Schönheit, an der ich mich nicht satt sehen kann. Heute Morgen nahm ich wieder meine Kamera in die Hand und schlenderte durch den Garten. Es ist immer wieder ein Innehalten, das Vergessen der Zeit, um im Moment zu leben. Rosenduft atmen und das leuchtende Rot des Mohns bewundern.
Afrika, du fernes fremdes Land
Wild zeigst du dich und einladend schön
Wie gerne würde ich dich wiedersehn
Wieder-sehen?
Ja, ich weiß, ich war niemals dort
Und doch ist es wahr
Die Geschichte der Menschen beginnt in Afrika
In deinem Herzen einst
Der Menschheit Wiege stand
Ja, in Afrika, dem unbekannten, fernen Heimatland
Ich möchte mich so gerne erinnern
Doch vergeblich, es ist viel zu lange her
Selbst es mir vorzustellen fällt mir schwer
Jedoch, mit geschlossenen Augen sehe ich in die Ferne …
Im fahlen Morgengelb weidet dort friedlich ein Rind
Wie Mondsicheln erheben sich seine langen Hörner
Und zu seinen Füßen spielt arglos ein Kind
Mitglieder aus dem Volk palavern im ausgedörrten Grün
Ich glaube, es sind meine Schwestern und Brüder
Zur Debatte steht, wohin sie nun als nächstes ziehn
Das Rind steht im Mittelpunkt ihres Lebens
Dessen Geist ist stets gegenwärtig
Dieses Volk kennt das Naturgesetz des Nehmens und Gebens.
Ein Maler und ein Dichter – bei diesen Beiden geht mein Herz auf. Ich liebe Bilder und schöne Worte dazu.
Seif Eddeen Laota und Ingo Baumgärtner
Mir gehen Ingo Baumgärtners Worte nicht aus dem Sinn … : „Er malt den Kontinent, ein Lesebuch ist jedes Bild.“ Worte des Dichters Ingo Baumgärtner (er ist leider schon von uns gegangen, aber er hat uns sehr viel Schönes hinterlassen) über den großartigen sudanesischen Maler Seif Eddeen Laota.
In mehreren Gedichten hat Ingo Baumgärtner die Gemälde von Seif Eddeen Laota interpretiert. Dieses ist für mich das Schönste:
Seif Eddeen Laota
Er malt den Kontinent, ein Lesebuch
ist jedes Bild. Natur und Stein der Stadt
in Vielgestalt, sein Stil kennt keinen Bruch
und niemand sieht am Meisterbild sich satt.
Es eilt der Straußenhahn im Trabelauf
folgt der Giraffe in das Steppengras.
Savannenglühen schafft der Sonnenlauf
und Halme leuchten wie der Diabas.
In Baumwollkleidern schöner Frauen ist
die Seele Afrikas als Pinselstrich zu sehn.
Die schwarze Muse hat den Mann geküsst,
sein Werk hat Tore – um hinein zu gehn.