Barclay James Harvest featuring Les Holroyd … bei diesem Name denke ich an eine Glanzstunde der Band: das legendäre Konzert auf den Treppen des Reichstages von Berlin, zu dem 1980 rund 275.000 Zuhörer auf beiden Seiten der Mauer strömten.
Damals konnte ich nicht dabei sein, aber im Oktober (das ist schon sehr bald 🙂 ) werde ich sie erleben: live ! Mich hat die Vorfreude schon ordentlich im Griff.
Mit ihrer „Retrospective – 50th Anniversary Tour 2017“ feiert die legendäre Band ihr 50-jähriges Jubiläum. Na, wenn das kein Grund ist, mitzufeiern 🙂
Ich erlebte ihn live am 8. Mai 2004 in Regensburg! Für mich ist es ein unvergessliches Erlebnis! Und weil es unvergesslich ist, habe ich gestern, als ich über den Tango schrieb, sofort wieder an ihn gedacht. Was für ein Gitarrist – er zählt zu den berühmtesten Jazzrock-Gitarristen und galt lange als schnellster Gitarrist der Welt – „DER FERRARI UNTER DEN GITARRISTEN“ (hatte ich gelesen). Sein unverkennbarer Stil ist eine Fusion aus Rock, Jazz, Latin und World Music – Herz, was willst du mehr!, dachte ich damals und setzte alles daran, noch kurzfristig Karten zu bekommen.
Die Platzwahl war frei, logisch dass ich in der ersten Reihe sass. Das Kulturzelt, meinen Sitzplatz und besonders IHN habe ich noch vor Augen, als wäre es erst gestern gewesen. Sein traumhaftes Gitarrenspiel, sein Temperament und seine Leidenschaft liessen mich in eine andere Welt abtauchen, in der ich gerne noch länger verweilt hätte.
Nach dem Konzert kaufte ich mir zwei CD’s und ging auf ihn zu. Er nahm ausserordentlich freundlich (da waren keinerlei Starallüren 🙂 ) die CD und Eintritts-Ticket und versah diese schwungvoll mit seinem Autogramm. Dabei fragte er mich mit einem atemberaubend sympathischen Lächeln, ob mir das Konzert Freude bereitet hätte und ob ich Jazz liebe. „Ja sicher! Darum bin ich hier.“, antwortete ich lächeld, während er mir CD’c und Ticket über den Tisch reichte. Mein Blick fiel auf seine schöne gepflegte Hände, auf seine hübschen Finger und ich dachte: „So begnadete Hände … was er mit ihnen tut, ist technisch nicht nur unglaublich, sondern auch traumhaft schön. Ihnen entspringt Zartheit sowie auch eine Art Dämonisches, das erschauern lässt. So etwas hört man nicht alle Tage …“. Ihn live zu erleben war eines meiner berauschendsten Konzerterlebnisse.
„Danke Gott für die Musik! Danke, dass du auch einen anderen Gott wie Rachmaninov neben dir zulässt! Danke an die vielen wunderbaren Musiker, die mich unglaublich inspiriert haben …“, schreibt Nicola Hotel am Ende ihres Buches „Rabenblut drängt: Rabenblut Saga“. Neben dem Schreiben gehört ihre ganze Leidenschaft der Musik von Rachmaninov. Sie hat eine Liste der Musikstücke zusammengestellt, die sie beim Schreiben ihrer Bücher begleiteten. Wundervolle Stücke – … hier könnt ihr mal reinhören (Soundtrack zum Roman anklicken):
Das verstehe ich sehr gut und denke an andere Schriftsteller, die mich beim Lesen „aufhorchen“ lassen. Wie Hanns-Josef Ortheil bei seinem Buch „Erfindung des Lebens“ – ich hörte Bachs Italienisches Konzert und Schumanns C-Dur-Fantasie an. Eines der berührendsten und schönsten Bücher, die ich gelesen habe. Die Musik führt zur Sprache.
Oder Nina George, bei ihr schwelgte ich in Tango-Klängen: „Von oben bis unten presste sie sich an ihn – aber bei den ersten Tönen gab Jean seine Energie mit einem Stoß aus seinem Solarplexus an sie weiter. Er drückte sie tief, tief, noch tiefer nach unten, bis sie beide mit einem Bein in den Knien waren, das andere lang zur Seite ausgestreckt.“ Oder: „Tango ist eine Wahrheitsdroge. Er enttarnt deine Probleme, deine Komplexe. Aber auch deine Stärken, die du vor anderen versteckst, um sie nicht zu kränken. Und er zeigt, was ein Paar füreinander sein kann, wenn sie aufeinander hören. Will einer nur sich selbst gern hören, so wird er Tango hassen.“ (aus „Das Lavendelzimmer“ / Nina George)
Und dann „Fuckin Sushi“ von Marc Degens … was für ein Lesevergnügen! Ein wildes und anrührendes Buch mit einer unglaublich positiven Ausstrahlung – unverzichtbar für Träumer und Musikfans . Hier habe ich darüber berichtet: https://seelenglimmern.com/literatur-buecher-die-ich-lese/fuckin-sushimarc-degens/
Es geht um die Liebe zur Musik und auch um die Länge von Songs – z.B. an Eight Miles High von den Byrds … auch zu diesem Buch gibt es eine ganze Liste der Songs, die dieses Buch begleiten.
Mir gefällt es, wenn Klänge die Zeilen der Schriftsteller durchziehen. Es weckt in mir Emotionen, welche Worte alleine vermutlich nicht hervorrufen könnten.
Die Worte im Auge und die Klänge im Ohr … ja, das finde ich wundervoll! Musiker texten und Schriftsteller hören Musik, dies kann im Zusammenspiel schon inspirieren und beflügeln.
Als ich heute Morgen bei Clemens Verhooven las: https://clemensverhooven.wordpress.com/2017/08/06/du-schreibst-wie-wagner-sinkt/ , dachte ich anschliessend an Autoren und Bücher, die ich im Zusammenhang mit Musik gelesen hatte. Wundervolle Schriftsteller, welche die „Magie“ der Musik als Inspirationsquelle nutzten. Ihre Worte und die Musik haben sich tief in meiner Seele eingeprägt.