Kleiner Nachtrag zum Museumsbesuch – Ersilias Lied

 

Das leise Lied von Ersilia – ich hatte im Buch darüber gelesen und im Museum ist mir die Geschichte wieder begegnet. Nun wollte ich es auch hören.

“ „Ich werde doch wieder malen,“ sagte Klingsor, „schon morgen. Aber nicht mehr diese Häuser und Leute und Bäume. Ich male Krokodile und Seesterne, Drachen und Purpurschlangen, und alles im Werden, alles in der Wandlung, voll Sehnsucht, Mensch zu werden, voll Sehnsucht, Stern zu werden, voll Geburt, voll Verwesung, voll Gott und Tod.“

Mitten durch seine leisen Worte und durch die aufgewühlte trunkne Stunde klang tief und klar Ersilias Stimme, still sang sie das Lied vom bel mazzo di fiori vor sich hin, Friede strömte von ihrem Liede aus, Klingsor hörte es wie von einer fernen schwimmenden Insel über Meere von Zeit und Einsamkeit herüber. Er drehte seine leere Weintasse um, er schenkte nimmer ein. Er hörte zu. Ein Kind sang. Eine Mutter sang. War man nun ein verirrter und verruchter Kerl, im Schlamm der Welt gebadet, ein Strolch und Luder, oder war man ein kleines dummes Kind?“ (Textauszug aus „Klingsors letzter Sommer“)

Übrigens, wer das Buch noch nicht kennt, kann es hier lesen:
http://gutenberg.readingroo.ms/4/2/3/3/42338/42338-h/42338-h.htm

Nun aber das Lied. Der kleine Blumenstrauß ist ein italienisches Volkslied , von einem anonymen Autor 1904 komponiert. Dieses Lied, obwohl es keine Beziehung zum Krieg hatte, wurde von den Alpini (italienische Gebirgsjäger) während des Ersten Weltkrieges gesungen und wurde seitdem berühmt. 

Das Lied veröffentlichte  Gigliola Cinquetti im Jahr 1972 in einem Album. 

3 Gedanken zu “Kleiner Nachtrag zum Museumsbesuch – Ersilias Lied

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