellner hastet hier ruhelos umher
Wem also sollen seine Augen folgen
Nur gähnende Leere, das betrübt ihn sehr

Keine geheimnisvoll flüsternden Gäste
Die zu bildhaften Gedanken ihn inspirieren
Keine Gesichter, kein Lächeln oder verheißungsvolle Blicke
Hoffnungslos- seine Worte fließen nur beim Observieren

Er muss sich wohl weiterhin grämen
„Stay home“ steht rot am Kaffeehaus
Poetische Worte? Woher soll er diese nehmen?
Sie bleiben vorerst aus.

Tuschezeichnung und Text © chrinolo