„Suche Schönheit, gib dich ihr hin
und lass dich von ihr in Ordnung bringen – auf Einklang stimmen!“
„Auch wenn eine Blume sicher im Grossen und Ganzen der Natur nützlich und zweckmässig ist, so ist die Sinnhaftigkeit, die an ihr aufleuchtet, wenn wir sie offenen Auges wahrnehmen, dennoch nicht an eine solche Zweckmässigkeit gekoppelt. „Die Ros‘ ist ohn‘ Warum. Sie blühet, weil sie blühet“, sagte der Mystiker und Barock-Dichter Angelus Silesius mit gutem Grund. Sie blüht. Und indem sie blüht, stimmt sie; indem sie blüht, ist sie in Ordnung; indem sie blüht, ist sie bejahbar, gut und sinnvoll. Und auf eigentümliche Weise verstehen sie diese Blume, indem Sie sie betrachten, ihren Duft riechen, ihre Blätter fühlen und womöglich sogar ihren Geschmack erproben. Sie werden sagen: „WOW, ist das Schön!“ und können die Blume gutheissen. Sie bejahen sie und finden sie sinnvoll – selbst wenn sie komplett nutzlos ist.
Die Symphonie der Erscheinung, dieses Miteinander unterschiedlicher Aspekte, lässt Sie die Blume zugleich gutheissen und als eine bestimmte Blume, etwa eine Rose, identifizieren. [….]
Sie haben einen Sinn für Rosen, der es Ihnen erlaubt, Rosen immer wieder als Rosen zu erkennen. Mit Sinn und Sinnlichkeit haben Sie ihren Sinn für die Rose geschult, sodass Sie den Sinn der Rose kennengelernt haben. Und dieser Sinn ist nicht gemacht und nicht geschaffen. Er hat nichts von Nutzen und Zweck. Er ist nicht das WOZU der Rose, sondern er liegt in ihrem in sich stimmigen So-Sein. Und dieses in sich stimmige, harmonische So-Sein meinen wir, wenn wir unserer Sinnerfahrung mit der Rose, ihrer undbedingten Bejahbarkeit Ausdruck verleihen, indem wir sagen:
„IST DIE ABER SCHÖN!“
Denn im Lichte ihrer Idee zeigt sich die Rose nicht einfach nur als Rose, sondern dieses Licht verleiht ihr zudem den – apollinischen – Glanz der Schönheit, deren Geheimnis nichts anderes ist als eben Harmonie und ES STIMMT.“
(Christoph Quarch/Textauszug „Das grosse Ja“)


Ich kaufe mir jeden Winter eine: Christrose
Sie begleiten mich den ganzen Winter und ich freue mich an ihren Blüten. Dieses Jahr hatte ich 3 gekauft. Eine für einen Freund auf dem Friedhof, eine für eine Freundin und die Dritte einfach nur für mich!
Und wieder ein wunderbarer Text! Danke
Meine Christrose ist auch ein Geschenk – in jeder Hinsicht. Ich habe mich sehr darüber gefreut.
Ich habe sie bekommen, weil ich ständig sehnsüchtig im Garten nachschaue, ob die vom letzten Jahr schon anfängt zu blühen. Diese hätte ich über Winter ins Zimmer holen können, aber ich wollte sie in ihrem Wachstum nicht stören. Nun werden mich beide durch den Winter begleiten, eine an meinem Fenster und eine vor meinem Fenster im Garten 🙂
Ob sie wohl miteinander kommunizieren?
Der Text ist von Christoph Quarch … er schreibt viel über Schönheit, auch über die Musik und über Kunst. Wunderbare Texte!
Ich wünsch dir einen schönen Tag und schick dir liebe Grüsse!
Auch für mich ist sie eine ganz besondere Blüte und ich find’s wunderschön, dass Du ihr auf Deiner Präsenz extra ein paar Zeilen gewidmet hast. Ich habe dies zu Anfang des Jahres ebenfalls getan in Form eines Gedichts und somit schließt sich also der Kreis…
https://wolfregensconstanze.wordpress.com/2015/01/05/da-wuchs-im-dunkeln-eine-blute/
Herzlich Constanze
„ein Hoffnungsstern im Winterkleid,
der innig uns mit Licht behüte.“ … wie schön das klingt 🙂
Dein Gedicht ist bezaubernd, vielen Dank dafür.
Liebe Grüsse zu dir,
Christel