„Ich habe dein Echo gehört
Als ich durch diese Flure gegangen bin
Ich habe dein Bild gesehen
Auf den steinkalten Wänden
Ich habe mich daran erinnert, wie du mir gesagt hast
Dass deine Liebe nie sterben würde
Und dann hast du dich umgedreht und Leb wohl gesagt …“ (das ist der Songtext von Black Rose)
Heute Morgen, während ich den Song „Black Rose“ von Doro Pesch hörte, ließ mich die Vorstellung einer schwarzen Rose nicht mehr los. Die schwarze Rose steht oftmals für Geheimnisse, Abschiede oder das Ende eines Kapitels im Leben – doch sie muss keineswegs mit Traurigkeit verbunden sein. Im Gegenteil, sie kann auch für Stärke, Individualität und Neuanfang stehen. Inspiriert von dieser Ambivalenz setzte ich meinen Impuls sofort um und begann, eine schwarze Rose zu malen. Dabei entstand ein Bild, das die Schönheit im Ungewöhnlichen hervorheben soll.
Die schwarze Rose als Motiv zeigt, dass auch vermeintlich dunkle Dinge Ausdruck von Tiefe und Bedeutung sein können. Für meine Arbeit bedeutet das, dass wir uns nicht von oberflächlichen Zuordnungen leiten lassen sollten, sondern vielmehr offen für vielfältige Interpretationen bleiben müssen. So wird aus einer schwarzen Rose ein Symbol für Hoffnung und kreative Freiheit – eine Erkenntnis, die mich heute früh inspiriert hat.
Ein Gedanke kann nicht erwachen ohne andere zu wecken.
„Ich liebe die, die lächeln können in Bedrängnissen, Kraft sammeln aus der Not und durch Nachdenken mutig werden“ (Leonardo da Vinci)
In einer Welt, in der wir oft auf Menschen ohne ein Lächeln treffen, kann ein freundliches Gesicht – auch ein gemaltes – wahre Wunder bewirken.
Da mir kürzlich auf der Straße kein lächelnder Mensch begegnet ist, habe ich mich zuhause hingesetzt und einfach ein freundliches Gesicht gemalt. Ja, „ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt“.
Das freundliche Lächeln hat in mir große Wirkung entfaltet.
Besonders berührend war es dann noch für mich, als mir dabei auch das vertraute, verschmitzte Gekicher meiner kleinen Enkelin in den Sinn kam. Ich liebe es und hatte es plötzlich ganz deutlich vor meinen Augen.
Also malte ich noch ein zweites Bild und das hat mich sofort glücklich gemacht.
Dieses Zusammenspiel aus dem bewussten Vorstellen von Freundlichkeit und kindlicher Freude hat meinen Tag nachhaltig verschönert. Es zeigt, wie wichtig es ist, gerade in etwas trüben oder ernsten Momenten das Lächeln nicht zu vergessen. Ein offenes, freundliches Gesicht kann selbst die dunkelsten Stimmungen erhellen. Die Begegnung mit Menschen wird dadurch menschlicher und wärmer – denn oft ist es genau dieses kleine Lächeln, das den entscheidenden Funken Hoffnung und Verbundenheit schenkt. So wird der Tag durch das Erleben von positiven Gefühlen richtig schön und wertvoll.
Mir wird deutlich, dass ein Lächeln nicht nur eine Geste ist, sondern eine Sprache, die jeder versteht – unabhängig von Alter, Herkunft oder Situation. Es ist ein kleines Geschenk, das wir jederzeit geben können, ohne Worte und ohne großen Aufwand. In einer Zeit, in der Hektik und Sorgen oft unseren Alltag bestimmen, kann dieses einfache Zeichen der Freundlichkeit Brücken bauen und Menschen näher zusammenbringen. So wie meine kleine Enkelin mit ihrem lustigen Gekicher mein Herz erwärmt hat, kann auch unser Lächeln einen Funken Hoffnung in den Herzen anderer entzünden und so ein Stück mehr Menschlichkeit in unsere Welt tragen.
In diesem Bewusstsein möchte ich künftig noch bewusster auf mein eigenes Lächeln achten – nicht nur als Ausdruck meiner eigenen Freude, sondern auch als Einladung an andere, sich geöffnet und angenommen zu fühlen. Denn ein Lächeln ist wie ein leiser Impuls, der sich von Mensch zu Mensch weiterträgt und dabei eine Kettenreaktion des Guten auslösen kann. Es kostet nichts und schenkt doch so viel: Mut, Zuversicht und das Gefühl, nicht allein zu sein. So wird aus einer kleinen Geste ein großer Beitrag für mehr Menschlichkeit im Alltag.
Faulheit wird oft als mangelnde Motivation oder Trägheit verstanden, doch dieser Blick greift zu kurz. Tatsächlich ist das, was wir als „faul“ wahrnehmen, stark davon abhängig, welche Aufgaben wir als notwendig erachten – und diese Einschätzung ist eng mit unserer sozialen Positionierung verknüpft. Menschen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Rollen haben verschiedene Erwartungen und Pflichten. Was für den einen als unerlässliche Aufgabe gilt, kann für den anderen entbehrlich erscheinen. So wird „Faulheit“ häufig dort diagnostiziert, wo Menschen Aufgaben nicht erfüllen, die ihnen von außen auferlegt werden, ohne die individuellen Umstände zu berücksichtigen. Betrachtet man Faulheit vor diesem Hintergrund, zeigt sich: Es geht weniger um ein persönliches Versagen als vielmehr um unterschiedliche Perspektiven auf Verantwortung und Pflicht. Unsere soziale Position prägt also maßgeblich, wie wir eigene und fremde Handlungen bewerten – und somit auch, wann wir jemanden als „faul“ bezeichnen. Indem wir diese Dynamik verstehen, öffnen wir den Raum für mehr Empathie und eine differenziertere Betrachtung dessen, was wirklich getan werden muss.
Marc Aurel fordert in seinen Selbstbetrachtungen (Buch 4,24) dazu auf, das Unnötige zu begrenzen – eine Weisheit, die gerade im Alter an Bedeutung gewinnt.
„Beschränke Deine Tätigkeit auf Weniges, sagt Demokritos, wenn du in deinem Inneren ruhig sein willst. Vielleicht wäre es besser, zu sagen: Tu das, was notwendig ist und was die Vernunft eines von Natur zur Staatsgemeinschaft bestimmten Wesens gebietet und so, wie sie es gebietet; dies verschafft uns nicht nur Zufriedenheit, die aus dem Rechttun, sondern auch diejenige, die aus dem Wenigtun entspringt. In der Tat, wenn wir das meiste, was in unserem Reden und Tun unnötig ist, wegließen, so würden wir mehr Muße und weniger Unruhe haben. Frage dich also bei jeglicher Sache: Gehört diese etwa zu den unnötigen Dingen? Man muß aber nicht nur die unnützen Handlungen, sondern auch die unnützen Gedanken vermeiden; denn die letzteren sind auch die Ursache der überflüssigen Handlungen.“
Indem wir unsere Tätigkeiten und Gedanken auf das Wesentliche beschränken, schaffen wir Raum für innere Ruhe und Gelassenheit.
Diese bewusste Reduktion ist vielleicht eine „Vorstufe“ des Faulseins: Nicht Trägheit im negativen Sinne, sondern eine kluge Auswahl dessen, was wirklich zählt. Wer nur das tut, was unbedingt notwendig ist, entlastet nicht nur seinen Geist, sondern schützt sich auch vor Überforderung. So wird Faulheit zur Haltung – ein bewusster Rückzug von der ständigen Betriebsamkeit hin zur Konzentration auf das Wesentliche.
Marc Aurels Ratschlag ermutigt uns, im Alter nicht zwangsläufig aktiver zu werden, sondern vielmehr achtsamer mit unserer Energie umzugehen. Die Balance zwischen Tun und Sein führt zu einer inneren Freiheit, die wahre Ruhe schenkt. Gerade deshalb lohnt es sich, unnötigen Ballast abzuwerfen und die eigene Lebenszeit sorgsam zu wählen. So wird Faulheit zum Schlüssel für ein erfülltes und gelassenes Leben.
Zusammenfassend:
Faul sein ist nicht in jedem Fall ein Laster. Weder im Alter noch in der Jugend, meine ich.
Manchmal ist es genau das Innehalten und Ausruhen, das neue Energie freisetzt und Kreativität fördert.
Gerade in einer Welt, die ständig nach Produktivität strebt, ist das bewusste Pausieren ein Akt der Selbstfürsorge und des klugen Umgangs mit den eigenen Ressourcen.
Indem wir uns erlauben, bewusst zu entspannen, schaffen wir Raum für neue Ideen und eine klarere Sicht auf das Wesentliche. Dieses bewusste Innehalten kann somit nicht nur unsere Leistungsfähigkeit verbessern, sondern auch unser Wohlbefinden nachhaltig stärken.