Es war zwanzig nach neun … (in Steinau an der Strasse)

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… als ich im märchenhaften Städtchen Steinau an der Strasse ankam. Stets auf der Suche nach schönen Orten gefiel mir sofort, was ich da sah. Ein verträumter und noch ziemlich menschenleerer Marktplatz, ein beeindruckendes Rathaus, ein verspieltes Marionettentheater, der Märchenbrunnen und dann der prächtige Eingang zum Schloss:

Und wie es im Märchen so ist, wird man dort auch standesgemäss von zwei Prinzessinnen begrüsst, und zwar sehr herzlich 🙂

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Doch nicht nur die Hoheiten, sondern auch das Volk dort ist sehr gastfreundlich.
Es sind nicht nur die schönen Anblicke, sondern vor allem besondere Erlebnisse, die meine Erinnerungen prägen und an die ich gerne zurückdenke. Wie gesagt, es war zwanzig nach neun in der Frühe und ich wollte ungedingt an diesem schönen Ort verweilen. Ich sah mich um und entdeckte ein lauschiges Plätzchen unter einem mächtigen Baum – ein Strassencafé.

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Dort sassen an einem Tisch fünf Männer und eine Frau – so’ne Art Stammtisch. Ich lief hin und fragte, ob das Café schon geöffnet sei. „Nein, hier ist noch geschlossen“, sagte einer der Männer, „setzen Sie sich!“, und schob mir einen Stuhl zurecht. Dann rief er dem Cafébesitzer zu: „Noch einen Café!“ und sah mich an. Ich nickte lächeld. Schon war ich in diese Hessenstammtischrunde integriert und durfte etwas Hessisch lernen. Es war sehr lustig und jeder gab sich mühe, fleissig zu übersetzen, was ich als „Ausländerin“ nicht verstanden hatte. Ja, wo man so willkommen ist, da fühlt man sich besonders wohl   🙂

An diesem Tag, der so schön begonnen hatte, sah ich mir natürlich noch das Schloss und das Gebrüder Grimm-Haus an.

 

Und wie ich gerade jetzt darauf komme, dies zu erzählen? Es sind die „Reizworte“, die Erinnerungen auslösen – besonders schöne Erinnerungen. Gestern hatte ich einen Eintrag gelesen, wo auch jemand in Steinau sass und über Bücher plauderte. Er war auch „in guter Gesellschaft“ 🙂 :

https://wolfgangdannyweber.wordpress.com/2015/11/11/in-guter-gesellschaft/

 

 

 

 

 

6 Gedanken zu “Es war zwanzig nach neun … (in Steinau an der Strasse)

  1. Pingback: Die Kunst kreist in meinen Gedanken und vollführt die tollsten Loopings … | seelenglimmern

  2. da mein oben erwähnter eintrag über den entsprechenden link
    schon lange nicht mehr aufrufbar ist …
    hier ist er als nachtrag, der vollständigkeit halber.

    in guter gesellschaft
    Veröffentlicht von wolfgangdannyweber am 11. November 2015

    vor wenigen tagen habe ich endlich ein projekt in angriff genommen,
    welches mich bereits einige monate lang als idee begleitet hatte:
    im lokalen und engeren regionalen bereich hobby-autorinnen und -autoren zu finden, die interesse an der bildung einer literarischen gruppe haben. ziel: ihre “machenschaften” aus den heimischen schubladen zu befreien.

    bei meinen bemühungen, mir einen aktuellen überblick über die lage vor ort zu verschaffen, stieß ich auf einen alten bekannten aus einer nachbargemeinde: hans melchior schmidt.
    der ist zwar bereits aus den kinderschuhen herausgewachsen, gewissermaßen, denn er hat derzeit zwei bücher auf dem markt,
    aber gerade deshalb war er für mich als ansprechpartner interessant:
    seine bücher sind im buchhandel nicht zu finden –
    ich wollte sie aber unbedingt haben.
    ich rief ihn an und wir verabredeten uns auf einen kaffee für den folgenden vormittag.

    so saßen wir dann am vergangenen freitag ab 11 uhr bei moderaten 15° vor dem eiscafe in steinau an der strasse, bekannt auch als brüder-grimm-stadt. von hier aus hat man einen schönen blick auf den gegen überliegenden marktplatz, genannt kumpen, mit dem 1561 erbauten Rathaus, dem Märchenbrunnen, dem Marionettentheater und dem haupteingang zum steinauer schloß.
    während der straßenverkehr in erträglichem maß an uns vorbeifloss,
    unterhielten wir uns angeregt und etwa eine stunde lang über vergangene jahre, aktivitäten und pläne.

    hans sitzt quasi täglich im cafe, wo er seine inspirationen findet und nicht nur seine aphorismen schreibt. 1300 seiner gedanken sind in den beiden büchern zu finden, die er mir natürlich mitgebracht hatte.

    aphoristik ist die kunst, aphorismen zu verfassen.
    ich übertreibe mit sicherheit nicht, wenn ich ihn als einen meister der aphoristik bezeichne, denn er schreibt nicht nur viel, sondern auch hervorragend auf den punkt gebracht.
    er befindet sich mit seinem werk in bester gesellschaft und kann ohne weiteres mit den berühmtheiten vergangener tage und den schreibern der heutigen zeit mithalten.

    hier zwei beispiele:

    “glück ist ohne innere freiheit nicht zu haben,
    weswegen reichtum an geld und besitz nicht dazu führt.”

    “auch wer vor langeweile umzukommen droht,
    hat keine aussicht auf ein kurzweiliges begräbnis.”

    diese aphorismen wurden mir von ihrem autor speziell für meinen eintrag zur verfügung gestellt.
    sie erfahren hier ihre erstveröffentlichung.

    anhang:
    http://edition-bodoni.de/shop/gedanken-eines-unzeitgemasen/
    http://edition-bodoni.de/shop/ein-unzeitgemasser-denkt-weiter/
    https://de.wikipedia.org/wiki/Steinau_an_der_Stra%C3%9Fe
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Aphoristikern

    Gefällt 1 Person

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