„Die Musik ist die Sprache der Leidenschaft.“

… sagte einst Richard Wagner. Darum sollte sie auch in keinem leidenschaftlichen Roman fehlen, meine ich. Natürlich ist sie auch wieder in Ortheils´s Buch gegenwärtig, worüber ich mich sehr freue und gleich mal eine kleine Lesepause einlege, um sie zu hören. Das gehört bei mir nach dem Lesen folgender Worte einfach dazu – zur Einstimmung auf das nun folgende Abenteuer:

„Es wird ein richtiges Abenteuer sein: Der große Schriftsteller mit seiner Frau zu Besuch bei einer einfachen Fischerfamilie von Burano!« – »Du bist ja wirklich Feuer und Flamme! Anscheinend hat er Dich sehr beeindruckt! Du wirst übrigens Fischsuppe für ihn kochen müssen, denn er hat mir verraten, dass er für sein Leben gern Fischsuppe isst. Großvater wird zur Begleitung des Essens die Lieder aus den Perlenfischern singen, und Du wirst Lagunenlyrik aufsagen, das kannst Du doch so perfekt! Und, nicht zu vergessen …. „

Ortheil, Hanns-Josef. Der von den Löwen träumte: Roman (S.154).

„Die Perlenfischer“ … und die atemberaubend schöne Arie des Nadir. Ich finde, die Musik aus dieser Oper passt sehr gut in den Roman von Hanns-Josef Ortheil. Auch in „Die Perlenfischer“ geht es um eine Liebe, die nicht sein darf ….

Nun bin ich aber gespannt auf das Abenteuer, mit dem es im Buch weitergeht 🙂

Jemanden glücklich machen …

… ist eine wundervolle Lebensformel. Gerade macht ER mich wieder glücklich, dieser hervorragende Buchautor Hanns-Josef Ortheil. Ich liebe seine berührenden Bücher und habe schon verschiedentlich darüber berichtet:

https://seelenglimmern.com/2018/02/17/bei-ortheil-denke-ich-an-schumann/

https://seelenglimmern.com/literatur-buecher-die-ich-lese/liebesnaehehanns-ortheil/

https://seelenglimmern.com/2018/02/19/kleiner-leitspruch-fuer-den-tag/

Und nun sein neuester Roman, wieder eines der berührendsten und schönsten Bücher, die ich lese. Es geht um Hemingway in Venedig – Atmosphären und Szenen sind ein weiteres Mal unsagbar schön und faszinierend beschrieben. Schon der erste Satz im Buch machte mich neugierig:

„Je connais un pays étrange où les lions volent et marchent les pigeons“  (Jean Cocteau)

„Ich kenne ein fremdes Land, in dem Löwen fliegen und Tauben laufen. „ … ja, das ist Venedig. Es gibt in Venedig eine unglaubliche Fülle von geflügelten Steinlöwen und umherlaufenden Tauben.

„Er spürte, dass sich sein Herz plötzlich wie nach einem unerwarteten Sprung auftat und ihn eine merkwürdige Wärme durchströmte. ›In den nächsten Wochen werde ich es hoffentlich besser machen als in den letzten Jahren‹, dachte er …“ (S.26).

Es gibt ein Zitat von Hemingway: „Die kürzeste Antwort auf etwas ist es einfach zu tun.“ … ja, und nun möchte ich natürlich wissen, wie er es getan hat. Also weiter im Buch 🙂 :

„Jemanden glücklich machen, ja, das war die zentrale Formel für das Leben hier. Alles, was einem sonst an Chaos und Schrecken durch den Kopf ging, geriet langsam in Vergessenheit. Das Künstliche der Stadt nahm einen für sie ein, und man wurde in ein anderes Leben gelockt, in dem die Geschichten des Festlandes Tag für Tag mehr verblassten. Dass er sich einen alten Regenmantel und eine Wollmütze übergezogen hatte, war bereits das erste Anzeichen der Metamorphose.“

Ortheil, Hanns-Josef. Der von den Löwen träumte: Roman (German Edition) (S.140).

Da fällt mir noch ein, Hemingway sagte auch: „Es gibt keinen Freund, der so treu ist wie ein Buch.“  … Hanns-Josef Ortheil´s Bücher gehören dazu 🙂

Bei Ortheil denke ich an Schumann

 

Er schreibt Bücher, die mich beim Lesen immer „aufhorchen“ lassen. Bei seinem Buch „Die Erfindung des Lebens“, eines der berührendsten und schönsten Bücher, die ich von ihm gelesen habe,  hörte ich Bachs Italienisches Konzert und Schumanns C-Dur-Fantasie.

Die Musik führte ihn zur Sprache. Und daraus entstanden seine wundervollen Romane, die ich kennen- und lieben gelernt habe.

Nun lese ich „Musikmomente“, Ulrike Sokul hatte es kürzlich vorgestellt:

https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/02/13/musikmomente/

und schon beim Lesen ihrer Buchbeschreibung ahnte ich, was dieses Buch mit mir tun würde: schon nach den ersten Seiten bin ich wieder in sein „Die Erfindung des Lebens“ versunken. In die Geschichte des kleinen Jungen, dessen Mutter „erstummt“ war und ihn auch stumm machte. Bis …

(Textauszug aus „Die Erfindung des Lebens“ Seite 69 und 75 von Hanns-Josef Ortheil)

Ich denke, während ich nun „Musikmomente“ weiterlese, werde ich oft das Buch zur Seite legen müssen, weil sich Szenen, Emotionen und Musik aus seinen anderen Romanen in mir auftun. Jedesmal wird die passende Musik dazu in mir erklingen.