Er hat zu mir gesprochen …

 

… so, wie er es meistens tut, wenn er morgens in aller Herrgottsfrühe von seiner Jagd nach Hause kommt.
Zuerst setzt er sich mal schweigend vor mich hin und schaut mich erwartungsvoll an. Das geht eine ganze Weile so.
Er sitzt und wartet!

 

Dann aber ist seine Geduld plötzlich erschöpft und er fährt mich an:
„Jetzt beweg´ aber mal deinen Hintern, es ist Zeit für´s Frühstück und ich habe Hunger!“

„Meine Güte, jetzt erhebe dich endlich mal von deiner dekadenten Ledercouch und folge mir! Was ist jetzt, kommst du?“

Sicher werdet ihr jetzt denken, dass es klüger wäre, ihm sein Frühstück schon vorzurichten, damit er mich nicht erst dazu auffordern muss und Ruhe gibt.  Doch ihr werdet es nicht glauben, das tue ich immer und darum geht es auch gar nicht. Dieser penetrante Luxuskater besteht darauf, dass ich ihn zu seinem Futternapf begleite, ihm dann über sein edles Köpfchen streichle und sage:
„Nun friss mal schön, das ist etwas ganz Feines. Du weißt doch, für dich immer nur das Beste! Nun setze dich schön hin und genieße dein Fresschen.“

Ja, und das macht er dann auch. Aber erst, nachdem ich ihm bestätigt habe, dass seine Mahlzeit auch wirklich genießbar ist. Ich weiß nicht, warum er das immer wieder tut, aber nur so schmeckt es ihm. Sicher, ich esse auch lieber in Gesellschaft, aber das ist rein menschlich und er ist ein Kater – ein Einzelgänger!

Nur unter diesen Bedingungen ist er halt zufrieden und ich will ja, dass er glücklich ist. Und wer kann schon solch einem Blick widerstehen   🙂

Mein kleiner, eigensinniger Max – ich liebe ihn halt!   🙂

.

5 Gedanken zu “Er hat zu mir gesprochen …

  1. Ihr Max ist herrlich! Ich musste so lachen, denn einen ähnlichen „Tyrannen“ gibt es auch bei mir, er sieht auch fast so aus. Allerdings beginnt unser Morgenritual mit lautem und hektischem Gerenne, es wird wild gesprungen und ich habe noch nicht richtig den Tag gefunden. Wenn ich es wagen sollte zu frühstücken während er frisst, werde ich gestört, indem er seine Krallen durchaus vorsichtig, aber spürbar, auf meine Oberschenkel ablegt. Es soll ihm die volle Aufmerksamkeit gelten. Er liebt seinen Mensch eben und das bisschen Aufmerksamkeit muss anscheinend für ihn sein. Allerdings: was sollte ich tun während er frisst? Daneben sitzen? Vielleicht ihm sein Futter auch schmackhaft machen, wie Sie es tun? Ich werde ihn fragen. Und wie auch ich ihn liebe, daher verstehe ich Sie gut.

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