Scott´s Traum

 

Es ist sehr schön, ihn lebend zu sehen. Danke, liebe Karin, für den Link zu diesem Bericht:

https://de-de.facebook.com/notes/hanauer-bote/rentner-ohne-rudel/1995866380503909/

Die Jahre sind vergangen
Doch seine Trauer nicht
Nach seinen Gefährten hat er Verlangen
Sein Herz ihm daran beinahe zerbricht
In seinem Traum steht er vor den Himmelsstufen
Da oben stehen sie, erwarten ihn schon
„Scott, komm zu uns“, hört er sie freudig rufen
Du leidest so sehr an deiner Situation
Traurig, voller Sehnsucht schaut er zu ihnen auf
Zu Ayla und Khan, sie sind schon vorausgegangen
Er unterwirft sich noch dem anstrengenden Lebenslauf
Doch bald, er ist schon sehr alt, dürfen sie ihn empfangen.

Gedicht und Gemälde  © chrinolo

Unforgettable (Gedanken an einen Freund)

 

Ich werde SIE nie vergessen und werde IHN nie vergessen. In meinem Leben gehören sie gedanklich zusammen. „Mahalia Jackson“, die Königin des Gospel, deren Stimme in mir immer wieder Gänsehaut erzeugt und mein Freund Klaus, der dies wusste und mir ihre CD schenkte, damit ich sie immer hören kann.

Beide haben unserer Welt den Rücken gekehrt und sind nun zuhause. Während ich nun ihre Stimme höre, fühle ich wieder den Schmerz des Verlustes meines Freundes, der ein ganz besonderer Mensch für mich war – ein richtiger Freund, wie man ihn höchstens ein oder zwei Mal im Leben hat. Jemand, der es verstand meine Seele zu berühren. Am 04.12.2009 hatte diese unvergessliche Freundschaft mit seinem Tod ihr Ende gefunden.

Nein, er hatte keine Angst vorm Sterben – niemals! Er war Fallschirmspringer und hatte die ganze Welt bereist, war lange Zeit in Indien und hat dort viel gelernt – wie auch Hermann Hesse, der dieses Land liebte und darüber in seinem Buch „Siddartha“ berichtete. Und Klaus liebte Hesse, war überhaupt sehr belesen. Er kannte keine Angst, wusste er doch so viel über die Wiedergeburt, die Unsterblichkeit der Seele ……. er hat mir so viel darüber erzählt!

Wir diskutierten über Glaubensfragen, über Zufälle, über die Seele, über das Leben nach dem Tod …… er glaubte fest daran, hat immer wieder versucht, mich zu überzeugen. Vielleicht tut er das immer noch? Jetzt, da ich mich seit seinem Sterben noch mehr mit diesen „Glaubenssätzen“ beschäftige, mir so viele Gedanken darüber mache. Er hätte zu mir gesagt: „Versuche nicht traurig zu sein, denn meine Seele ist ja nicht gegangen. Ich bin in deiner Nähe!“

Natürlich werde ich auch weiterhin darüber nachdenken, an ihn und an das, was er mir alles erzählt hat. Enormes Wissen, das er während der vielen Jahre zwar für SICH gesammelt hatte, jedoch gerne an mich weitergab. An vielen Abenden beim Zusammensitzen und Philosophieren über Götter und die Welt. Über Alles, was das Leben lebenswert macht. Er liebte das Leben und fürchtete nicht den Tod. So war er und so ist jetzt wohl seine Seele – irgendwo da draußen.

Ich höre SIE und denke dabei an IHN … der mir über Jahre hinweg so viel Schönes schenkte.

Als die Nähe verschwand (eine kleine Geschichte)

 

Manchmal erinnere ich mich noch an sie und an das Gefühl, mit dem sie untrennbar verbunden war. Ein wohliges Geborgenheitsgefühl und Sympathie, Vertrautheit, Verbundenheit und Zuwendung – das war es, was die Nähe damals mit sich forttrug.

Nur wenige Worte aus deinem Mund reichten aus, um sie in die Flucht zu schlagen.
Was zurückblieb war eine undefinierbare Leere. Da war nichts mehr. Plötzlich hatte ich dein Bild nicht mehr vor Augen, wenn ich an dich dachte, mit dir in Gedanken sprach.

Auch in der Nacht, während ich schlief, waren meine Träume seit ihrem Verschwinden schwarz. Ich erinnere mich noch wage an den hellen Mond, der damals lächelnd zu uns herabblickte und zustimmend zuhörte, während wir nebeneinander auf einer duftenden, bunten Blumenwiese lagen und über unsere Werte und den Sinn des Lebens sprachen. Über Gemeinsamkeiten und die Zukunft. Zärtlich ließ er dabei seine silbernen Strahlen über unsere Körper gleiten und in einem märchenhaften Licht strahlen.

Märchen … es waren wohl nur eigenzweckdienliche, fantasievoll ausgeklügelte Märchen, die du mir im Zauber des Anfangs aufgeschwatzt hast.

Nun sind sie verklungen und die bunten Blumen auf der Wiese haben ihre Farbe verloren. Ich blicke nur noch auf einen schwarzen Fleck, auf ein unbedeutendes Nichts.

Sympathie, Vertrautheit, Verbundenheit und Zuwendung, alles hat die Nähe hastig zusammengepackt, als sie sich zur Flucht entschloss. Das war in dem Moment, als die märchenhaften Worte durch andere ersetzt wurden … durch „schwarze Worte“.

Ich erinnere mich gerade an das Gedicht von Hilde Domin, über das wir auch gesprochen hatten, damals, als die Nähe noch zugegen war:

Unaufhaltsam

Das eigene Wort, wer holt es zurück,
das lebendige – eben noch ungesprochene Wort?

Wo das Wort vorbei fliegt, verdorren die Gräser,
werden die Blätter gelb, fällt Schnee.

Ein Vogel käme dir wieder
nicht dein Wort,
das eben noch ungesagte,
in deinen Mund.

Du schickst andere Worte hinterdrein,
Worte mit bunten, weichen Federn.

Das Wort ist schneller,
das schwarze Wort.

Es kommt immer an,
es hört nicht auf, an zu kommen.

Besser ein Messer als ein Wort.
Ein Messer kann stumpf sein.
Ein Messer trifft oft
am Herzen vorbei.

Nicht das Wort.

Am Ende ist das Wort,
immer
am Ende
das Wort.

Am Ende waren es schwarze Worte – Worte wie Pfeile, welche die Nähe in die Flucht schlugen. Sie ist verschwunden, aber manchmal schickt sie die Worte zurück, um daran zu erinnern.