Ein Sonntag voller Märchen

 

Genau heute vor einer Woche war es unglaublich heiß und der Märchensonntag in Steinau an der Straße nebst Eröffnung des Literaturcafés Alte Apotheke stand an (hier ist darüber zu lesen: https://we-ra.com/2018/08/09/das-war-der-erste-tag/  )

Den ganzen Morgen hindurch habe ich mir überlegt, ob ich mir das bei dieser Hitze antun soll, aber dann dachte ich: das erlebst du nur einmal, dieses Doppelfest. Außerdem hatte ich die Originalgemälde von Wolf-Dietrich Hess noch nicht gesehen. Diese wurden an diesem Märchensonntag im Café ausgestellt.

Ich machte mich also auf den Weg – zunächst zum Literaturcafé. Pünktlich um 12 Uhr stand ich dort zur Eröffnung vor der Tür. Aber ich war nicht die Erste, die ihr Eröffnungsgeschenk überreichte: mein Gemälde des Biedermeier-Pärchens, das ich nach Vorlage aus einem französischen Modemagazin über diese Zeit und damalige Kleidung angefertigt hatte.

Kirsten versicherte mir, trotz des Eröffnungsstresses, daß sie sich über mein Kommen und natürlich über das Geschenk freut. Ich könne mir ruhig die Räumlichkeiten im Café anschauen, was ich auch sogleich tat. Hier mein kleiner Rundgang mit abschließender Präsentation meines Gemäldes. Die freudigen Gesichter auf dem Gruppenfoto gehören neben Kirsten und Hans, den Cafébesitzern, noch Theresa, der tüchtigen Servicekraft und Danny, den ihr ja aus dem Blog kennt. Und wie auf dem letzten Foto zu sehen ist, hat Hans mein Gemälde gleich am nächsten Tag gerahmt und im Café aufhängt. Danke für dieses Kompliment, liebe Kirsten und Hans  🙂   (wie immer, zum Vergrößern bitte anklicken):

 

Am Ende dieses Eröffnungstages zwei glückliche Gesichter. Mit Recht, die Eröffnung war erfolgreich und überdies lukrativ:

Am folgenden Donnerstag habe ich dem Café noch einmal einen Besuch abgestattet. Der Kaffee war köstlich und der vollkommen gerechtfertigte Preis für mich auch an diesem Tag erschwinglich – Qualität hat eben ihren Preis  😉

Natürlich sah ich mich noch in der Märchenstadt und im Brüder-Grimm-Haus um. Was soll ich sagen, der Frosch hat sich immer noch nicht in den Prinzen verwandelt. Aber das habe ich auch gar nicht erwartet – alles braucht schließlich seine Zeit.

Auf den Straßen wurde gesponnen, getanzt, geprägt und verteufelt – ein buntes Treiben für Jung und Alt. Trotz der großen Hitze. Und den Rückweg zum Parkplatz auf der großen Wiese habe ich letztendlich auch noch geschafft.

Auch hierzu ein paar Impressionen:

So war das also – ein eindrucksvoller Tag. Lange erwartet und dann war er so schnell wieder vorüber. Aber auf mich warteten noch weitere Hessen-Erlebnisse, von denen ich noch berichten werde  🙂

Nachtrag – das Thema ist noch nicht vom Tisch ;-)

 

Inmitten eines prächtigen Blumenmeeres schlief eine wunderschöne Krötenprinzessin schon seit 100 Jahren in ihrem metallisch glänzenden Schloss, bis ein heftiger Regenschauer, der an die Metallwände prasselte, sie weckte. Eine naturliebende Gärtnerin hatte gerade die Blumen gegossen. Die Tropfen fielen schwer aus der Gießkanne und erschütterten dröhnend das ganze Metallschloss.

Verstört blickte die aufgeschreckte Krötenprinzessin plötzlich in ein unbekanntes Gesicht und traute ihren Augen kaum.

Endlich, er war da: ihr Prinz!

Aber was hatte der vor? In Seiner Hand lag kein Schwert, wie das sonst bei Prinzen üblich ist. Nein, ein schwarzer kleiner Kasten war auf sie gerichtet und eine Glaslinse blitze ihr entgegen. So etwas hatte sie noch nie gesehen und fühlte sich plötzlich wie in einen Science Fiction-Film versetzt. Zutiefst erstarrt saß sie da und ihr Blick wurde immer finsterer, während sich der untrügliche Gedanke in ihr Bewusstsein einschlich, was dieser Bursche da vor hatte: Dieser falsche Prinz wollte sie keinesfalls küssen, sondern nur ein Foto schießen – und das nur, um es einer Anderen zu zeigen!  😲

Empört zog sie sich in ihr metallisch glänzendes Schloss zurück und vergrub sich in den dunklen Kellergewölben, um die nächsten 100 Jahre zu verschlafen.

Zufrieden mit sich und dem tollen Foto machte sich der Science Fiction-Prinz sogleich auf den Weg zu seinem Computer, lud das Foto hoch und verschickte es unverzüglich per Mail an eine tierliebe Bekannte, die als Erste von seiner neuesten Eroberung erfahren sollte.

© Wolfgang Weber (danke für das inspirierende Foto 😍 )

Letztendlich können wir daraus schließen, wie sich die Zeiten ändern und auch die Prinzen, die nicht mehr küssen wollen, sondern lediglich fotografieren.   😉

Wer einen Hades an seiner Seite hat …

 

… der denkt vielleicht an Mohn. Falls er diese Geschichte kennt. Ich habe keinen Hades an meiner Seite, aber ich kenne die Geschichte. Noch aus meiner Schulzeit fällt mir Folgendes dazu ein:

Also dieser Hades wünschte sich eine Frau und entführte Demeters  Tochter Persephone in die Unterwelt (Zeus, dieser Unmensch hat das geduldet!). Demeter suchte sie überall, konnte sie jedoch nirgends finden. Sie war daraufhin so traurig, dass sie den Pflanzen zu wachsen verbot, den Bäumen, Früchte zu tragen, und den Tieren, sich zu vermehren. Um ihren großen Schmerz zu betäuben und zu vergessen, erhielt sie von Zeus Mohn.  Im Schlaf löste sich allmählich ihre Trauer auf, denn der Mohn heilte die Wunden ihres Herzens.  Weil aber nichts mehr auf den Feldern wuchs und weder Tiere noch Menschen Nahrung hatten, begannen diese zu sterben. Dies löste große Furcht bei den Göttern aus und sie zwangen Hades, Demeters Tochter frei zulassen. Nun konnte die Tochter wenigstens einen Teil des Jahres bei ihrer Mutter und den anderen Göttern leben, aber die restliche Zeit musste sie in Hades Unterwelt verbringen und über die Toten herrschen.

Ob sie an diesem unglücklichen Ort „Unterwelt“ auch Mohn für´s Vergessen und für schöne Träume erhalten hat, ist mir nicht bekannt. Aber ihre Mutter, die Göttin des Mohns wird seither mit einer Mohnblume oder zwei Mohnkapseln dargestellt.

Ich stelle die Mohn-Göttin mit ZWEI Mohn-Kindern (falls man ihr wieder eines entführt  😉 ) so dar: