Vertrau mir ? – Komm‘ ich erzähl‘ dir dazu eine kleine Geschichte :-)

„Orientierungslos tastete sie sich durch den finsteren Flur und eilte ihrem Zufluchtsort zu. Nahezu besinnungslos hatte sie ihn endlich erreicht, stürzte hinein und verschloss eilig die Tür. Müde und kraftlos sank sie auf ihr Lager, bauschte hastig die Daunendecke auf und formte diese zu einer Höhle. Jeder brauchte in gewissen Lebenslagen eine Höhle zum Schutz und so kroch sie auch sofort hinein.
Schon bald durchströmte sie eine wohlige Wärme und sie dachte daran, wie gut es doch die Gänse hatten. Sie waren ihr ganzes Leben lang zum Schutz in weiche, flauschige Daunen gehüllt. Mit diesen Gedanken kuschelte sie sich noch tiefer in ihre schützende Höhle, schloss die Augen und blickte zum Himmel.
Dies tat sie immer, wenn sie ihren Schutzengel auf ein Fiasko aufmerksam machen musste, welches er nicht verhindert hatte. Sie blickte also zum Himmel auf und rief nach ihm.
Nicht lange, und er erschien vor ihrem geistigen Auge. Seine blonden, langen Haare glänzten hinreißend im himmlischen Licht und ein freudiges Schmunzeln umspielte seine Lippen. Doch die Freude über ihren Wunsch, ihn zu sehen, war dafür nicht der Grund. Nein, dieses Erdenkind rief ausnahmslos nach ihm, wenn ein übersteigertes Bedürfnis etwas zu bemäkeln vorlag. Der Gedanke, dass er auch heute Nacht damit recht haben würde, lies ihn schmunzeln.
„Michael“, begann sie auch gleich mit scharfem Ton, “hör endlich damit auf, mich dazu anzustiften, mein Vertrauen jedem Dahergelaufenen zu schenken! Du siehst ja, was du wieder damit angerichtet hast! Und sag‘ ja nie mehr zu mir: Geben ist seliger denn Nehmen! Warum hast du das nicht verhindert? Ist es etwa nicht deine Aufgabe, mich zu beschützen?“
Aufgebracht zog sie die Daunendecke über ihren Kopf, um seinem missbilligenden Blick zu entgehen. Aber er stand ja vor ihrem geistigen, also dem geschlossenen, Auge und antwortete auch prompt:
“Als „Schutzmassnahme“ hatte ich dir folgenden Hinweis mit auf den Weg gegeben:
Geschenkt ist geschenkt und weg ist weg! Bedenke beim Schenken immer, dass dein Geschenk auch mal auf dem Müll landen kann und mit Füssen in den Boden gestampft wird. Vor solch einer Geringschätzung kann dich keiner schützen. Du trägst dabei stets das volle Risiko und es ist allein deine Entscheidung, ob du jemanden beschenken willst oder besser doch nicht. Was ist nun, hast du das gewusst oder nicht?“
Natürlich hatte sie es gewusst und es war ja auch nicht das erste Mal, dass ihr Vertrauen mit Füssen getreten wurde. Michael lächelte ihr freundlich zu und flüsterte: „Jemandem Vertrauen zu schenken ist trotzdem gut. Wer nichts riskiert ….  kann ich sonst noch etwas für dich tun?“

Erstaunt über dieses ermutigende, gut verlaufene Gespräch, antwortete sie jetzt etwas froher gestimmt: „Bitte, schenk‘ mir einen guten Schlaf und dazu vielleicht einen schönen Traum. Bitte!“
Behaglich zog sie dabei ihre Daunendecke glatt, streckte sich in eine bequeme Lage, atmete tief ein und öffnete die Augen. Durch das Fenster sah sie den nachtblauen Himmel und unzählige Sterne blinkten ihr zu. Einer davon stieg plötzlich auf und wirbelte tief in die Nacht hinein. Während sich sein goldener Schweif auflöste, fiel sie endlich in einen sanften, traumbeglückten Schlaf.

(Textauszug aus dem Roman „Noch 253 leere Seiten – das lange Warten auf Inspiration!“ von der zukünftigen Bestseller-Autorin Frau von Möchtegern-Kannabernochnicht )

10 Gedanken zu “Vertrau mir ? – Komm‘ ich erzähl‘ dir dazu eine kleine Geschichte :-)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s